Sicherheitsmaßnahmen Neue Regeln während des Flugs
Leibesvisitationen, weniger Handgepäck, weniger Freiraum und Service während des Flugs: Reisende müssen sich auf längere Wartezeiten und schärfere Kontrollen einrichten.
© Tom Pennington/Getty Images

Mehr Durchsuchungen, weniger Freiraum während des Flugs: Die Behörden in den USA und Deutschland verstärken ihre Kontrollen
Die Terrorangst ist zurück: Nicht nur in den USA, auch in Deutschland werden die Kontrollen im Flugverkehr verschärft. Was genau bei den Kontrollen intensiviert werde, wollte die Bundespolizei aus "taktischen Gründen" nicht bekannt geben.
Das Bundespolizeipräsidium in Potsdam nimmt den vereitelten Terroranschlag auf eine US-Passagiermaschine nach eigenen Angaben zum Anlass, "die bestehenden hohen Sicherheitsstandards durch zusätzliche Kontrollmaßnahmen zu ergänzen". Es müsse damit gerechnet werden, dass Passagiere auch noch mit einer Handsonde abgetastet werden. Die Passagiere sollten unbedingt ein entsprechendes Zeitpolster einplanen und überpünktlich vor dem Abflug ihrer Maschine erscheinen, sagte eine Sprecherin. Neue Maßnahmen – etwa für Handgepäck – gibt es von deutscher Seite nicht.
Zuvor waren bereits in den USA schärfere Sicherheitsvorkehrungen im Flugverkehr getroffen worden. Die Maßnahmen gelten "unverzüglich" sowohl für Inlands- als auch für internationale Flüge, "um die Sicherheit der Reisenden weiterhin sicherzustellen", teilte das Heimatschutzministerium mit. Ministerin Janet Napolitano sagte, die USA arbeiteten eng mit anderen Regierungen zusammen. Wie genau die neuen Maßnahmen aussehen, darüber machte Napolitano keine Angaben.
Indes veröffentlichte Air Canada eine Liste der US-Luftsicherheitsbehörde TSA für neue Regeln während des Flugs. Demnach müssen Passagiere wie Crew in der letzten Stunde vor der Landung sitzen bleiben und dürften keine persönlichen Gegenstände oder Decken mehr auf ihrem Schoss haben. Die Sunday Times aus Singapur berichtete unter Berufung auf einen Sprecher von Singapore Airlines, dass in den letzten 60 Minuten auch das Unterhaltungsprogramm an Bord abgeschaltet werde. Unbestätigten Medienberichten zufolge dürften auch iPods, Laptops und Digitalkameras nicht mehr benutzt werden.
Trotz des Appells von US-Präsident Barack Obama, die Ereignisse in Detroit aus parteipolitischem Streit herauszuhalten, versuchen die oppositionellen Republikaner politisches Kapital daraus zu schlagen. Sie bezweifeln, ob die Regierung genug zum Schutz der Bevölkerung unternehme. Der Vorfall werfe viele Fragen auf, sagte der Chef der Republikaner im Senat, Mitch McConnell. Es sei erstaunlich, dass der Attentäter an Bord eines Flugzeugs in die USA gelangen konnte, obwohl er viel Anlass zu Misstrauen gegeben habe. Ähnlich äußerte sich der ranghöchste Republikaner im Heimatschutzausschuss des Repräsentantenhauses, Peter King. Dass ihre Partei während der Regierungszeit von Obamas Vorgänger George W. Bush für die verschärften Sicherheitsgesetze verantwortlich sind, wollten sich beide Politiker nicht äußern.
Unterdessen ordnete Obama eine Überprüfung an, wie Listen und Datenbanken mit Terrorverdächtigen zusammengestellt und für Sicherheitskontrollen verwendet werden. Zudem will der Präsident geklärt wissen, "wie eine Person mit chemischem Sprengstoff in Amsterdam an Bord einer Flugzeuges kommen und in die USA fliegen kann", sagte Regierungssprecher Robert Gibbs.
Der Name des Nigerianers, der versucht hatte, eine Airbus-Maschine von Delta Air Lines kurz vor der Landung in Detroit in die Luft zu sprengen, befand sich zwar auf einer allgemeinen Beobachtungsliste der US-Behörden. Dadurch werde aber niemand automatisch näher überprüft, sagte Gibbs. Die Regierung habe nicht über genug negative Informationen verfügt, um ihn auf eine Flugverbotsliste zu setzen.
Der 23-Jährige mit dem Namen Umar Farouk Abdulmutallab trat seine Reise in der nigerianischen Metropole Lagos an und stieg in Amsterdam um. Auf dem Flughafen Schiphol durchlief er die üblichen Sicherheitschecks wie Metalldetektoren, die jedoch nach Angaben der dortigen Behörden den Schmuggel gefährlicher Substanzen nicht völlig ausschließen könnten. Deshalb war es ihm gelungen, ein hochexplosives Pulver an Bord zu bringen.
Das FBI spürte in einer ersten Analyse in der Bombe die Substanz PETN auf, hierzulande auch Nitropenta genannt, ein Sprengstoff, den auch der sogenannte Schuhbomber Richard Reid vor genau acht Jahren bei seinem Anschlagversuch über dem Atlantik verwendet hatte. Nach Angaben der Ermittler ist dieses auch militärisch genutzte Mittel schon bei geringer Menge besonders explosiv und hätte das Flugzeug komplett zerstört.
- Datum 28.12.2009 - 07:38 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 5
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Was genau veranlasst denn die Redaktion zu eben dieser Aussage? Ich persönlich habe keine Angst, Sie etwa?
Kürzlich erst diskutierte man die Notwendigkeit(?) von Bezahlinhalten jounalistischer Form im Netz und das Erste was ein Leser und eine Leserin in diesem Artikel hier wahrnehmen müssen, ist Panikmache und Sensationsjounalismus (siehe auch den "Helden"-Artikel neben diesem) in Perfektion.
Vielleicht hat aber auch nur ein wildes Programm - gefüttert mit all den Phrasen rund um Terror, Anschläge und die diversen Achsen des Bösen - einen Text erwürfelt, welcher nun so minderwertig auf mich wirkt ... mea culpa.
Der schöne Dreiklang Terroranschlag, Heldentum und verschärfte Sicherheitsmaßnahmen ist in seiner Beständigkeit einfach unschlagbar.
Wenn uns die Zeit-Redaktion also die Negativfolgen des "kostenlosen" Journalismus im Netz anschaulich vorführen wollte, so hat sie es mit diesem und besagtem Heldenartikel nebenan eindrucksvoll getan. Loben wollte ich das allerdings nicht.
und naoch dazu, wenn sich der Anschlag SOOOO GENAU mit dem bevorstehenden Ende das Patriot Acts zusammenfügt. Das ist ein Schmierenstück staatlicher Massenlenkung sondergleichen.
Aber nein, ist natürlich REINER Zufall, aber natürlich.
Und da kommt nicht mal EIN Journalist mal auf die Idee dies etwas zu hinterfragen? Nicht mal einer? Ist das denn wirklich so abwegig, dass staatliche Interessen dahinter stecken, und mit gezielten Inszenierungen versuchen, die öffentliche Meinung zu ihren Gunsten zu manipulieren.
und naoch dazu, wenn sich der Anschlag SOOOO GENAU mit dem bevorstehenden Ende das Patriot Acts zusammenfügt. Das ist ein Schmierenstück staatlicher Massenlenkung sondergleichen.
Aber nein, ist natürlich REINER Zufall, aber natürlich.
Und da kommt nicht mal EIN Journalist mal auf die Idee dies etwas zu hinterfragen? Nicht mal einer? Ist das denn wirklich so abwegig, dass staatliche Interessen dahinter stecken, und mit gezielten Inszenierungen versuchen, die öffentliche Meinung zu ihren Gunsten zu manipulieren.
Ich habe jetzt eher Angst vor der endgültigen Boulevardisierung der ZEIT. Meine Güte, wohin wollen Sie mit dem Blatt? Die BILD- und Express-Ecke ist doch schon besetzt. Auch ein bißchen mit an den Stammtischen sitzen?
ordentlich sedieren, damit während des Fluges Ruh' is im Karton - das ist das zukünftige Schicksal des Amerikareisenden.
und naoch dazu, wenn sich der Anschlag SOOOO GENAU mit dem bevorstehenden Ende das Patriot Acts zusammenfügt. Das ist ein Schmierenstück staatlicher Massenlenkung sondergleichen.
Aber nein, ist natürlich REINER Zufall, aber natürlich.
Und da kommt nicht mal EIN Journalist mal auf die Idee dies etwas zu hinterfragen? Nicht mal einer? Ist das denn wirklich so abwegig, dass staatliche Interessen dahinter stecken, und mit gezielten Inszenierungen versuchen, die öffentliche Meinung zu ihren Gunsten zu manipulieren.
1. Um die hohen Anschaffungskosten für Nacktscanner zu vermeiden werden die Fluggäste zukünftig gezwungen, sich vor dem Einchecken vollständig zu entkleiden
2. Diese Maßnahme erleichtert auch die nachfolgend durchzuführende Untersuchung sämtlicher Körperöffnungen - Gyn-stühle sind nun mal wesentlich günstiger als Nacktscanner
3. Natürlich werden die Flugpassagiere nur in dringenden Verdachtsfällen anschließend medikamentell abgeführt oder einer Gastroskopie unterzogen
Viel Spass beim nächsten Flug !
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