Abgeordnetenhaus BerlinLauer gibt Vorsitz der Piraten-Fraktion auf

Der Berliner Piratenpolitiker Lauer verzichtet einen Tag vor der Vorstandswahl auf eine Wiederkandidatur. Anlass könnte der Ärger um Jobs in der Fraktion sein.

Die Spitze der Berliner Piratenfraktion wird definitiv nicht mehr mit Christopher Lauer besetzt sein. Der Fraktionschef werde zu der für Dienstag geplanten Vorstandswahl nicht antreten, berichtete der Tagesspiegel in der Hauptstadt.

Die beiden Vorsitzenden Lauer und Andreas Baum sowie der parlamentarische Geschäftsführer Heiko Herberg wollten sich demnach ursprünglich als Trio zur Wiederwahl stellen. Baum hatte bereits vor gut einer Woche seine Kandidatur zurückgezogen, nun verzichtet auch Lauer.

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Hintergrund seines Verzichts könnten der Ärger und die Anfeindungen sein, denen Lauer im Zusammenhang mit seiner Freundin ausgesetzt war. Vor Wochen war bekannt geworden, dass Lauer mit der Tochter der Pressesprecherin der Fraktion liiert ist. Sie ist zudem persönliche Mitarbeiterin der Abgeordneten Susanne Graf.

Beide Arbeitsverhältnisse bestanden aber bereits, bevor sich Lauer und seine Freundin auf einer Weihnachtsfeier näher kamen.

Am Freitagabend vor Pfingsten hatte Lauer zu einer Pressekonferenz geladen und sich gegen den Vorwurf der Vetternwirtschaft verteidigt. Weitere Vorwürfe und interne Aussprachen waren die Folge. Der Konflikt innerhalb der Fraktion war bisher aber nicht zu beseitigen. 

Als Nachfolger kommt nach Einschätzung des Tagesspiegel nur Oliver Höfinghoff infrage, der nach Baums Rückzug und mit dessen Unterstützung seine Kandidatur erklärt hatte.

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Leserkommentare
    • TDU
    • 10. Juni 2013 15:49 Uhr

    Offenheit und Transparenz die nicht nur Eindeutiges aber nicht unbedingt Rechstwidriges produziert, scheinen bei den Piraten scheinbar auch gerne genutzt zu werden, unliebsame Kandidaten los zu werden. So nach dem Grundsatz: bei Einigen lassen wir nur buchstabengetreues durchgehen.

    Aber das ist im Grunde nichts anderes als in der Bevölkerung. Einige Sympathische dürfen mehr, manche sind gleicher weil Unsympathische ungleich sind.

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  1. 2. Schade

    Von Herrn Lauer hätte ich gerne noch mehr gehört. Ich bin auch der festen Überzeugung, dass er sich noch gut in der deutschen Politik hätte einbringen können. Rhetorisch hab ich ihn wirklich positiv in Erinnerung. Auch wenn ich nicht mit allen seinen Positionen einverstanden war.

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    ...ist noch jung. Taktisch vermutlich kein schlechter Schritt.

    Nur dass ich auch noch die Positionen unterschreiben würde... nebenbei: eine der sinnvollsten und realistischen ziele der piraten ist der kostenlose Nahverkehr! Die partei die das umsetzen will wähle ich sofort.

    Wenn man sich einen Eindruck von der politischen Arbeit eines Piraten-Abgeordneten machen will, kann man in Youtube nach Redebeiträgen im Landtagsplenum suchen, in diesem Fall z.B. nach "AGH Lauer" (AGH: Abgeordnetenhaus). Die sind 2..10 Minuten lang und recht informativ.

    Auch die Fraktionen in Kiel, Düsseldorf, Saarbrücken laden regelmäßig die Redebeiträge hoch.

    Zitat: Rhetorisch hab ich ihn wirklich positiv in Erinnerung...

    Ernsthaft? Also ich bin selber Pirat und frage mich gerade ob das Ironie sein soll...

  2. Lauer bei Stuckrad Barre, angesprochen auf seine Meinung zu den sog. "Schlecker-Frauen", die gerade ihre Jobs verloren haben:

    "Schlecker, Schlecker, also ich geh ja eher zu Rossmann".

    Dass man einen solche Typen zum Fraktionsvorsitzenden wählt, sagt eigentlich alles über diese Partei.

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    Gerade solche Aussagen haben mir Herrn Lauer eigentlich erst sympathisch gemacht. Allein dieses Wort "Schlecker-Frauen" wurde ja nun zur Genüge von allen politischen Seiten verwendet. Ich weiß ja nicht wie es Ihnen geht, aber für mich war das nur ein Ausdruck Lauer's dafür, dass viele andere Politker nicht mehr an Grundkonzepten arbeiten, bzw. diese neu erarbeiten.

    Stattdessen hält man sich an aktuellen Medien-Spektakeln, wie z.B. dem Schlecker-Fall, auf und versucht nur die eigene Partei in das bestmögliche Licht zu rücken. Langfristige und vor allem lösungsorientierte Politik sieht halt anders aus. Die zermürbt den Einzelnen oft.

  3. sind interne Streitereien in Kombination mit Aufgabe von Ämtern.

    Da krankt ja Die Linke leider schon ewig dran, obwohl die Streitigkeiten dort bereits einen Bart haben und man dort inzwischen sehr, sehr gute Arbeit leistet.

    Schade.
    Ich würde beiden viel mehr Prozente wünschen.

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    • Kalef
    • 10. Juni 2013 16:17 Uhr

    Seit wann tragen diese Streitigkeiten jetzt genau einen Bart?
    Das kann doch höchstens ein bisschen Flaum sein...

  4. Nicht gerade fair der Partei und den WählerInnen gegenüber - aber besser spät als zu spät.

    Warum verzichtet Andreas Baum auf eine erneute Kandidatur?

    2 Leserempfehlungen
  5. Gerade solche Aussagen haben mir Herrn Lauer eigentlich erst sympathisch gemacht. Allein dieses Wort "Schlecker-Frauen" wurde ja nun zur Genüge von allen politischen Seiten verwendet. Ich weiß ja nicht wie es Ihnen geht, aber für mich war das nur ein Ausdruck Lauer's dafür, dass viele andere Politker nicht mehr an Grundkonzepten arbeiten, bzw. diese neu erarbeiten.

    Stattdessen hält man sich an aktuellen Medien-Spektakeln, wie z.B. dem Schlecker-Fall, auf und versucht nur die eigene Partei in das bestmögliche Licht zu rücken. Langfristige und vor allem lösungsorientierte Politik sieht halt anders aus. Die zermürbt den Einzelnen oft.

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    Antwort auf "Eitelkeit und Leere "
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    Ihre Meinung kann ich nur schwer nachvollziehen.

    Was ich Lauers Aussage und seinem gesamten Auftritt bei Stuckrad Barre (peinlich berührt) erkannte, war eine starke Neigung zur Selbstverliebtheit (für die ich in der ganzen Sendung beim besten Willen keinen Anhaltspunkt finden konnte) gepaart mit einer (leichten) Neigung zum Autismus.

    Nicht dass Sie mich falsch verstehen, ich habe nichts gegen den Eigenbrödler mit dem Chemiebaukasten dort hinten in der letzten Bank des Klassenzimmers, doch ich habe nie das Bedürfnis vespürt, ihn zum Klassensprecher zu wählen.

    Und - eigentlich noch interessanter - er hat sich selbst soweit begriffen, dass er erst gar nicht auf die Idee gekommen wäre, sich zur Wahl zur stellen. Denn um politisch wirken zu wollen, muss man sich eben auch für etwas anderes interessieren als nur für sich selbst.

    Dass solche Leute heutzutage gehypt werden, hat eigentlich bloß etwas mit unserer sensationslüsternen Medienwelt zu tun.

    Da diese aber sehr schnell und sehr hungrig ist, werden die Lauers mitsamt Anhang auch bald wieder von der Bildfläche verschwinden und zwar dahin, wo sie hergekommen sind - hinter ihre Chemiebaukästen, respektive ihre Computer mit den vielen bunten Spielchen drin.

    • Kalef
    • 10. Juni 2013 16:17 Uhr

    Seit wann tragen diese Streitigkeiten jetzt genau einen Bart?
    Das kann doch höchstens ein bisschen Flaum sein...

  6. Wenn ich ehrlich bin dachte ich, Christopher Lauer wäre von seinem Posten schon zurückgetreten. Ich habe überhaupt keine Überblick mehr über die Politiker von den Piraten. In der Partei scheint gefühlt(!) jede Woche irgendjemand zurückzutreten oder weggemobbt zu werden.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, tst
  • Schlagworte Geschäftsführer | Tagesspiegel | Vorstandswahl | Hauptstadt | Konflikt
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