Die Spitze der Berliner Piratenfraktion wird definitiv nicht mehr mit Christopher Lauer besetzt sein. Der Fraktionschef werde zu der für Dienstag geplanten Vorstandswahl nicht antreten, berichtete der Tagesspiegel in der Hauptstadt.

Die beiden Vorsitzenden Lauer und Andreas Baum sowie der parlamentarische Geschäftsführer Heiko Herberg wollten sich demnach ursprünglich als Trio zur Wiederwahl stellen. Baum hatte bereits vor gut einer Woche seine Kandidatur zurückgezogen, nun verzichtet auch Lauer.

Hintergrund seines Verzichts könnten der Ärger und die Anfeindungen sein, denen Lauer im Zusammenhang mit seiner Freundin ausgesetzt war. Vor Wochen war bekannt geworden, dass Lauer mit der Tochter der Pressesprecherin der Fraktion liiert ist. Sie ist zudem persönliche Mitarbeiterin der Abgeordneten Susanne Graf.

Beide Arbeitsverhältnisse bestanden aber bereits, bevor sich Lauer und seine Freundin auf einer Weihnachtsfeier näher kamen.

Am Freitagabend vor Pfingsten hatte Lauer zu einer Pressekonferenz geladen und sich gegen den Vorwurf der Vetternwirtschaft verteidigt. Weitere Vorwürfe und interne Aussprachen waren die Folge. Der Konflikt innerhalb der Fraktion war bisher aber nicht zu beseitigen. 

Als Nachfolger kommt nach Einschätzung des Tagesspiegel nur Oliver Höfinghoff infrage, der nach Baums Rückzug und mit dessen Unterstützung seine Kandidatur erklärt hatte.