Skifahren in Utah Himmlische Abfahrten im Teufelsschloss

Den "besten Schnee der Welt" soll es angeblich in Utah geben. Bernd Loppow und Uwe Jean Heuser haben sich auf einer ZEIT-Reise auf die Suche gemacht. Tag 9: Alta.

Wie im Bilderbuch...

Wie im Bilderbuch...

Das Beste kommt zum Schluss? Jedenfalls haben wir uns zum Finale eines der am höchsten gerühmten Skigebiete in Utah ausgesucht: Alta, nur einen Berg weiter taleinwärts als Snowbird. Die Sonne scheint, es ist klirrend kalt, Schneekristalle flirren durch die Luft. Wir fahren hinauf in alten, bügellosen Sesselliften, und vor uns entfaltet sich das Gebirge in mehreren bewaldeten Hügelketten, begrenzt von drei Bergkämmen, die einen herrlichen Abschluss bilden.

Es ist schön hier, aber das ist im Moment nicht so interessant. Oben am Lift stehen bereits die ersten Tiefschneefreaks an. Die Pistenwacht hat Lawinen mit kleinen Sprengsätzen abgeschossen und alle hoffen, dass gleich das Off-Piste-Gebiet Devil’s Castle aufgemacht wird. Am Einstieg in das felsige Halbrund bildet sich eine wachsende Schlange. Wir reihen uns ein, steigen langsam auf und hinter einer scharfen Kurve öffnet sich Devil’s Castle mit einem Kilometer voller Abfahrtsmöglichkeiten.

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Einige könne es nicht erwarten und stürzen sich gleich in den Tiefschnee, dort, wo es nicht so steil und kein Aufstieg mehr notwendig ist. Aber wir sind mit unserer Bergführerin Jean McMahon unterwegs. Sie kam vor 35 Jahren hierher und ging nicht mehr zurück in ihre Heimat an der Ostküste. Jean liebt Alta, und sie kennt hier jeden Flecken. Wir gehen weiter, gleich unterhalb der schroffen Felsen entlang, vor uns lichtet sich die Schlange der Skifahrer. Und schließlich, nach guten zwanzig Minuten Marsch und einem letzten Anstieg, stehen wir fast am Ende des Gebietes, über uns und neben uns eine Felsmauer, die ihren Schatten auf den unter uns liegenden Hang wirft. "Hier ist der Schnee am besten", sagt Jean. Und er ist unberührt, weil so gut wie niemand den ganzen Weg bis hierher gegangen ist. Wir ruhen uns einen Moment aus, sondieren mit den Augen den Weg hinunter, der uns am schönsten scheint.

Dann der erste Schwung, der Schnee fliegt auf, der Untergrund ist fest und weich zugleich. Das ist es, besser geht das Skifahren nicht als in diesem Schneeloch, wo die Sonne kaum hinkommt. Ein Schwung folgt dem Nächsten, das perfekte Vergnügen. Nach der ersten Abfahrt kommt eine kleine flache Passage, dann noch eine Abfahrt und noch eine. Tiefschneefahren wie im Bilderbuch. Wir sind glücklich, Jean ist es auch.

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