Die neue SPD-Fraktionschefin und ehemalige Arbeitsministerin Andrea Nahles bedauert ihre Ankündigung, dem einstigen Koalitionspartner Union künftig "in die Fresse" geben zu wollen. "Das ärgert niemanden mehr als mich selbst", zitiert die Bild Nahles. Eigentlich sei der Spruch eine Witzelei am Rande ihrer letzten Kabinettssitzung gewesen. "Es wurde darüber bei den Unionskollegen herzlich gelacht." Als sie den Spruch danach vor Kameras wiederholt habe, sei dies jedoch "anders rübergekommen", da man die Anekdote kennen müsse, um den Witz zu verstehen. 

Nahles hatte am Mittwoch auf die Frage, wie sie sich nach ihrer letzten Kabinettssitzung mit den Unionskollegen fühle, lachend geantwortet: "Ein bisschen wehmütig – und ab morgen kriegen sie in die Fresse!" Damit löste sie heftige Kritik aus, so sagte der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach Nahles der Neuen Osnabrücker Zeitung: "Vielleicht wollte sie nur einen flotten Spruch machen, aber das war nicht originell, sondern nur peinlich". 

Der Bild sagte Nahles weiter: "Mein Leitmotiv ist: hart in der Sache, fair im Umgang. So kennen mich die Kolleginnen und Kollegen, und so wird es bleiben." Allerdings werde sich die SPD sehr wohl "in der Opposition laut und vernehmlich zu Wort melden – auch wenn das nicht jedem immer gefällt".

Am Mittwoch war die bisherige Bundesarbeitsministerin Nahles mit großer Mehrheit zur neuen Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Bundestag gewählt worden. Es ist das erste Mal in der Parteigeschichte, dass eine Frau die SPD im Parlament anführt. Beim Zustandekommen einer Jamaika-Koalition wäre Nahles damit die Oppositionsführerin im Bundestag.