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4. September 2017 Liveblog abgeschlossen
© Sean Gallup/Getty Images)

TV-Duell zur Bundestagswahl: Merkel, Schulz und die Musterfeststellungsklage

Bildung und Digitalisierung kamen beim TV-Duell gar nicht erst zur Sprache. Dafür interessieren sich die Zuschauer plötzlich für Merkels Vater. Das Liveblog zum Nachlesen

  • 00:09 Uhr
    Sybille Klormann


    Anders bei den Haltungsnoten: An entscheidenden Stellen habe der SPD-Kandidat gepatzt. Aber auch bei der Kanzlerin sei die Anspannung zu spüren gewesen. "Und dass sie selbst ihre Performance zuweilen suboptimal findet, merkt man daran, dass sie gelegentlich versucht, ihre Positionen zu bestimmten Themen nochmal nachzujustieren. "

  • 23:37 Uhr
    Jana Lavrov
    Nach diesen Themen haben die Deutschen während des Duells häufiger gegoogelt als davor:
    Es handelt sich um aufsteigende Suchbegriffe. Das bedeutet also nicht, dass viel diskutierte Themen wie  Flüchtlinge, Rente oder soziale Gerechtigkeit nicht interessiert hätten.
  • 23:00 Uhr
    Sascha Venohr

    Zur Dramaturgie der Analysen nach dem TV-Duell gehören natürlich auch die jüngsten Umfrageergebnisse. Auch wenn alle Meinungsforscher die Bundeskanzlerin zur Siegerin der Debatte erklären, unterscheiden sich die Zahlen doch deutlich und sollten mit einer gesunden Portion Skepsis betrachtet werden: Nach ARD-Zahlen von infratest dimap lag Angela Merkel mit 55 zu 35 Prozent vorne. Im ZDF (Forschungsgruppe Wahlen) kam sie auf 32 Prozent Zustimmung, Schulz auf 29 Prozent. 39 Prozent der Befragten waren hier unentschieden. 


    Für die Funke-Mediengruppe hat das Meinungsforschungsinstitut CIVEY die Frage nach dem Gewinner gestellt: 44 Prozent der Teilnehmer der Online-Umfrage stimmten dort für CDU-Chefin Merkel. Dagegen sagten 37 Prozent, dass sich der SPD-Kanzlerkandidat im Duell besser geschlagen habe. 12 Prozent der Umfrageteilnehmer entschieden sich dort für die Antwort "beide waren gleich gut".

  • 22:48 Uhr
    Jana Lavrov
    Warum ist der Todestag von Angela Merkels Vater einer der aufsteigenden Suchbegriffe? Während des Duells wurde Merkel gefragt, ob sie heute in der Kirche war. Das musste sie verneinen. Allerdings, so erzählte sie, war sie gestern am Grab ihres Vaters. 
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    Vermutlich hat vor dem TV-Duell nur eine verschwindend geringe Anzahl an Menschen nach dem Todestag ihres Vaters gesucht. Unabhängig von der absoluten Anzahl der Suchanfragen während des Duells wurde diese Suchanfrage dann zum Top-Aufsteiger. Wir wissen also nicht, ob es hierzu 3.000 oder 300.000 Suchanfragen gab. Ihr Vater Horst starb übrigens am 2. September 2011.
  • 22:22 Uhr
    Sascha Venohr


    Vier Moderatoren von vier Sendern führten durch das TV-Duell. Wer zog die größte Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich? Schaut man auf die Google-Suchanfragen während der TV-Debatte, scheint besonders SAT1-Moderator Claus Strunz zu Sendungsbeginn mit seinem Versuch, hart beim Thema Flüchtlinge nachzuhaken, Emotionen beim Publikum geweckt zu haben.

  • 22:09 Uhr
    Ferdinand Otto

    In der CSU-Zentrale beginnt der gemütliche Teil des Abends mit Bier und Burgern. Ein christsoziales Fazit: Für die Zuschauer war Merkel die klare Siegerin. Gut gefällt hier, dass die CSU-Themen Migration, Flucht, Sicherheit und Familie lange diskutiert wurden. "Da hat Merkel unsere Positionen deutlich gemacht", lobt der stellvertretende Generalsekretär Markus Blume. "Beim Boxen würde man sagen, Schulz war ein Leichtgewicht gegen das Schwergewicht Merkel."

  • 22:07 Uhr
    Imre Balzer

    Im Halbzeitvergleich haben die Umfragen ein leichtes Plus für Angela Merkel ergeben. In einer ARD-Umfrage bewerteten die Befragten Martin Schulz zwar als deutlich angriffslustiger, die besseren Argumente und die größere Kompetenz sah eine Mehrheit aber bei der Bundeskanzlerin. Auch das ZDF befragte nach den ersten 45 Minuten 800 Zuschauer. Danach sahen 33 Prozent Merkel vorne und 24 Prozent Schulz. Keinen Unterschied sahen 43 Prozent. Die Ergebnisse der Befragungen nach Ende des Duells stehen noch aus. 

  • 21:57 Uhr
    Katharina Schuler

    Beim letzten TV-Duell hat Merkel mit dem Satz "Sie kennen mich" für sich geworben. Genauso kann sie das natürlich nicht noch mal sagen. Aber sie verweist dann doch auf "die Erfahrungen der vergangenen Jahre", die sie auszeichneten. Die entscheidenden Fragen seien in diesem Duell gar nicht gestellt worden, sagt sie. In den kommenden Jahren werde es darum gehen, Deutschland für die Digitalisierung fit zu machen. Das sieht Merkel als die große Zukunftsaufgabe an. Und dann verwendet sie sogar noch mal den Satz, für den sie im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise so viel kritisiert wurde: "Gemeinsam können wir das schaffen."

  • 21:51 Uhr
    Lisa Caspari

    In 60 Sekunden, die Schulz und Merkel für ihre letzten Worte haben, können auch Kanzlerkandidaten einen kleinen Hänger haben. "Mut zum Aufbruch", sagt Martin Schulz in seinem Schlussstatement, es wirkt ein wenig stockend und gequält. Er betont noch einmal seine Liebe zu Europa, für dessen Zusammenhalt er lange gearbeitet habe. Nun wolle er Deutschland dienen.

  • 21:50 Uhr
    Katharina Schuler

     

    Mehr Polizisten wollen übrigens Union und SPD, und zwar genau gleich viele: 15.000. Schulz versucht jetzt mal wieder seine Biografie ins Spiel zu bringen, das tut er ja gern: "Ich bin der Sohn eines Polizeibeamten", deswegen sei er doch sehr für mehr Respekt vor Polizisten.

    In Sachen Kriminalität ist Schulz übrigens gut vorbereitet: "Welches Flächenland hat die höchste Kriminalitätsrate", will er von Merkel wissen. Merkel weiß es nicht. "Sachsen-Anhalt", triumphiert Schulz, "seit 20 Jahren CDU-regiert." Der Punkt ging wohl an ihn. 

  • 21:49 Uhr
    Lisa Caspari

    Ihre CDU werde in keinem Fall mit der AfD und mit der Linken zusammengehen, sagt Angela Merkel. Schulz sagt nicht so klar, dass er nicht mit der Linken regieren werde.

  • 21:46 Uhr
    Lisa Caspari

    Martin Schulz ist anfangs etwas verhalten, als es um den Terroristen Anis Amri geht, der im vergangenen Dezember den islamistischen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin verübt hatte. Da hat die SPD-geführte Landesregierung NRW Fehler gemacht, denn Amri war den Sicherheitsbehörden früh aufgefallen. Aber auch die CDU-geführten Behörden haben versagt, wie Merkel zugibt: "Er hätte viel früher abgeschoben werden sollen."

  • 21:44 Uhr
    Yassin Musharbash

    Zum Thema Gefährder lautet die Frage: "Müssen wir uns an den Terror gewöhnen?" 

    Nein, sagt Merkel. Und fordert, bewusst "für unsere Art zu leben, zu werben". 

    Schulz verspricht, die Behörden "fit zu machen" in der Terrorabwehr, tappt aber nicht in die potenzielle Falle, Sicherheit zu versprechen. Im Grunde kein erkennbarer Unterschied zwischen den Positionen der beiden Kandidaten.

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