Kann ein schwarz-gelb-grünes Regierungsbündnis von Dauer sein? Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) glaubt nicht daran. "Wenn Jamaika dazu führt, dass die CSU bei der Landtagswahl in Bayern die Mehrheit verliert, wird sie die Koalition sprengen. Dann werden wir 2019 sehr interessante Neuwahlen haben", sagte Schröder der ZEIT

Sollten die Jamaika-Sondierungen scheitern, empfiehlt er seiner Partei, nicht wieder in eine große Koalition einzutreten. Damit revidiert er seine Aussage wenige Tage nach der Bundestagswahl – damals hatte er kritisiert, die SPD habe sich zu früh auf die Opposition festgelegt. 

Schröder sagte, dass sich die SPD nun nicht in Personaldebatten aufreiben dürfe. "Bei der SPD gibt es gute Leute wie Andrea Nahles und Olaf Scholz", sagt er. "Mich bedrückt, dass einer der Begabtesten, Sigmar Gabriel, nicht die Wertschätzung erhält, die er verdient." 

Schröder äußert sich auch kritisch über seine Partei. Etwa zu ihrem Verhalten in der Flüchtlingskrise. "Unsere Leute sind rumgelaufen mit 'Refugees welcome'-Plaketten. Das war falsch, weil sie nicht wahrgenommen haben, dass damit der Eindruck einer uferlosen Zuwanderung entstehen könnte." Das habe Ängste bei potenziellen Wählern geweckt. "Man hatte viel Herz, aber keinen Plan", sagte Schröder. Viele Flüchtlinge müssten erst alphabetisiert, andere qualifiziert werden. Das werde teuer. Aber wenn des gelänge, "wären diese Leute durchaus hilfreich angesichts des Mangels an Fachkräften".

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