Skifahren in Utah Traumpisten und goldene Wasserhähne
Den "besten Schnee der Welt" soll es angeblich in Utah geben. Bernd Loppow und Uwe Jean Heuser haben sich auf einer ZEIT-Reise auf die Suche gemacht. Tag 5: Deer Valley.
© Bernd Loppow

Die Pisten machen dem Luxusstatus von Deer Valley alle Ehre
Skifahren in den USA: Kein Drängeln an den Liften, keine Ellenbogenchecks, Lift- und Servicepersonal, das den Gästen aus Europa mit strahlendem Lächeln einen fantastic day wünscht, als hätten die jungen ski bums mit ihren Acht-Dollar-Jobs nur auf einen gewartet. Heute sind wir in Deer Valley, einem Ort, in dem Service besonders groß geschrieben wird.
Schlangen am Sessellift gibt es hier nicht, die Zahl der Skifahrer in Deer Valley ist limitiert, und Snowboarder sind gar nicht erst zugelassen. Deer Valley ist eine der exklusivsten amerikanischen Skistationen. Deer Valley gehört zur Gemeinde von Park City, hält sich aber abseits, so gut es geht. Es wäre ein Leichtes, die beiden Skigebiete zu verbinden, sind die Bergstationen der Lifte doch zum Teil nur durch Rufweite voneinander entfernt. Doch die Edel-Enklave sträubt sich, weil dann auch die ungeliebten Boarder kämen – und wohl auch, weil dann zu viele normale Skiläufer den Schönen und den Reichen in die Quere kämen.
Die erste Abfahrt führt vorbei an luxuriösen Holzhäusern mit Villencharakter, die direkt an der Piste liegen. Sie gehören Schauspielern, Filmagenten und reichen Geschäftsleuten und sind nur wenige Wochen im Jahr bewohnt. Im ganzen Gebiet sind solche Häuser aus Holz oder Natursteinen zu sehen – Skifahren bis auf die eigene Terrasse, jedenfalls für die, die es sich leisten können.
Der Schnee ist gut hier oben und die Sonne taucht das Skigebiet in glitzerndes Licht. Die Pisten machen dem Luxusstatus von Deer Valley alle Ehre. Sie werden perfekt gepflegt und erlauben herrliche Carvingschwünge. Viele Hänge fallen nach Norden ab, sind also geschützt vor allzu viel Sonne. Fünf Berge umfasst die Skitour durch das Gebiet von Deer Valley. Wir fangen im Osten an mit einer langen und steilen Abfahrt. Wieder oben angelangt, genießen wir den weiten Panoramablick auf die Bergmassive weiter südlich.
Sundance ist da in der Ferne zu sehen, das kleine Skigebiet von Robert Redford, dem Schauspieler und Gründer des alljährlichen Sundance Filmfestivals in Park City. Ebenso der nahe gelegene See, auf dem die Bürger im Sommer Wasserski fahren oder angeln. Dann arbeiten wir uns langsam nach Westen vor, Abfahrt um Abfahrt, Lift um Lift. Schließlich kommen wir an die westliche Grenze des Gebietes, gleich dahinter, nur wenige hundert Meter entfernt beginnen die Abfahrten des Park City Ski Resorts. Wir fahren kurz ab, dann durch den Wald und sind nach kurzem Aufstieg auf dem Bergkamm über den ten shoots, den zehn Steilhängen in Waldschneisen und zwischen Felsen, die da ins Tal fallen. Wir nehmen shoot Nummer zehn. Auch hier hat sich der Schnee gut gehalten, es ist ein Vergnügen, zwischen den Baumstämmen seine eigene Route zu suchen.

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Lunchtime auf der Sonnenterrasse der Silver Lodge – hundert Meter weiter oben brennt noch immer die olympische Flamme. Am Buffet schwärmen die Skifahrer von den gepflegten Pisten, die so viel mehr Platz bieten als viele Skigebiete der Alpen. Auch die Toiletten der Silver Lodge rufen Begeisterung hervor: "Das gibt’s doch gar nicht. Waschtresen aus Marmor, goldene Wasserhähne, das ist echter Luxus."
Am Nachmittag fahren wir drei wunderbare und schwere Abfahrten auf der Ostseite, oben hart, unten weich und sulzig. Kilometerlang schwingen wir, ohne zu stoppen. Es wird uns unter den Skijacken ziemlich warm. Unser Skitag endet auf der Sonnenterrasse der Lodge an der Talstation. Wir stoßen mit einem Bier auf einen herrlichen Skitag an, teilen uns einen großen Teller Nachos und schauen im Licht der Nachmittagssonne auf die Berge.
- Datum 21.10.2009 - 17:47 Uhr
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- Serie Skifahren Utah
- Quelle ZEIT ONLINE
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