Luftverkehr Weniger Flüge in die Ferne
Die Zahl der Auslandsflüge ist 2009 zum ersten Mal seit sieben Jahren gesunken. Südafrika und Sri Lanka verzeichnen besonders große Einbußen.
© Julian Stratenschulte/dpa

Ein Flugzeug startet vom Flughafen Düsseldorf
Im Jahr 2009 sind weniger Passagiere von deutschen Flughäfen ins Ausland geflogen als ein Jahr zuvor. Erstmals seit sieben Jahren ging die Zahl der Fluggäste zurück, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag berichtete. Das bestätigt den Trend, den die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in einer Umfrage erkannt hatte: Die Deutschen reisen verstärkt im Inland. „Die Urlaubsreisen im eigenen Land haben um zwei Prozent zugelegt“, sagt auch Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT). Laut World Travel Monitor von IPK International gab es im letzten Jahr insbesondere im Segment „Kurzurlaub” sogar eine um sechs Prozent höhere Nachfrage nach innerdeutschen Reisen als 2008.
Nur noch 67,2 Millionen Menschen bestiegen hingegen die Flugzeuge, das waren 3,2 Millionen Passagiere oder 4,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Zuletzt waren die Passagierzahlen im Jahr 2002 unter dem Eindruck der Terroranschläge in den USA zurückgegangen. 2008 war mit 70,4 Millionen Fluggästen hingegen ein Rekordjahr.
Vor allem die Touristenflieger in Europa beförderten 5 Prozent weniger Gäste. So wollten nur noch 6 Millionen Menschen auf die Mittelmeerinseln, die fast alle an Zuspruch verloren. Auf die Balearen mit der Hauptinsel Mallorca kamen noch 3,9 Millionen Fluggäste aus Deutschland – nach 4,1 Millionen Passagieren im Jahr zuvor. Die Kanaren im Atlantik verloren noch deutlicher: ganze 10 Prozent der Gäste im Vorjahr entschieden sich für ein anderes Reiseziel. So konnten die Inseln im vergangenen Jahr nur noch 2,2 Millionen Gäste begrüßen.
Fast genauso viele Passagiere flogen nach Griechenland, 4,2 Prozent weniger als 2008. Größter Verlierer war Kreta mit Einbußen von fast 30 Prozent. Die einzige Mittelmeerinsel mit einem Zuwachs war Sardinien mit 292.000 Urlaubern. Dies läge aber nur an der verbesserten Anbindung: "Die Flugverbindungen nach Sardinien wurden ausgebaut", sagte eine Mitarbeiterin der Italienischen Zentrale für Tourismus.
Stabiler war der Interkontinentalverkehr, der im Schnitt nur 2,8 Prozent verlor. Die USA als wichtigstes Einzelziel verloren 6,2 Prozent auf knapp 4,6 Millionen Gäste. Nahezu gleich waren die Passagierzahlen nach Asien, wo beispielsweise Indien und die Vereinigten Arabischen Emirate Zuwächse erzielten. Deutlich weniger Menschen wollten ins bürgerkriegsgeplagte Sri Lanka (minus 19,7 Prozent) oder nach Südafrika, das Austragungsland der Fußball-Weltmeisterschaft (minus 18,6 Prozent). Auch Australien/Ozeanien verzeichneten Verluste von mehr als 8 Prozent. Die gesunkene Nachfrage lässt sich sicher auch mit den Kosten von Fernreisen erklären: In der 26. Deutschen Tourismusanalyse zeigt die Stiftung für Zukunftsfragen auf, dass eine Reise ins Ausland mit 1221 Euro fast siebzig Prozent teurer ist als ein Urlaub in Deutschland (723 Euro).
- Datum 09.03.2010 - 14:52 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Entgegen der Annahme, daß die Touristen wegen des Krieges, der ja nun bekanntermaßen fast vor Jahresfrist beendet wurde, die Insel meiden, stellt sich mir als häufigen Besucher etwas anders dar.
Während des Krieges, der fast 30 Jahre andauerte, war ich mindestens einmal im Jahr in Sri Lanka und auch andere Touristen in nicht geringer Zahl haben in dieser Zeit ebenfalls dort den Urlaub verbracht.
Trotz häufigen Bombenanschlägen durch die Terroristen, von denen glücklicherweise keine Touristen betroffen waren und den dadurch bedingten Einschränkungen der Bewegungsfreiheit für ausländische Besucher, haben sich die Menschen nicht davon abbringen lassen das Land zu bereisen.
Nach meinem Dafürhalten liegen die Ursachen für das Wegbleiben der Touristen in anderswo.
Im Vergleich zu anderen asiatischen Destinationen ist Sri Lanka relativ teuer. Das Preis-Leistungsverhältnis ist nicht ausgewogen. Man verlangt viel und leistet wenig und versucht den Mangel an Touristen mit überhöhten Preisen zu kompensieren.
Auf Schritt und Tritt wird der weiße Mann/die weiße Frau von geschäftstüchtigen Händlern verfolgt und durch überhöhte Preise über den Tisch gezogen. Ständig wird über die Auswirkungen des Tsunamii gejammert und das meistens von Menschen, die davon überhaupt nicht betroffen waren.
Durch schamlosen Nepp und Betrügereien wird versucht, den Besuchern das Geld aus der Tasche zu ziehen und das auf eine plumpe und aggressive Art, sodaß viele Menschen nicht ein zweites mal dort Urlaub machen und auf andere Zielgebiete ausweichen.
Leider wird von staatlicher Seite nichts gegen diese Bauernfänger unternommen oder gegengesteuert. Somit ist es nicht verwunderlich wenn die Touristenströme ausbleiben, mit den kriegerischen Ereignissen der Vergangenheit hat der Rückgang der Besucherzahlen jedenfalls nichts (mehr) zu tun.
Zunächst stimme ich Chandrika voll zu, der Krieg ist vorüber und es gibt keinen Grund mehr für eine Zurückhaltung. Die anderen Probleme, die genannt wurden, sind durchaus richtig. Ich wohne seit mehreren Monaten im Innern Sri Lankas und lese aufmerksam die Zeitungen. Dort wurde berichtet, dass der Tourismus stark zugenommen hätte seit Ende des Krieges. Das Auswärtige Amt warnt immer noch vor Reisen in den Norden und Osten, was m.E. nicht mehr stimmt (von ganz bestimmten Bereichen abgesehen). Dennoch glaube ich, dass Sri Lanka ein preiswertes Urlaubsland ist.
Ich glaube diese Zahl hatte sich im Jahr 2010 nicht geändert. Reisestatistiken sagen allerdings für 2011 schon bessere Zahlen voraus. Diese Statistiken gelten allerdings eher für den europäischen Raum und weniger für die weiten Strecken.
Jessica Sammer
Gekürzt. Bitte nutzen Sie den Kommentarbereich ausschließlich, um das Thema des Artikels zu diskutieren. Danke. Die Redaktion/wg
Ich informiere mich gerade über die Zahl der Auslandsflüge, angeblich soll es 2011 wieder ansteigen. Bin gespannt wie es am Ende des Jahres aussieht
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