Die Linke kritisiert die Wiederinbetriebnahme der Tiger-Kampfhubschrauber der Bundeswehr in Mali. Die Piloten in dem Einsatzland wieder fliegen zu lassen, ohne die Ursache eines Absturzes mit tödlichem Ausgang im Juli zu kennen, sei unverantwortlich, sagte der Linken-Verteidigungsexperte Alexander Neu. Bisher seien ihm nur Theorien, aber keine Fakten zu der Unfallursache bekannt.

Beim Absturz des Kampfhubschraubers in Mali vor rund zwei Monaten waren zwei Bundeswehrsoldaten ums Leben gekommen. Dennoch hatte die Bundeswehr am Freitag den Flugbetrieb wieder freigegeben – allerdings unter Auflagen. Zunächst dürfen die Maschinen nur mit Einschränkungen bei Gewicht, Geschwindigkeit und der Programmierung des Autopiloten fliegen, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos. Vorerst seien lediglich Inspektionsflüge geplant, dann sollen die Tiger aber schnellstmöglich wieder zu Einsatzflügen starten. Nach dem Vorfall am 26. Juli durften die Kampfhubschrauber zunächst nur noch bei Gefahr für die Soldaten abheben.

Die abgestürzte Bundeswehrmaschine soll bald von einem weiteren Tiger ersetzt werden. Die Kampfhubschrauber können etwa Konvois beschützen und die Lage aufklären. Der Einsatz der Hubschrauber ist bis Mitte 2018 begrenzt.

Die Bundeswehr ist seit 2013 in Mali im Einsatz. Dort unterstützte sie zunächst die internationale Mission Afisma mit Streitkräften und Lufttransportkapazitäten. Nachdem noch im selben Jahr der UN-Sicherheitsrat eine eigene Stabilisierungsmission beschlossen hatte, wurde die deutsche Unterstützung in diese überführt. Die Mission soll zur Umsetzung eines Friedensabkommens in dem Land beitragen.

Nach Angaben der Bundeswehr umfasst sie derzeit rund 13.000 Blauhelmsoldaten, darunter 875 Angehörige der Bundeswehr, und knapp 2.000 Polizisten. Die Bundeswehr kann sich seit einem Beschluss des Bundestags im Januar mit bis zu 1.000 Soldaten an dem Einsatz beteiligen, das Mandat erlaubt auch den Einsatz von Waffen. Die Truppe ist in der ehemaligen Rebellenhochburg Gao stationiert. Die Mission gilt als gefährlichster Einsatz der Bundeswehr.

Hintergrund des Einsatzes ist ein Konflikt im Norden des Landes. 2012 war er in die Hände islamistischer Extremisten und anderer Rebellengruppen gefallen. Im Januar 2013 griff schließlich die ehemalige Kolonialmacht Frankreich militärisch ein und drängte die Islamisten zurück. Inzwischen sind rund 4.000 französische Soldaten in Mali im Einsatz.