Die Kölner Polizei hat eine Strafanzeige gegen die stellvertretende AfD-Bundestagsfraktionschefin, Beatrix von Storch, erstellt. Es werde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung geben, sagte eine Polizeisprecherin gegenüber faz.net. Von Storch hat sich am Silvesterabend über einen Tweet der Kölner Polizei aufgeregt, die Neujahrsgrüße in mehreren Sprachen veröffentlicht hat, darunter Arabisch. "Was zur Hölle ist in diesem Land los?", schrieb von Storch. "Wieso twittert eine offizielle Polizeiseite aus NRW auf Arabisch?" Es folgten pauschalisierende und rassistische Beschimpfungen gegen muslimische Männer.

Twitter sperrte die Politikerin daraufhin für zwölf Stunden mit Verweis auf einen "Verstoß gegen Regeln über Hass-Inhalte". Der Tweet ist inzwischen nicht mehr auf von Storchs reaktivierter Twitter-Seite zu finden, sie veröffentlichte allerdings einen Screenshot davon auf Facebook mit den Worten "Mal sehen, ob man das auf Facebook sagen darf". In ihrem Post wiederholte von Storch ihre Aussage, grenzte sie allerdings deutlich ein. In Bezug auf Muslime schrieb sie, dass sie diejenigen meine, wegen denen der Staat für Frauen in der Silvesternacht Schutzzelte eingerichtet habe. Auch dieser Post ist inzwischen nicht mehr online. 

Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel verteidigte auf Facebook von Storch. Sie sprach von einem "Zensurgesetz". Zudem behauptete sie, es gebe eine "Unterwerfung" der deutschen Behörden gegenüber Migranten. Auch von Weidel kamen dabei pauschalisierende Vorwürfe, in diesem Fall aber nicht nur an Muslime gerichtet, sondern an alle Migranten.