Arktis

Tauwetter auf Grönland

River 1, 07/2007, Position 13, Altitude 715 m  |  © Olaf Otto Becker/Hatje & Cantz

Olaf Otto Beckers Reisen nach Grönland haben Expeditionscharakter. Für sein erstes Projekt "Broken Line" ist er einst mit dem Schlauchboot 4000 Kilometer Küste abgefahren. Doch Becker wollte mehr sehen vom Eis, wissen, wie es im Innern der größten Insel der Welt aussieht. Trotz aller Warnungen, dass das Eis zu dieser Jahreszeit weich und sulzig ist und der Eisschild einem gefährlichen Sumpf gleicht, machte er sich im Hochsommer 2007 gemeinsam mit dem Eisgänger Georg Sichelschmidt auf den Weg. Wochenlang schleppten die beiden ihre Ausrüstung durch das Gelände, dorthin, wo türkisfarbene Linien und blaue Streifen das Eis durchschneiden: Flüsse, entstanden aus Schmelzwasser, manchmal still, manchmal gurgelnd. Doch was auf Beckers Fotos so zart und verletzlich aussieht, hat einen ernsten Hintergrund: Die schwarzen Staubpartikel, die an vielen Ufern zu sehen sind, stammen aus den Industrieanlagen und von den Abgasen unserer Zivilisation. Sie lagern sich hier ab, werden von der Sonne erwärmt, fressen sich durch das Eis und hinterlassen Löcher und Pfützen. Wo sich viel Wasser gesammelt hat und das Gelände abschüssig ist, entstehen Flüsse, die das offenbar doch nicht ewige Eis im Innern Grönlands davontragen. Becker zeigt in seinem Buch "Above Zero", wie eine scheinbar unberührte Welt trotz der Abwesenheit des Menschen von diesem geformt wird. Seine Fotos sind voller Poesie und zugleich Dokumentation dessen, was in einer Weltgegend vor sich geht, in die kaum je ein Mensch vordringt. Eine Expedition eben.

Leser-Kommentare
    • zYcx
    • 15.12.2009 um 15:20 Uhr
    1.

    Unbeschreiblich schönes blau :)

  1. wie können Sie nur behaupten es wären schwarze Staubpartikel? Ihre Erklärung ist viel zu kompliziert. Die Menschen brauchen etwas einfaches. Also es gibt Löcher und Pfützen im Eis?
    Prima! Es ist die globale Erderwärung!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    lassen Sie doch dem Autor die Partikel, glücklicherweise werden ja geogene Ereignisse nicht in der Eisstratigraphie überliefert, oder doch?

    Zumal es ja auch Gutes hat,wenn das Eis weicht; die unterlagernde Landmasse macht eine isostatische Ausgleichsbewegung und hebt sich. Wie schon der skandinavischen Schild seit dem letzten Glazial.

    Eine geogene Anpassung an Meeresspiegeländerungen.

    MfG

    Karl Müller

    lassen Sie doch dem Autor die Partikel, glücklicherweise werden ja geogene Ereignisse nicht in der Eisstratigraphie überliefert, oder doch?

    Zumal es ja auch Gutes hat,wenn das Eis weicht; die unterlagernde Landmasse macht eine isostatische Ausgleichsbewegung und hebt sich. Wie schon der skandinavischen Schild seit dem letzten Glazial.

    Eine geogene Anpassung an Meeresspiegeländerungen.

    MfG

    Karl Müller

  2. lassen Sie doch dem Autor die Partikel, glücklicherweise werden ja geogene Ereignisse nicht in der Eisstratigraphie überliefert, oder doch?

    Zumal es ja auch Gutes hat,wenn das Eis weicht; die unterlagernde Landmasse macht eine isostatische Ausgleichsbewegung und hebt sich. Wie schon der skandinavischen Schild seit dem letzten Glazial.

    Eine geogene Anpassung an Meeresspiegeländerungen.

    MfG

    Karl Müller

    Antwort auf "Nein Nein"
  3. 4. Natur

    Unglaublich tolle Bilder. Wie wird Groenland in 10 jahren aussehen?

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