Der AfD-Landesvorstand Sachsen hat den Antrag auf ein Parteiausschlussverfahren gegen den umstrittenen Dresdner Richter und Bundestagsabgeordneten Jens Maier zurückgezogen. Das bestätigte der amtierende Landesvorsitzende Siegbert Droese. Zuvor hatte der Tagesspiegel darüber berichtet.

Der Antrag war noch unter der inzwischen aus der AfD ausgetretenen früheren Bundes- und Landeschefin Frauke Petry beim Bundesschiedsgericht der AfD eingereicht worden. Grund waren unter anderem Äußerungen des 55-jährigen Juristen zur NPD, zu einem angeblichen deutschen "Schuldkult" und der Herstellung von "Mischvölkern" durch Zuwanderung in einer Rede in Dresden. Auf einer Veranstaltung des neurechten Magazins Compact hatte sich Maier zudem über den Massenmörder Breivik geäußert, der "aus Verzweiflung" zum Mörder geworden sei.

Maier hat sich selbst als "kleinen Höcke" bezeichnet und wurde inzwischen in den Bundestag gewählt. Er gilt wie der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke als Vertreter des rechtsnationalen Flügels der Partei.

Die sächsische AfD-Basis hatte im März den damaligen Landesvorstand unter Petry bei einem Parteitag in Weinböhla bereits vergeblich zur Rücknahme des Antrags gegen Maier aufgefordert. "Am Montag wurde beschlossen, dass wir als Landesvorstand dem Beschluss des Parteitages, kein Ausschlussverfahren gegen Maier zu führen, befolgen", sagte Droese.

Der Landesverband Sachsen wird nach dem Austritt mehrere Mitglieder von einem Notvorstand geführt. Auch der Landtagsabgeordnete Carsten Hütter stimmte im Landesvorstand dafür, obwohl er sich stets kritisch zu Maiers Auftritten geäußert hatte.