Berliner Mauer

Bunt betonierte Geschichte

Vom ehemaligen Westberlin aus dokumentierte der Fotograf Armin Lindauer in den achtziger und neunziger Jahren die interessantesten Teile der Mauer. Für Westberliner Sprayer war die sechs Meter hohe Betonmauer, die sich 168 Kilometer lang durch Berlin wand, eine perfekte Kulisse für Graffitis, Parolen und Systemkritik. Lindauer fotografierte vor allem die Sprühwerke, die weniger aus künstlerischem, sondern politischem Beweggrund entstanden. Der "East Side Gallery", dem beliebten Anlaufpunkt für geschichtsbewusste Touristen, widmet Lindauer nur ein einziges Bild. Ihn reizten Parolen gegen die "Pershing"-Raketen, gemalte Schlupflöcher und andere Mauermotive, die mit den Jahren immer brisanter und auch farbenfroher wurden. 20 Jahre nach dem Mauerfall ist durch die Aneinanderreihung dieser Aufnahmen zu Panoramen im Seitenverhältnis von 6:1 ein ungewöhnliches Dokument der Zeitgeschichte entstanden. Grundrisse und Karten im Anhang vermitteln zudem die räumliche Einordnung der einzelnen Mauerabschnitte.

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