Weltreise "Wir wollen fahren, bis wir 90 sind!"Seite 3/3

 ZEIT ONLINE: Warum machen Sie das, was treibt Sie an?

Liliana Schmid: Wenn wir monatelang um Bewilligungen für bestimmte Länder kämpfen, fragen wir uns manchmal: Warum gehen wir nicht an einen Ort, wo es einfacher ist? Aber die Weltreise haben wir nie angezweifelt. Wenn man zu schnell reist, wird man reisemüde. Aber wir haben Zeit, um unsere Erlebnisse zu verkraften. Außerdem treibt uns die Neugier. Uns interessiert immer noch, was um die nächste Ecke ist.

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Emil Schmid: Es gibt zwei Herangehensweisen an so eine lange Weltreise: Entweder man kehrt immer wieder an bestimmte Orte zurück – Chile lieben wir, Argentinien, Bolivien, das ist ein gutes Gebiet, dahin würde ich noch mal zurückgehen. Aber es hat sich sicher auch sehr verändert – Tourismus, Regulierungen, Verbote. Wir sind ein zweites Mal nach Thailand gefahren und waren total enttäuscht. Unsere Philosophie ist daher, nicht ein zweites Mal hinzufahren, um nicht enttäuscht zu werden. Das treibt uns zu immer neuen Destinationen, aber die werden langsam knapp.

ZEIT ONLINE: Gibt es nach 25 Jahren auf Rädern eine Bilanz?

Liliana Schmid: Die Welt ist nicht so schlecht, wie sie oft gemacht wird. Wir treffen fast ausschließlich nette Menschen.

ZEIT ONLINE: Zurück in die Schweiz steht nicht auf dem Plan?

Emil Schmid: Nein. Da können wir mit unserer Rente gar nicht mehr leben, da werden wir zum Sozialfall. Wenn wir können, fahren wir durch, bis wir 90 sind.

 
Leser-Kommentare
    • Guido3
    • 14.10.2009 um 9:53 Uhr

    Diese Erde ist so abgefahren schön; ich kann die Ansichten der Schmids zu 100% nachvollziehen. Gerade auch die Liebe zu Afrika und zur Wüste. Viele Menschen betreten in ihrem Leben zwar mal den afrikanischen Kontinent, aber fast alle davon landen in einem Touristensilo in Hurghada, Agadir, Sharm-El-Sheik oder Djerba. Afrika ist das nicht. Nur etwa 5% der Deutschen lernen in ihren Leben mal das echte (Schwarz-)Afrika kennen; z.B. Länder wie Botswana.

    Die meisten Menschen in Deutschland arbeiten von früh bis spät und von dem erarbeiteten Geld werden dann Dinge wie ein Flachbildfernseher, ein iPhone oder Markenschuhe von Nike gekauft. Man meint in diesen materiellen Dingen Befriedigung zu finden und sich so Glück zu kaufen. Geld für Reisen durch Afrika u.ä. bleibt dann vermeintlich nicht. Man funktioniert letztlich in seiner gesellschaftlich zugedachten Rolle als Konsument.

    Aber was macht ein Leben wirklich reich (abgesehen von Kindern)? Woran wird man sich erinnern, wenn man in 30 oder 40 Jahren auf sein Leben zurückblickt? Das man 2009 ein iPhone hatte? Wohl kaum. An das unglaubliche Erlebnis mit Elefanten in den Makgadikgadi Pans? An die Nacht in der Kalahari als einziger Mensch im Umkreis von 50km unter unfassbaren südlichen Sternenhimmel? Garantiert.

    Reisen ist so unheimlich sinnstiftend - wohlgemerkt Reisen und nicht Pauschalurlauben. Und es schärft den Blick für die Zustände daheim. Man lernt vieles schätzen, über das andere nur meckern, weil man Anderes kennt.

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    Leider haben Sie mit Ihrem zweiten und dritten Absatz so schrecklich recht...

    Ich muss diesem Kommentar vollkommen recht geben. Wobei ich aber nochmal unterstreichen möchte, dass allein reisen nochmal in meinen Augen, obwohl ich es nicht unbedingt jedem Geschlecht ans Herz legen möchte, wirklich das optimale ist um Land und Leute näher kennen zu lernen. Ich selbst bin schon durch Afrika und Asien getrampt. Und war auf den reisen oft alleine, und habe so eine wie schon GUIDO3 meinte völlig neue Perspektive auf die Welt bekommen. Viele meinen das es immer an dem finanziellen hapert, dass kann ich nicht bestätigen. Ich bin ohne die Visa Gebühren mit einzuberechnen in 1 Monat und 3 Wochen von Deutschland nach Indien für 85 Euro gereist. Hier passt das Sprichwort: "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!"

    Sie haben mich an meinen letzten Urlaub erinnert:
    An die Nacht in der Kalahari als einziger Mensch im Umkreis von 50km unter unfassbaren südlichen Sternenhimmel
    Bei uns war's nun die Namib gewesen, aber die Erfahrung ist dieselbe, ich werde diese Eindrücke nie im Leben vergessen. Man bekommt dabei schon fast religöse Gefühle. Auch wegen der absoluten Stille. Man hört einfach nichts. Man wird sozusagen geerdet, gerade wenn man aus diesen Hamsterrad Arbeit, Termine, Stress, diesem rastlosen Ameisenhaufen kommt und sich in eine völlig andere Welt fallen lassen kann. Wir hatten aber auf unserer Reise auch ein Haus für AIDS-Waisen besucht und ein paar Lebensmittel, Geschenke usw. hingebracht, und der Besuch bei den Kindern war dann wiederum buchstäblich zum Heulen. Aber auch solche Erfahrungen sind wichtig, um das Bild rund zu machen.
    Leider hätte ich viel zu viel Angst, außerhalb Europas allein zu reisen, das wäre für mich dann auch wieder nur Stress, darum beneide ich die Männer sehr um diese Freiheit.

    "Guido3" hat mir mit seiner Antwort aus der Seele gesprochen.

    Ich erinnere mich sehr gut, wie ich nach 6 Monaten Weltreise in meine Heimatstadt zurückgekehrt bin und meine Freunde noch am ersten Abend nach meiner Rückkehr über die Vor- und Nachteile bestimmter Mobiltelefontypen und -eigenschaften diskutiert haben.

    Nach 6 Monaten und unendlich vielen neuen Eindrücken, Bekanntschaften & Erfahrungen, kam mir die Diskussion vor wie eine Farce.

    Setzen wir unsere Prioritäten nicht falsch, wenn wir stundenlang die Vorzüge von Bluetooth und GPRS diskutieren müssen?

    Müsste es uns nicht erstaunen, dass die Leute um so mehr lachen und strahlen, desto ärmer sie monetär gestellt sind?

    Ganze 6-8 Wochen hat es gedauert, bis ich wieder ein kleines Konsumkind geworden bin und mich daran gewöhnt hatte nicht mehr nur die drei T-Shirts im Rucksack als Kleiderauswahl zu haben, sondern aus dem schier unerschöpflichen Fundus meines Kleiderschrankes wählen zu dürfen.

    Fazit: Ich glaube nicht, das wir unsere Eindrücke "von unterwegs" konservieren können und wirklich 1:1 in unser Leben "hier" implementieren können - schließlich schmeckt der Rotwein den man Abends auf der Terasse während des Sonnenuntergangs in der Toskana trinkt niemals so, wie die Flasche, die man als Erinnerung mit nach Hause gebracht hat....ABER - wir können versuchen die Erfahrungen die wir auf unseren Reisen gemacht haben ein Stück weit als Bestandteil unseres Alltages zu integrieren... jeder auf seine Weise...

    Leider haben Sie mit Ihrem zweiten und dritten Absatz so schrecklich recht...

    Ich muss diesem Kommentar vollkommen recht geben. Wobei ich aber nochmal unterstreichen möchte, dass allein reisen nochmal in meinen Augen, obwohl ich es nicht unbedingt jedem Geschlecht ans Herz legen möchte, wirklich das optimale ist um Land und Leute näher kennen zu lernen. Ich selbst bin schon durch Afrika und Asien getrampt. Und war auf den reisen oft alleine, und habe so eine wie schon GUIDO3 meinte völlig neue Perspektive auf die Welt bekommen. Viele meinen das es immer an dem finanziellen hapert, dass kann ich nicht bestätigen. Ich bin ohne die Visa Gebühren mit einzuberechnen in 1 Monat und 3 Wochen von Deutschland nach Indien für 85 Euro gereist. Hier passt das Sprichwort: "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!"

    Sie haben mich an meinen letzten Urlaub erinnert:
    An die Nacht in der Kalahari als einziger Mensch im Umkreis von 50km unter unfassbaren südlichen Sternenhimmel
    Bei uns war's nun die Namib gewesen, aber die Erfahrung ist dieselbe, ich werde diese Eindrücke nie im Leben vergessen. Man bekommt dabei schon fast religöse Gefühle. Auch wegen der absoluten Stille. Man hört einfach nichts. Man wird sozusagen geerdet, gerade wenn man aus diesen Hamsterrad Arbeit, Termine, Stress, diesem rastlosen Ameisenhaufen kommt und sich in eine völlig andere Welt fallen lassen kann. Wir hatten aber auf unserer Reise auch ein Haus für AIDS-Waisen besucht und ein paar Lebensmittel, Geschenke usw. hingebracht, und der Besuch bei den Kindern war dann wiederum buchstäblich zum Heulen. Aber auch solche Erfahrungen sind wichtig, um das Bild rund zu machen.
    Leider hätte ich viel zu viel Angst, außerhalb Europas allein zu reisen, das wäre für mich dann auch wieder nur Stress, darum beneide ich die Männer sehr um diese Freiheit.

    "Guido3" hat mir mit seiner Antwort aus der Seele gesprochen.

    Ich erinnere mich sehr gut, wie ich nach 6 Monaten Weltreise in meine Heimatstadt zurückgekehrt bin und meine Freunde noch am ersten Abend nach meiner Rückkehr über die Vor- und Nachteile bestimmter Mobiltelefontypen und -eigenschaften diskutiert haben.

    Nach 6 Monaten und unendlich vielen neuen Eindrücken, Bekanntschaften & Erfahrungen, kam mir die Diskussion vor wie eine Farce.

    Setzen wir unsere Prioritäten nicht falsch, wenn wir stundenlang die Vorzüge von Bluetooth und GPRS diskutieren müssen?

    Müsste es uns nicht erstaunen, dass die Leute um so mehr lachen und strahlen, desto ärmer sie monetär gestellt sind?

    Ganze 6-8 Wochen hat es gedauert, bis ich wieder ein kleines Konsumkind geworden bin und mich daran gewöhnt hatte nicht mehr nur die drei T-Shirts im Rucksack als Kleiderauswahl zu haben, sondern aus dem schier unerschöpflichen Fundus meines Kleiderschrankes wählen zu dürfen.

    Fazit: Ich glaube nicht, das wir unsere Eindrücke "von unterwegs" konservieren können und wirklich 1:1 in unser Leben "hier" implementieren können - schließlich schmeckt der Rotwein den man Abends auf der Terasse während des Sonnenuntergangs in der Toskana trinkt niemals so, wie die Flasche, die man als Erinnerung mit nach Hause gebracht hat....ABER - wir können versuchen die Erfahrungen die wir auf unseren Reisen gemacht haben ein Stück weit als Bestandteil unseres Alltages zu integrieren... jeder auf seine Weise...

  1. 2.

    Leider haben Sie mit Ihrem zweiten und dritten Absatz so schrecklich recht...

    • Yadgar
    • 14.10.2009 um 14:08 Uhr

    ...wenn man viel Glück hat! Dass man vom Pauschalurlaub in aller Regel keine neuen Erkenntnisse über die Welt, das Leben und den Menschen mitbringt, trifft sicherlich zu. Aber auch monate-, jahre- oder gar jahrzehntelange In-der-Welt-Herumflipperei in Globetrottermanier weitet nicht zwingend den Horizont (oder zumindest nicht so stark, wie man es sich als Stubenhocker gerne vorstellt): in Anbetracht etwa der Tatsache, dass zwischen etwa 1965 und 1978 Hunderttausende Hippies und sonstige Alternativtouristen (davon Zehntausende Deutsche) die Überlandroute von Europa nach Indien bereist haben und in den allermeisten Fällen dabei durch Afghanistan kamen, sollten wir eigentlich heute eine ganze Generation veritabler Afghanistanexperten haben, sollte das Niveau des Internet-Diskurses über Afghanistan merklich höher sein als das weithin verbreitete Stammtischgenörgel - ist es aber nicht! Warum? Weil man ein Land nicht verstehen lernt, wenn man es entweder nur in wenigen Tagen durcheilt oder zwar länger verweilt, sich aber hauptsächlich unter seinesgleichen, sprich anderen Globetrottern bewegt. Wer von Afghanistan hauptsächlich den Bus von Herat nach Kabul und anschließend wochenlange Kiffparty in der Chicken Street kennengelernt hat, wird nur oberflächliche Eindrücke aus dem Land mitgenommen haben.

    Um das Leben in einem beliebigen Land wirklich kennenzulernen, sollte man sich mindestens ein paar Jahre lang dort aufhalten - das wäre aber kein Globetrotting mehr, sondern Auswandern!

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    • Guido3
    • 14.10.2009 um 20:00 Uhr

    Man reist nicht unbedingt um die Welt, um ein Experte für jedes bereiste Land zu werden. Da haben sie recht: Das dauert in der Tat viele Jahre. Man reist, um seinen eigenen Horizont zu erweitern, neue Eindrücke und Erkenntnisse zu gewinnen und sich letztlich selbst weiter zu entwickeln. Das erreicht man auch, wenn man nur ein paar Wochen in einem Land ist - sofern man wirklich im Land ist und nicht in einer abgeschotteten Scheinwelt für Touristen.

    Wenn man auf Reisen nicht von seinen Gadgets und dem ganzen technischen Hilfskram in Deutschland umgeben ist, wenn man nicht den ganzen gesellschaftlichen Zwängen unterliegt, wenn man nicht der täglichen totalen Reizüberflutung ausgesetzt ist, dann stellen sich auf Reisen fast zwangsläufig ganz neue Gefühle und Gedanken ein. Gefühle und Gedanken die man im Alltagstrott in Deutschland unmöglich bekommt. Der Blick wird freier und man erkennt die Dinge, die einen wirklich glücklich machen - und was man alles nicht zum Glücklichsein braucht. Man lernt Menschen kennen, die einen prägen. Man erkennt vielleicht, was für einem Schwachsinn man bisher in seinem Leben teilweise nachgerannt ist. Und nein, ich hänge weder irgendwelchen esoterischen Trips nach, noch pflege ich Auswanderungsgelüste oder bin Aussteiger. Ich arbeite nach wie vor viel und hart in Deutschland.

    • Guido3
    • 14.10.2009 um 20:00 Uhr

    Man reist nicht unbedingt um die Welt, um ein Experte für jedes bereiste Land zu werden. Da haben sie recht: Das dauert in der Tat viele Jahre. Man reist, um seinen eigenen Horizont zu erweitern, neue Eindrücke und Erkenntnisse zu gewinnen und sich letztlich selbst weiter zu entwickeln. Das erreicht man auch, wenn man nur ein paar Wochen in einem Land ist - sofern man wirklich im Land ist und nicht in einer abgeschotteten Scheinwelt für Touristen.

    Wenn man auf Reisen nicht von seinen Gadgets und dem ganzen technischen Hilfskram in Deutschland umgeben ist, wenn man nicht den ganzen gesellschaftlichen Zwängen unterliegt, wenn man nicht der täglichen totalen Reizüberflutung ausgesetzt ist, dann stellen sich auf Reisen fast zwangsläufig ganz neue Gefühle und Gedanken ein. Gefühle und Gedanken die man im Alltagstrott in Deutschland unmöglich bekommt. Der Blick wird freier und man erkennt die Dinge, die einen wirklich glücklich machen - und was man alles nicht zum Glücklichsein braucht. Man lernt Menschen kennen, die einen prägen. Man erkennt vielleicht, was für einem Schwachsinn man bisher in seinem Leben teilweise nachgerannt ist. Und nein, ich hänge weder irgendwelchen esoterischen Trips nach, noch pflege ich Auswanderungsgelüste oder bin Aussteiger. Ich arbeite nach wie vor viel und hart in Deutschland.

    • TDU
    • 14.10.2009 um 16:01 Uhr
    4. Schade

    Scade, dass die beiden Herrschaften keinen Chauffeur brauchen.

  2. 5.

    "Aber mit der örtlichen Distanz löst man sich auch von den Freunden." Klingt mir zu einfach und hängt m.E.n. entscheidend von den "Freunden" und einem selbst ab.

    • Guido3
    • 14.10.2009 um 20:00 Uhr

    Man reist nicht unbedingt um die Welt, um ein Experte für jedes bereiste Land zu werden. Da haben sie recht: Das dauert in der Tat viele Jahre. Man reist, um seinen eigenen Horizont zu erweitern, neue Eindrücke und Erkenntnisse zu gewinnen und sich letztlich selbst weiter zu entwickeln. Das erreicht man auch, wenn man nur ein paar Wochen in einem Land ist - sofern man wirklich im Land ist und nicht in einer abgeschotteten Scheinwelt für Touristen.

    Wenn man auf Reisen nicht von seinen Gadgets und dem ganzen technischen Hilfskram in Deutschland umgeben ist, wenn man nicht den ganzen gesellschaftlichen Zwängen unterliegt, wenn man nicht der täglichen totalen Reizüberflutung ausgesetzt ist, dann stellen sich auf Reisen fast zwangsläufig ganz neue Gefühle und Gedanken ein. Gefühle und Gedanken die man im Alltagstrott in Deutschland unmöglich bekommt. Der Blick wird freier und man erkennt die Dinge, die einen wirklich glücklich machen - und was man alles nicht zum Glücklichsein braucht. Man lernt Menschen kennen, die einen prägen. Man erkennt vielleicht, was für einem Schwachsinn man bisher in seinem Leben teilweise nachgerannt ist. Und nein, ich hänge weder irgendwelchen esoterischen Trips nach, noch pflege ich Auswanderungsgelüste oder bin Aussteiger. Ich arbeite nach wie vor viel und hart in Deutschland.

    Antwort auf "Reisen bildet..."
  3. Ich muss diesem Kommentar vollkommen recht geben. Wobei ich aber nochmal unterstreichen möchte, dass allein reisen nochmal in meinen Augen, obwohl ich es nicht unbedingt jedem Geschlecht ans Herz legen möchte, wirklich das optimale ist um Land und Leute näher kennen zu lernen. Ich selbst bin schon durch Afrika und Asien getrampt. Und war auf den reisen oft alleine, und habe so eine wie schon GUIDO3 meinte völlig neue Perspektive auf die Welt bekommen. Viele meinen das es immer an dem finanziellen hapert, dass kann ich nicht bestätigen. Ich bin ohne die Visa Gebühren mit einzuberechnen in 1 Monat und 3 Wochen von Deutschland nach Indien für 85 Euro gereist. Hier passt das Sprichwort: "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!"

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    • jurifi
    • 18.10.2009 um 15:29 Uhr

    moritz, bist du das??? ich düse am mittwoch wieder ab nach afrika und werde über land zurückreisen - vorzugsweise per anhalter und natürlich wie immer am liebsten allein - und das als frau. es geht und frau macht wunderbare erfahrungen dabei, gerade und vor allem in arabischen ländern, denn welcher mann hat schon zutritt zu den frauengemächern? andererseits kann ich mich als europäerin auch meist unbelästigt in der männergesellschaft bewegen. allein reisen ist auf jeden fall eine bereicherung, abseits der üblichen trampelpfade, nicht die sehenswürdigkeiten sind sehenswert, sondern die menschen.
    ich reise gerne, vor allem allein, vor allem als frau, vor allem außerhalb der industrienationen - und kann es nur jedem und jeder empfehlen. sich einlassen auf fremde kulturen und menschen, offen sein für neue erfahrungen und den westlichen komfort als gegeben hinnehmen. daraus ziehe ich meine kraft für den alltag - auch im hamsterrad - aber auch davon kann man sich befreien, wenn man es nur wirklich will.

    • jurifi
    • 18.10.2009 um 15:29 Uhr

    moritz, bist du das??? ich düse am mittwoch wieder ab nach afrika und werde über land zurückreisen - vorzugsweise per anhalter und natürlich wie immer am liebsten allein - und das als frau. es geht und frau macht wunderbare erfahrungen dabei, gerade und vor allem in arabischen ländern, denn welcher mann hat schon zutritt zu den frauengemächern? andererseits kann ich mich als europäerin auch meist unbelästigt in der männergesellschaft bewegen. allein reisen ist auf jeden fall eine bereicherung, abseits der üblichen trampelpfade, nicht die sehenswürdigkeiten sind sehenswert, sondern die menschen.
    ich reise gerne, vor allem allein, vor allem als frau, vor allem außerhalb der industrienationen - und kann es nur jedem und jeder empfehlen. sich einlassen auf fremde kulturen und menschen, offen sein für neue erfahrungen und den westlichen komfort als gegeben hinnehmen. daraus ziehe ich meine kraft für den alltag - auch im hamsterrad - aber auch davon kann man sich befreien, wenn man es nur wirklich will.

  4. Sie haben mich an meinen letzten Urlaub erinnert:
    An die Nacht in der Kalahari als einziger Mensch im Umkreis von 50km unter unfassbaren südlichen Sternenhimmel
    Bei uns war's nun die Namib gewesen, aber die Erfahrung ist dieselbe, ich werde diese Eindrücke nie im Leben vergessen. Man bekommt dabei schon fast religöse Gefühle. Auch wegen der absoluten Stille. Man hört einfach nichts. Man wird sozusagen geerdet, gerade wenn man aus diesen Hamsterrad Arbeit, Termine, Stress, diesem rastlosen Ameisenhaufen kommt und sich in eine völlig andere Welt fallen lassen kann. Wir hatten aber auf unserer Reise auch ein Haus für AIDS-Waisen besucht und ein paar Lebensmittel, Geschenke usw. hingebracht, und der Besuch bei den Kindern war dann wiederum buchstäblich zum Heulen. Aber auch solche Erfahrungen sind wichtig, um das Bild rund zu machen.
    Leider hätte ich viel zu viel Angst, außerhalb Europas allein zu reisen, das wäre für mich dann auch wieder nur Stress, darum beneide ich die Männer sehr um diese Freiheit.

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