Die Zahl der Bewerber für den freiwilligen Wehrdienst ist stark zurückgegangen. Sechs Jahre nach Aussetzung der Wehrpflicht meldeten sich von Jahresbeginn bis Ende August in diesem Jahr 10.105 Männer und Frauen für diesen Dienst an der Waffe. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres ist das ein Rückgang von mehr als 15 Prozent, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. 

Der freiwillige Wehrdienst ist auf maximal 23 Monate beschränkt. Mehr als jeder vierte Teilnehmer bricht laut Verteidigungsministerium bereits während der Probezeit wieder ab.

Die Personalgewinnung bleibe vor dem Hintergrund des demografischen Wandels eine große Herausforderung, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Die Bewerbungen für eine Laufbahn als Zeitsoldat seien im Vergleich zum Vorjahr jedoch gestiegen – um knapp drei Prozent auf rund 33.400. "Dies bestätigt, dass die Bundeswehr ein attraktiver Arbeitgeber ist."

Die Bundeswehr war zuletzt mit einer steigenden Zahl von gemeldeten sexuellen Übergriffen konfrontiert. In diesem Jahr sind laut einem Zeitungsbericht bis Mitte November elf Vorfälle angezeigt worden, bei denen Bundeswehrangehörige eine Kameradin oder einen Kameraden vergewaltigt oder dies versucht haben sollen. Im Gesamtjahr 2016 habe es nur fünf solcher Meldungen gegeben.

Insgesamt seien bis Ende September 187 Verdachtsfälle von sexuellen Übergriffen – diese reichten von Berührungen bis zu Vergewaltigungen – gemeldet worden, nach 128 im Gesamtjahr 2016. Darin sind nach Angaben der Bundeswehr aber auch frühere Fälle enthalten, die die Betroffenen erneut gemeldet hätten, weil sie mit dem Umgang nicht zufrieden gewesen seien.