Nach den verbalen Attacken des AfD-Vorsitzenden von Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, prüft die Türkische Gemeinde in Deutschland rechtliche Schritte. Das sagte der Verbandsvorsitzende Gökay Sofuoglu der Stuttgarter Zeitung. Poggenburg hatte beim politischen Aschermittwoch seiner Partei im sächsischen Nentmannsdorf die Türkische Gemeinde unter anderem als "Kümmelhändler" und "Kameltreiber" bezeichnet.

"Das zeigt das Niveau der AfD"

Die Partei habe "keine Hemmungen, diskriminierende und rassistische Aussagen zu tätigen", sagte Sofuoglu. "Das zeigt das Niveau der AfD."

Poggenburg hatte die Kritik der Türkischen Gemeinde an der geplanten Schaffung eines Heimatministeriums aufgegriffen. Der Politiker sagte wörtlich: "Diese Kümmelhändler haben selbst einen Völkermord an 1,5 Millionen Armeniern am Arsch. Und die wollen uns irgendetwas über Geschichte und Heimat erzählen? Die spinnen wohl! Diese Kameltreiber sollen sich dahin scheren, wo sie hingehören."

Zugleich äußerte Poggenburg Kritik an der doppelten Staatsbürgerschaft, die nichts anderes hervorbringe "als heimat- und vaterlandsloses Gesindel".

Im Januar hatte Noah Becker den sächsischen AfD-Bundestagsabgeordneten Jens Maier wegen eines rassistischen Tweets verklagt; inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft.