Der Bundesnachrichtendienst (BND) beteiligt sich offenbar an einer Antiterroraktion der USA gegen den "Islamischen Staat" (IS). Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf eine vertrauliche Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der Fraktion der Linken. Demnach gehört der deutsche Auslandsgeheimdienst seit Oktober der Operation "Gallant Phoenix" an, in deren Rahmen Informationen über IS-Kämpfer in Syrien und dem Irak gesammelt werden. 

Insgesamt sollen 22 Länder an der Operation beteiligt sein. Sie wird dem Bericht zufolge vom US-amerikanischen Joint Special Operations Command von einer Militärbasis in Jordanien aus gesteuert. Aufgabe der Mission ist unter anderem die Auswertung von Dokumenten, Datenträgern, DNA-Spuren und Fingerabdrücken, die Spezialkräfte in ehemaligen IS-Gebieten sichergestellt haben.

Der BND und die Bundeswehr wollten laut Spiegel schon länger, dass sich Deutschland an diesem Informationsaustausch beteiligt. Sie hielten das für nötig, um der Terrorgefahr durch IS-Rückkehrer zu begegnen.

Die Bundesregierung soll 2016 ein Angebot der USA abgelehnt haben, Teil des Projekts zu werden. Nach der NSA-Affäre wollte man aber zunächst nicht mit den Amerikanern kooperieren. Laut Spiegel fürchtete die Bundesregierung damals einen weiteren Geheimdienstskandal, wenn eine neue Kooperation bekannt gegeben worden wäre. Eine Weitergabe von umfassenden Dossiers über deutsche Dschihadisten an die USA sei von der geltenden Rechtslage nicht gedeckt, hieß es damals.