Neben Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange will sich auch Dirk Diedrich als Kandidat aufstellen lassen, um SPD-Chef zu werden. Als Begründung für seine Bewerbung führte der stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbands Dithmarschen an, die SPD-Führung auf diese Weise zu einer Auseinandersetzung mit den Wünschen der Basis zu bewegen.

Er erinnerte daran, dass auch die Ortsvereine ein Vorschlagsrecht für mögliche Kandidatinnen und Kandidaten hätten. Wenn diese "mich oder einen der tausend anderen fähigen Menschen" vorschlügen, müsse die Spitze beim Parteitag "in den Diskurs mit den Delegierten kommen", sagte er.

Diedrich hat zuletzt die Entscheidung der Parteispitze kritisiert, Andrea Nahles ohne Einbindung der Basis als Nachfolgerin für den scheidenden Parteichef Martin Schulz zu nominieren und bei einem Sonderparteitag im April als Kandidatin vorzuschlagen. Dies habe nichts mit der angekündigten Erneuerung der SPD zu tun. "Die Kür einer Einzelbewerberin erinnert an das, wie es immer war."

Diedrich lebt in Heide und arbeitet als Berufsschullehrer. Er hat bereits vor der Entscheidung der Parteiführung für eine Nominierung von Nahles ohne Urwahl durch die Basis angekündigt, in diesem Fall anzutreten.

Die Spitzengremien der SPD haben am Dienstag beschlossen, die Rheinland-Pfälzerin Nahles als ihre Kandidatin ins Rennen zu schicken. Bis zum Sonderparteitag soll Parteivizechef Olaf Scholz die SPD kommissarisch führen. Zuvor hatte  Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange ihre Kandidatur für den Parteivorsitz bekannt gegeben. Die 41-Jährige frühere Landtagsabgeordnete sagte, eine von der Parteispitze ohne Diskussionen mit der Basis festgelegte Einzelkandidatur von Nahles könne kein Zeichen für einen "Aufschwung oder einen Neuanfang" sein.