Joachim Herrmann geht Griechenland in Sachen Sicherheit hart an: "Die Griechen sagen es ganz offen: 'Wir können unsere Seegrenzen nicht kontrollieren'", sagte der bayerische Innenminister der Bild-Zeitung. "Dann sage ich: Griechenland kann und darf nicht mehr Teil des Schengenraums sein, wenn das nicht funktioniert! Solange müssen wir unsere Grenzen selbst schützen."

Die Tatsache, dass in zweieinhalb Jahren rund 1,5 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland gekommen seien, von denen 70 Prozent keinerlei Papiere gehabt hätten, bedeute ganz klar "einen Kontrollverlust", sagte der für den Fall eines Union-Wahlsieges als Ministerkandidat gehandelte Herrmann. "Wir müssen wissen, wer zu uns kommt. Das war nicht der Fall."

Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) widersprach Herrmann. "Der Kontrollverlust war selbst verschuldet", sagte er dem Blatt. Italien und Griechenland hätten schon lange vor dem großen Andrang an Migration 2015 um Hilfe gerufen. "Wir haben sie aber ignoriert und nur gesagt: 'Die Flüchtlinge kommen bei euch an, denen müsst ihr Asyl geben, so sehen es die Dublin-Regeln nun mal vor.'" Pistorius forderte mehr deutsches Engagement bei der Sicherung der EU-Außengrenzen.

Herrmann sprach sich dafür aus, Personen kein Asyl zu gewähren, die bei der Klärung ihrer Identität nicht mitwirken. Wer seine Identität nicht belegen könne, habe an sich keinen Anspruch auf Asyl. "Er muss ja beweisen, dass er aus einem Land kommt, in dem er politisch verfolgt wird. Wer sich weigert, bei der Identitätsfindung zu helfen, sollte bei uns kein Asyl erhalten."

Die AfD verfolgt ähnliche Pläne: Einen Asylantrag soll nach dem Willen der rechtskonservativen Partei in Zukunft nur noch stellen dürfen, wer seine Identität nachweist.