Beim Auftritt des Thüringer AfD-Landeschefs Björn Höcke auf der Frankfurter Buchmesse ist es zu tumultartigen Szenen zwischen Demonstranten und Höcke-Anhängern gekommen. Höcke nahm an der Präsentation des Buches "Mit Linken leben" des rechsgerichteten Antaios-Verlags teil.

Demonstranten protestierten mit Transparenten und Rufen wie "Nazis raus". Höckes Anhänger wiederum skandierten "Jeder hasst die Antifa". Die Polizei musste schlichtend eingreifen. Später wurde eine weitere Lesung von zwei Autoren der rechtsextremen "Identitären Bewegung" wegen lautstarker Proteste abgebrochen.

Der Auftritt rechtsgerichteter Verlage auf der Buchmesse hat bereits im Vorfeld für heftige Debatten gesorgt. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der die Messe organisiert, begründete die Zulassung der Stände mit der Meinungsfreiheit und rief zur "aktiven Auseinandersetzung" auf. Antaios und andere der "Neuen Rechten" nahestehende Verlage werfen dem Börsenverein nun vor, er habe ihre Stände nicht genügend vor linken Aktivisten geschützt. Unbekannte hatten zuvor auch den Gemeinschaftsstand der philosophischen Zeitschrift Tumult und des mit ihr kooperierenden Manuscriptum-Verlags leergeräumt.

Bereits am Tag zuvor war es am Stand der rechtsgerichteten Wochenzeitung Junge Freiheit zu einem gewalttätigen Angriff gekommen. Bei einer Lesung verletzte ein Zuhörer den Verleger des linken Trikont-Musikverlags mit der Faust an der Lippe, wie eine Messesprecherin bestätigte. Demnach hatte Trikont-Chef Achim Bergmann zuvor im Vorbeigehen die Lesung mit einem Kommentar begleitet. Daraufhin griff der Zuhörer ihn an. Der Verleger ließ sich im Krankenhaus behandeln und erstattete Strafanzeige.

In der AfD mehren sich währenddessen Stimmen, das Parteiausschlussverfahren gegen Höcke zu beenden. "Die Partei schuldet ihm kein Ausschlussverfahren, sondern Anerkennung und Dank", sagte der baden-württembergische Landeschef Ralf Özkara dem Spiegel. Höcke habe einen "ganz entscheidenden Anteil" am AfD-Erfolg bei der Bundestagswahl. Auch sein Kollege aus Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, sagte: "Es wäre das Beste für alle Beteiligten, diese Zerreißprobe für die AfD dann zu beenden."