Der Zustand der Hubschrauberflotte der Bundeswehr ist offenbar so mangelhaft, dass die Piloten für ihr Training künftig auf Hubschrauber des ADAC ausweichen müssen. Wie der Spiegel berichtet, sollen Bundeswehrpiloten ab März kommenden Jahres Flugstunden auf zivilen Hubschraubern des Automobilclubs nehmen.

Dem Spiegel-Bericht zufolge hat sich das Bundesverteidigungsministerium mit dem ADAC vertraglich auf 6.500 Flugstunden geeinigt – für einen Preis von insgesamt rund 21 Millionen Euro. Am Truppenstandort Bückeburg in Niedersachsen sollen ab dem Frühjahr Hubschrauberpiloten der Bundeswehr auf zivilen Hubschraubern vom Typ EC 135 für ihre Basisausbildung trainieren oder Flugstunden leisten, um ihre Fluglizenzen zu erhalten.

Die Hubschrauberflotte der Bundeswehr leide unter erheblichen technischen Mängeln. Der erst vor wenigen Jahren eingeführte Militärhubschrauber Tiger, aber auch der Transporthubschrauber NH90 seien von Ausfällen betroffen und stünden für Ausbildungsflüge nicht in ausreichendem Maß zur Verfügung, berichtet die Zeitung. Die militärische Ausbildung solle weiterhin auf den Helikoptern der Bundeswehr stattfinden, den Instrumentenflug sollen die Soldaten jedoch mit ADAC-Hubschraubern üben.