Unter dem Motto "Wir haben es satt!" haben in Berlin zahlreiche Bauern und Umweltaktivisten für eine Wende in der Agrarpolitk demonstriert. Laut einer Polizeisprecherin beteiligten sich mehrere Zehntausend Menschen an der Demonstration. Parallel zur Grünen Woche und am Rande der Agrarministerkonferenz wollten die Teilnehmer ein Zeichen gegen die Industrialisierung der Landwirtschaft setzen.

Nach aktuellen Angaben der Veranstalter zogen bei der Demonstration rund 30.000 Menschen durch das Regierungsviertel. Mehr als 100 Bauern begleiteten die Demonstranten mit einem Traktoren-Konvoi. Auf Transparenten hieß es "Wir haben's glyphosatt", "Kein Schwein braucht Tierfabriken" und "Ohne Bienen ist kein Staat zu machen".

Das Demonstrationsbündnis fordert unter anderem ein Verbot des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat. Außerdem rief das Netzwerk die künftige Bundesregierung dazu auf, Reserve-Antibiotika zu verbieten, mehr Mittel für den Umbau der Tierhaltung zur Verfügung zu stellen,sowie faire Marktregeln zum Schutz von Bauernhöfen zu schaffen.

"Es gibt gute Gründe, die Dinge zu verändern: Artensterben, Grundwasserverschmutzung und Billigexporte nach Afrika", sagte Anton Hofreiter, der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, zum Start der Demonstration. Es sei wichtig, dass die Agraropposition aus Biobauern und Landwirten zeige, dass sie sich nicht spalten lasse.

"Die industrielle Land- und Ernährungswirtschaft verursacht lokal und global Probleme für Bauern, Klima, Tiere und Umwelt", sagte der Sprecher des "Wir haben es satt"-Bündnisses, Jochen Fritz. Der Umbau hin zu einer umwelt- und tierfreundlichen Landwirtschaft, in der Bauern gut von ihrer Arbeit leben könnten, dürfe von der Politik nicht weiter aufgeschoben werden, forderte er.

Das Netzwerk Wir haben es satt! wird von rund 50 Organisationen unterstützt, darunter sind Brot für die Welt, der Deutsche Tierschutzbund sowie die Umweltverbände Nabu und Bund.