Drei von vier der größeren Kommunen in Deutschland planen künftig, die Gebühren für die Bürger ihrer Gemeinden zu erhöhen. Das geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young hervor, für die 300 der 688 Kommunen mit mindestens 20.000 Einwohnern nach ihren Plänen für das laufende und das kommende Jahr befragt wurden.

Demnach ist am häufigsten mit Gebührenerhöhungen für Kitas, Ganztagsschulen und Friedhöfen zu rechnen. Außerdem sollen unter anderem Eintrittspreise – zum Beispiel für Schwimmbäder – sowie die Grundsteuer und Parkgebühren erhöht werden.

Grund für die Erhöhungen ist der Studie zufolge die Verschuldung. "Der Konjunkturaufschwung kommt längst nicht allen Städten gleichermaßen zugute", sagte der Studienautor Bernhard Lorentz. Viele Kommunen in strukturschwachen Regionen stünden "nach wie vor mit dem Rücken zur Wand". Diese Gemeinden profitierten kaum von der wirtschaftlichen Entwicklung, müssten aber zugleich einen erheblichen Anstieg der Ausgaben verkraften.

Jede vierte Kommune will laut der Studie zudem ihre Leistungen einschränken. Am häufigsten geht es dabei um die Reduzierung von Straßenbeleuchtung sowie die Einschränkung oder die Angebotsaufgabe in der Jugendbetreuung und Seniorenarbeit. Auch die Schließung von Schwimmbädern oder eingeschränkte Öffnungszeiten planen manche Gemeinden.