Der Ruhestand wäre genau das Richtige für CSU-Chef Horst Seehofer, sagt die Mehrheit der Bayern. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für die Augsburger Allgemeine Zeitung. 62,6 Prozent der Befragten gaben an, dass Seehofer seine politische Karriere beenden sollte. Nur 24,3 Prozent sagten, der 68-Jährige sollte als Bundesminister einer Regierung aus Union und SPD antreten. Zuvor hatte eine repräsentative Umfrage des GMS-Instituts mit 54 Prozent eine höhere Zustimmung für den Wechsel Seehofers in die Bundesregierung ermittelt.

Unter den von Civey Befragten wollen vor allem CSU-Wählerinnen und -Wähler Seehofer nach Berlin schicken: 46,8 von ihnen sprachen sich dafür aus. Gleichzeitig sind aber immer noch 37,6 Prozent der CSU-Anhänger für einen Abschied Seehofers aus der Politik. Bei den Wählerinnen und Wählern anderer Parteien ist eine deutliche Mehrheit für diesen Schritt.  

Bei der Frage, ob die CSU erfolgreich aus den Koalitionsverhandlungen gegangen ist, scheint die bayrische Bevölkerung gespalten. 43,4 Prozent sehen die CSU als Gewinnerin der Verhandlungen, 37 Prozent als Verliererin.

Nach derzeitigem Stand soll Seehofer in einer Koalition aus Union und SPD das Innenressort übernehmen, welches noch um die Bereiche Bauen und Heimat erweitert werden soll. Er war zuvor bereits Mitglied mehrerer Bundesregierungen, zunächst als Gesundheitsminister unter Helmut Kohl. Sein Amt als Landwirtschaftsminister der ersten großen Koalition unter Angela Merkel gab er 2008 ab, um als bayrischer Ministerpräsident antreten zu können.