Auf ihrem Bundesparteitag hat die SPD weitere Spitzenfunktionäre gewählt. Generalsekretär wurde der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil aus Munster. Er erhielt in geheimer Wahl 70,63 Prozent der abgegebenen Stimmen, was als mäßiges Ergebnis gilt. In seiner Bewerbungsrede hatte der SPD-Netzpolitiker gesagt, er wolle, "dass die SPD wieder aufrecht und selbstbewusst wird".

Am Vortag hatten die Delegierten ihren Parteichef Martin Schulz mit 82 Prozent im Amt bestätigt. Zu neuen stellvertretenden Parteivorsitzenden wählten sie die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und die bayerische Landesvorsitzende Natascha Kohnen. Dreyer erreichte mit einer Zustimmung von 97,5 Prozent zugleich das mit Abstand beste Ergebnis bei den Wahlen der Stellvertreter von SPD-Chef Martin Schulz. Kohnen kam auf 80,1 Prozent.

Der schleswig-holsteinische Landeschef Ralf Stegner wurde mit nur 61,6 Prozent bestätigt, auch Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz musste einen Dämpfer hinnehmen, er schnitt mit 59,2 Prozent am schlechtesten ab. Als Parteivizes bestätigt wurden auch die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, mit 86,0 Prozent und der hessische Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel mit 78,3 Prozent.

Die bisherige Parteivize Aydan Özoğuz trat nicht mehr an. Bereits im Mai war auch die damalige Ministerpräsidentin Hannelore Kraft als Parteivize zurückgetreten – nach der verlorenen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen.

Auf dem Parteitag stimmten die Delegierten am Donnerstag auch dafür, sich auf Vorgespräche mit der Union für eine mögliche neue große Koalition einzulassen. Der Parteinachwuchs (Jusos) scheiterte – trotz engagierter Redebeiträge – mit einem Antrag, auf eine Regierungsbeteiligung weiter zu verzichten.  

Vom Parteitag twittert ZEIT-ONLINE-Reporterin @lisacaspari.