Skifahren in Utah Himmlische Abfahrten im TeufelsschlossSeite 2/2
Dann nehmen wir das nächste Gebiet in Angriff, den "Ballroom" auf der anderen Seite des Sugarloaf-Liftes. Die Einheimischen übersetzen Alta auch mit "another long traverse again", noch eine lange Traverse. Das Gebiet mit seinen lang gezogenen Bergkämmen ist eben so beschaffen – und ein bisschen Anstrengung vor dem Erfolg muss manchmal einfach sein. Schließlich finden wir auch im Ballroom eine noch frische Abfahrt und fahren einmal mehr jauchzend und rufend hinunter.

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Unten am Lift im Tal sind wir mit Bill Kerig verabredet, einem ehemaligen Skiprofi und Autor eines Buchs über Extremskifahren. Bill will uns die "guten Sachen" zeigen. Zuallererst die Abfahrt, die man in Alta gefahren sein muss: High Rustler. Dafür müssen wir eine haarsträubende Traverse fahren, durch extrem steiles Gelände. Dann liegt die enge Abfahrt, eingegrenzt durch hohe Felsen – nein, nicht vor uns, das kann man nicht sagen. Sie liegt unter uns. Die ersten Schwünge sind schwer in dem steilen und teilweise etwas eisigen Gelände. Doch im unteren Teil überwiegt der Tiefschnee und wir werden schneller. Von unten schauen wir schließlich auf das, was wir da bewältigt haben. Sieht nicht schlecht aus.
Nach dem Essen zeigt uns Bill die andere Seite des Gebiets, Supreme. Auch hier findet er eine besondere Abfahrt, steil, bucklig, eng. Nun wollen wir aber wieder leichtere Hänge mit nett zu fahrendem Tiefschnee. Bill steigt mit uns auf die halbe Höhe des Mount Baldy, wo der Schnee noch unbefahren ist. Und jetzt? Devil’s Castle schließt gerade. Was können wir noch machen? Obwohl die Beine nach Erholung lechzen und die Kehle nach einem Après Bier, lassen wir uns von Bill noch einmal mitziehen. Erst in den Ballroom, dann wieder rauf mit dem Wildcat-Lift. Ein kleiner, aber harter Aufstieg, und vor uns liegen wieder flauschig-weiche Tiefschneeschwünge. "Die müsst ihr aber jetzt bezahlen", sagt Bill. Und tatsächlich folgt wieder eine dieser kaminengen, eisigen Abfahrten, die unsere Oberschenkel fast kollabieren lassen. Noch einmal hinauf, und dann über mehrere Traversen und Tiefschneefahrten zurück zur Talstation, wo wir am Morgen gestartet sind.
Bill und Jean, wir danken Euch. Wir sind Alta-Fans, man kann es nicht anders sagen. Was allerdings noch schöner wäre: Ach, wären hier doch nicht so viele gute und wilde Tiefschneefahrer. Nicht nur, dass sie auf den Traversen drängeln, auch wenn es unter uns 500 Meter in die Tiefe geht. Nein, schlimmer noch, sie sorgen dafür, dass der schöne Schnee blitzschnell kaputt gefahren ist, wenn wieder ein neues Teilgebiet freigegeben wird. Und man möchte ihn doch möglichst lange für sich haben.
- Datum 21.10.2009 - 17:43 Uhr
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- Serie Skifahren Utah
- Quelle ZEIT ONLINE
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