Die SPD ist bei der Landtagswahl in Niedersachsen laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis mit 36,9 Prozent die stärkste Kraft geworden. Die CDU kommt auf 33,6 Prozent der Stimmen und wird zweitstärkste Kraft.

Drittstärkste Kraft werden voraussichtlich die Grünen mit 8,7 Prozent, gefolgt von der FDP mit 7,5 Prozent und der AfD mit 6,2 Prozent. Die Linke verpasst mit 4,6 Prozent voraussichtlich den Einzug in den niedersächsischen Landtag. Die Wahlbeteiligung lag bei etwas mehr als 63 Prozent.

Damit konnte die SPD zum ersten Mal in diesem Jahr eine Wahl gewinnen. Ihr Spitzenkandidat Stephan Weil dürfte damit Ministerpräsident bleiben. Noch ist unklar, ob eine rot-grüne Koalition eine Mehrheit im Landtag hätte. Von Hochrechnung zu Hochrechnung hat ein solches Bündnis mal eine Mehrheit, mal nicht.

Laut aktuellen Zahlen würde Rot-Grün mit 67 von 135 Sitzen die Mehrheit knapp verfehlen. So bleibe als Option etwa eine Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen. Allerdings schloss die FDP am Wahlabend ein solches Bündnis aus. Auch eine große Koalition aus SPD und CDU oder eine Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen wären rechnerisch möglich.

Niedersachsen-Wahl - »Wir haben einen klaren Gestaltungsauftrag« CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann schließt eine Regierungsbildung mit seiner Partei in Niedersachsen nicht aus. Auch die Union trage politische Verantwortung, sagte Althusmann. © Foto: Bernd Von Jutrczenka / dpa

Für die CDU bedeuten die 33,7 Prozent das schlechteste Ergebnis seit 1959. Die AfD zieht zum ersten Mal in den niedersächsischen Landtag ein.

Eigentlich war die Landtagswahl in Niedersachsen erst für Januar geplant. Weil aber die Abgeordnete Elke Twesten im August von den Grünen zur CDU wechselte, verlor die rot-grüne Landesregierung von Stephan Weil ihre knappe Mehrheit im Landtag. Die Wahlen mussten deshalb drei Monate früher stattfinden.

Insgesamt traten landesweit 15 Parteien und zehn Einzelbewerber an, 210 Kandidaten bewarben sich insgesamt um die 137 Sitze im niedersächsischen Parlament. 6,1 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.