Vier bisherige AfD-Abgeordnete des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern sind aus der Fraktion ausgetreten. Nach einem Bericht der Ostsee-Zeitung handelt es sich dabei um Mathias Manthei, Bernhard Wildt, Ralf Borschke und Christel Weißig. Sie haben die neue Fraktion Bürger für Mecklenburg-Vorpommern (BMV) gegründet. Als Grund für den Schritt gab ein Sprecher der neuen Fraktion an, die AfD-Fraktion sei seit Langem zerrüttet gewesen.

Die Gruppe habe im Bundestagswahlkampf loyal zu Fraktionschef Leif-Erik Holm gestanden, der im Wahlkreis Vorpommern-Rügen gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angetreten war, sagte der Sprecher. Nun sei es Zeit, die Konsequenzen aus den politischen Differenzen über Sachfragen und den Umgang mit anderen Fraktionen zu ziehen. Auch Differenzen "im persönlichen Umgang miteinander" hätten eine Rolle gespielt.

Parlamentarischer Geschäftsführer rückt von AfD-Fraktion ab

Mit Mathias Manthei ist unter den Abtrünnigen auch der bisherige parlamentarische Geschäftsführer. Alle vier Abgeordnete der neuen Fraktion zählen zu den bürgerlich-gemäßigten Parlamentariern in der AfD-Fraktion, in der 13 Mitglieder verbleiben. Vor Kurzem war bereits ein Abgeordneter aus der Fraktion ausgetreten, nachdem E-Mails mit mutmaßlich rassistischen und sexistischen Inhalten von ihm aufgetaucht waren.

Die AfD war vor einem Jahr mit einem Ergebnis von 20,8 Prozent als zweitstärkste Fraktion in den Schweriner Landtag eingezogen. 18 Abgeordnete zogen in den Landtag ein. Bei der Bundestagswahl erzielte die AfD in Mecklenburg-Vorpommern 18,6 Prozent der Stimmen.

In den Deutschen Bundestag zieht die AfD mit insgesamt 94 Abgeordneten ein. Auch dort herrscht keine Einigkeit: Parteichefin Frauke Petry hat bereits angekündigt, dass sie der Fraktion nicht angehören wird.

Bundestagswahl - Petry will AfD-Fraktion nicht angehören Bei einer Pressekonferenz der AfD hat die Parteivorsitzende Frauke Petry gesagt, sie wolle fraktionslos als Einzelabgeordnete ins Parlament einziehen. Dort ist die AfD die drittstärkste Kraft. © Foto: Julian Stratenschulte/dpa