Öko-Reisen Ein Siegel für alle
Wer umweltverträglich buchen möchte, hat es nicht leicht: Die Vielzahl an Öko-Siegeln macht den Markt unübersichtlich. Das globale TSC-Siegel soll dies ändern.
Jeder fünfte Deutsche will künftig bei der Reisebuchung auf Umweltstandards achten. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der Forschungsgemeinschaft "Urlaub und Reisen" im Auftrag des World Wide Fund for Nature (WWF). Der gute Wille ist also da – die praktische Umsetzung aber nicht einfach. Denn die Ökosiegel, die zur Kennzeichnung nachhaltiger Tourismus-Angebote dienen sollen, schießen wie Pilze aus dem Boden: Weltweit sind es inzwischen an die 400 Zertifikate. Allein in Europa zählt man mehr als 50 Gütesiegel für nahezu alle Arten touristischer Dienstleistungen: von der "EU-Blume", dem Umweltzeichen der Europäischen Union, über die "Blaue Flagge", einem Qualitätssiegel für Segelboothäfen und Badestrände, bis hin zum CSR-Zertifikat, das Reiseveranstalter in ihrer ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Vorgehensweise beurteilt. Die Schwemme an Prüfzeichen sorgt für Verwirrung bei den Verbrauchern: Welchem Siegel kann man vertrauen? Und was genau wird von den verschiedenen Zertifizierern eigentlich geprüft?
Wenn es nach dem WWF ginge, müssten sich demnächst die Umweltzeichen selbst einer Prüfung unterziehen. Die Naturschutz-Organisation unterstützt das Tourism Sustainability Council (TSC). Initiiert von der Rainforest Alliance, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen, hat die Organisation eine Liste international gültiger Mindestkriterien für nachhaltigen Tourismus definiert. Anhand dieser Umwelt- und Sozialkriterien prüft der TSC touristische Ökolabels und vereint sie unter einem Dach. Voraussichtlich im Mai will der Verband ein TSC-Siegel präsentieren, an dem die Konsumenten erkennen können, dass der zertifizierte Reiseanbieter ökologische und soziale Mindeststandards erfüllt.
Bis dahin wirbt der TSC weltweit um Unterstützung: Für Ende März lädt er gemeinsam mit dem WWF die europäischen Prüforganisationen zu einem Workshop ein. In Lateinamerika und Südafrika wurden bereits ähnliche Workshops abgehalten, ein weiteres Treffen soll in Thailand erfolgen. Martina Kohl, Tourismusexpertin beim WWF: "Auf den Workshops wollen wir mit den Zertifizierern die Vor- und Nachteile von TSC diskutieren und sie für das Programm gewinnen. Wir wollen ihnen deutlich machen, dass sich durch eine Vereinfachung für den Konsumenten nachhaltiger Tourismus noch stärker am Markt etablieren kann." Dabei sei es nicht das Ziel, dass die regionalen Anbieter ihre eigenen Siegel aufgeben, sondern sich zusätzlich mit dem TSC-Zeichen auszeichnen lassen. Gerade im Hinblick auf Touristen aus dem Ausland, die die inländischen Siegel meist nicht kennen, könnte ein globales Zeichen die Marktsituation stärken.
Mehrere Anbieter haben bereits ihr Interesse bekundet, sagt Kohl, unter anderem "Green Globe", ein globales Programm für nachhaltigen Tourismus. Auch forum anders reisen (FAR), ein Verbund von mehr als 160 Veranstaltern, die nachhaltige Reisen anbieten, kooperiert mit dem TSC.
Die Meinung, dass eine Vereinheitlichung der Siegel erfolgen muss, teilen viele der Prüforganisationen. So sagt FAR-Geschäftsführer Johannes Reißland: "Wir befürworten weltweite Nachhaltigkeitskriterien." Doch gleich im Anschluss moniert er: "Wir denken, dass bei der Zertifizierung unserer Reiseveranstalter die strengeren Kriterien angelegt werden, weil sie sich an den hohen deutschen Standards orientieren." Bewertet werden beim FAR unter anderem der durchschnittliche CO2-Verbrauch pro Gast und Tag und die Nachhaltigkeit angebotener Unterkünfte. Der Verbund will sein Siegel nun auch für Anbieter öffnen, die nicht FAR-Mitglied sind: Auf der heute eröffneten Tourismusbörse ITB soll der Startschuss für die forumsexterne Zertifizierung fallen. Bislang haben sich allerdings nicht einmal die eigenen Mitglieder vollständig der Prüfung unterzogen: Von rund 150 Mitgliedern sind gerade mal 35 CSR-zertifiziert. "Unser Anliegen ist es, dass bis Ende 2010 alle Mitglieder des Forums den CSR-Prozess beginnen", sagt Reißland.
- Datum 10.03.2010 - 07:03 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 13
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:









Ökosiegel, Biosiegel....Wann kommt endlich das Tierschutzsiegel? Ich will wissen wie ein Produkt hergestellt wrid! Ich will wisssen ob tiereische Produkte enthalten sind oder im Produktionsprozess verwendet werden! Ich will Wissen wie die Tiere hierfür gehalten werden!
Die Ministerin Aigner kümmert das alles nicht. Sie bedient einfahc die mächtige Massentierhaltungsindustrie. Hauptsache lieb lächeln und möglichst viele Spenden von der Wirtschaft verdienen. Die Tiere kümmern diese angeblich chsritliche Person nicht. Ein Hohn!
Ich möchte ein Siegel, das mir garantiert, daß meine Reise aber auch nicht das allergeringste mit öko und bio zu tun hat. Also Reiseveranstalter, hier ist eine Marktlücke!
Ein Siegel für das alltägliche ist Überflüssig. Aber bitte, diesen Trotz kennen wir ja noch aus Kindertagen: Wenn von oben herab (indem fall durch Verbünde und Medien) etwas postuliert wird, finden manche ignoranten schnell den Trotzkopf und finden alles blöde.
Bio ist nicht gleich Bio das steht fest. Und auch mit Bio sit man nicht imer auf der sichren Seite. Aber in den meistne fällen bedeute BIo immernoch besser Tierhaltung, bessere Umweltverträglichkeit und bessere Arbeitsumstände. Wenn Sie all das nicht wolen, dann akufen sie eifnach weiter konservativ. it jaa uchbilliger undd ie Auswahl ist größer. Siegel brauchte s da nicht.
Ein Siegel für das alltägliche ist Überflüssig. Aber bitte, diesen Trotz kennen wir ja noch aus Kindertagen: Wenn von oben herab (indem fall durch Verbünde und Medien) etwas postuliert wird, finden manche ignoranten schnell den Trotzkopf und finden alles blöde.
Bio ist nicht gleich Bio das steht fest. Und auch mit Bio sit man nicht imer auf der sichren Seite. Aber in den meistne fällen bedeute BIo immernoch besser Tierhaltung, bessere Umweltverträglichkeit und bessere Arbeitsumstände. Wenn Sie all das nicht wolen, dann akufen sie eifnach weiter konservativ. it jaa uchbilliger undd ie Auswahl ist größer. Siegel brauchte s da nicht.
Das macht nochmal deutlich, was Frau Künast geleistet hat, als sie das Bio-Siegel durchaus gegen den Widerstand der konventionellen Landwirtschaft eingeführt hat. Mit einem vertrauenswürdigen Siegel, das von der Administration eingeführt wird und das transparent verbindliche Mindest-Vorgaben mavht, lässt sich viel Verwirrung am Markt vermeiden und die sowohl Kundenzufriedenheit, Nachhaltigkeit wie auch Effektivität erreichen.
Dafür bräuchte es aber Ministern, die sich trauen, sich auch mal gegen den Widerstand der Industrie und der tausenden Lobbyisten durchzusetzen. Das ist aber - leider, leider, leider - das letzte, was ich Schwarz-Geld zutraue. Dazu bräuchte es echter Reform-Politiker und nicht solcher Hampelmänner - insbesondere von der FDP, die das Wort der "Reform" im Munde führen um den Staat tatsächlich auf ein Gleis zu setzen, der in einem früh-kapitalistischen Feudalismus endet. Sich von so einem Feudalismus, mit all seinen leistungslosen Schmarotzern, aber Nachhaltigkeit und ökologische Wirtschaft zu erhoffen ist aussichtslos - denn die Nutzniesser sind ja gerade jene die sich tendenziell Gesetze kaufen und durch Steuerflucht und -hinterziehung noch nicht einmal dem Mindestmass gesellschaftlicher Verantwortung erfüllen.
Y.S.
siegel sind insofern problematisch, als dass sie dem ausschalten des gesunden menschenverstandes vorschub leisten.
ich seh schon was kommt: womöglich kommen dann ein paar alternativlinge mit dickem portmo in ein, zwei jahren darauf, dass ihr garantiert baumfreundlicher und co2 neutraler tauchurlaub in der dominikanischen republik umweltfreundlicher ist als der "konventionelle" jahresurlaub an der müritz.
ich stelle fest: hier geht es nicht um die umwelt und nicht um markttransparenz. hier geht es um soziale distinktion und die deutungshoheit über den begriff "umweltfreundlich".
gerade in deutschland ist das sich-verbergen hinter irgendwelchen zertifikaten, beglaubigungen und siegeln wichtiger als logische argumentationen und gesunder menschenverstand. wer's will...
...bei bio-lebensmitteln übrigens nicht viel anders.
standardisierung, zertifizierung, ver-siegel-ung von ladenflächen dienen in erster linie großanbietern, die über geschickt angelegtes lieferkettenmanagement standardisierte produkte auf weltweiten rohstoffmärkten beziehen können.
und betriebe, die weder den sinn noch die kosten-nutzen-relation in z.t. jahrelangen zertifizierungsprozeduren sehen, gucken in die röhre.
...bei bio-lebensmitteln übrigens nicht viel anders.
standardisierung, zertifizierung, ver-siegel-ung von ladenflächen dienen in erster linie großanbietern, die über geschickt angelegtes lieferkettenmanagement standardisierte produkte auf weltweiten rohstoffmärkten beziehen können.
und betriebe, die weder den sinn noch die kosten-nutzen-relation in z.t. jahrelangen zertifizierungsprozeduren sehen, gucken in die röhre.
ich verzichte auf Urlaubsreisen,dafür fahre ich den X3 weiter.Ist doch ein guter Tausch,oder?
Ich lege noch was drauf-ich verzichte auf twittern und auf die Mode 2010 bis 2015-ich ziehe einfach das an ,was man so in den letzten 2000 Jahren als Mode ''erfunden'' hat.
Jetzt brauch ich nur noch ein SUV-Siegel ''NO Umweltsau''-schliesslich verzichte ich auf den Spass den andere haben also habe ich ihn mir verdient.
...bei bio-lebensmitteln übrigens nicht viel anders.
standardisierung, zertifizierung, ver-siegel-ung von ladenflächen dienen in erster linie großanbietern, die über geschickt angelegtes lieferkettenmanagement standardisierte produkte auf weltweiten rohstoffmärkten beziehen können.
und betriebe, die weder den sinn noch die kosten-nutzen-relation in z.t. jahrelangen zertifizierungsprozeduren sehen, gucken in die röhre.
Es steht jedem frei, Demeter oder Bioland zu kaufen, die "Bio" sind, darüber hinaus aber noch schärfere Kriterien erfüllen.
Andererseits spielen die dann sowohl preislich, wie auch bzgl. ihrer Verbreitung, wie auch ihren Flair gleich in einer ganz anderen Liga - und die können sich dann in der Tat nur noch wenige leisten.
Wenn man also die Masse mit "besseren", d.h. nachhaltiger hergestellten, Produkten versorgen will, dann muss man einen Weg finden, Mindest-Standards zu definieren und diesen für Anbieter und Kunden attraktiv machen.
Dass das dann auch in Supermärkten bzw. entlang der Herstellungs-Kette Spuren hinterlässt ist dabei nicht schädlich, sondern wünschenswert. Erst die Produkte, die eine hohe Nachfrage generieren haben schließlich Chancen darauf, von der Wirtschaft auch ernst genommen zu werden - und dazu gehört dann eben auch, die Bio-Siegel-Verpflichtungen entlang der gesamten Kette zu etablieren und dort für mehr Nachhaltigkeit und Transparenz zu sorgen.
Aus meiner Sicht ist Ihre Kritik unangemessen, weil das Siegel und dessen Markterfolg ein Schritt in die richtige Richtung war. Und es hatte genau die richtigen Dosierung: Strengere Vorgaben hätten die Akzeptanz bei den Anbietern, laschere Vorgaben die Akzeptanz bei den Kunden gesenkt. Innerhalb von Jahren - und das sehen wir jetzt - setzt nun auch insgesamt ein Umdenkprozess statt, bei dem durchaus noch Luft nach oben ist, indem z.B. lokale Anbieter stärker in den Vordergrund treten. Alles fliesst!
Y.S.
Es steht jedem frei, Demeter oder Bioland zu kaufen, die "Bio" sind, darüber hinaus aber noch schärfere Kriterien erfüllen.
Andererseits spielen die dann sowohl preislich, wie auch bzgl. ihrer Verbreitung, wie auch ihren Flair gleich in einer ganz anderen Liga - und die können sich dann in der Tat nur noch wenige leisten.
Wenn man also die Masse mit "besseren", d.h. nachhaltiger hergestellten, Produkten versorgen will, dann muss man einen Weg finden, Mindest-Standards zu definieren und diesen für Anbieter und Kunden attraktiv machen.
Dass das dann auch in Supermärkten bzw. entlang der Herstellungs-Kette Spuren hinterlässt ist dabei nicht schädlich, sondern wünschenswert. Erst die Produkte, die eine hohe Nachfrage generieren haben schließlich Chancen darauf, von der Wirtschaft auch ernst genommen zu werden - und dazu gehört dann eben auch, die Bio-Siegel-Verpflichtungen entlang der gesamten Kette zu etablieren und dort für mehr Nachhaltigkeit und Transparenz zu sorgen.
Aus meiner Sicht ist Ihre Kritik unangemessen, weil das Siegel und dessen Markterfolg ein Schritt in die richtige Richtung war. Und es hatte genau die richtigen Dosierung: Strengere Vorgaben hätten die Akzeptanz bei den Anbietern, laschere Vorgaben die Akzeptanz bei den Kunden gesenkt. Innerhalb von Jahren - und das sehen wir jetzt - setzt nun auch insgesamt ein Umdenkprozess statt, bei dem durchaus noch Luft nach oben ist, indem z.B. lokale Anbieter stärker in den Vordergrund treten. Alles fliesst!
Y.S.
Es steht jedem frei, Demeter oder Bioland zu kaufen, die "Bio" sind, darüber hinaus aber noch schärfere Kriterien erfüllen.
Andererseits spielen die dann sowohl preislich, wie auch bzgl. ihrer Verbreitung, wie auch ihren Flair gleich in einer ganz anderen Liga - und die können sich dann in der Tat nur noch wenige leisten.
Wenn man also die Masse mit "besseren", d.h. nachhaltiger hergestellten, Produkten versorgen will, dann muss man einen Weg finden, Mindest-Standards zu definieren und diesen für Anbieter und Kunden attraktiv machen.
Dass das dann auch in Supermärkten bzw. entlang der Herstellungs-Kette Spuren hinterlässt ist dabei nicht schädlich, sondern wünschenswert. Erst die Produkte, die eine hohe Nachfrage generieren haben schließlich Chancen darauf, von der Wirtschaft auch ernst genommen zu werden - und dazu gehört dann eben auch, die Bio-Siegel-Verpflichtungen entlang der gesamten Kette zu etablieren und dort für mehr Nachhaltigkeit und Transparenz zu sorgen.
Aus meiner Sicht ist Ihre Kritik unangemessen, weil das Siegel und dessen Markterfolg ein Schritt in die richtige Richtung war. Und es hatte genau die richtigen Dosierung: Strengere Vorgaben hätten die Akzeptanz bei den Anbietern, laschere Vorgaben die Akzeptanz bei den Kunden gesenkt. Innerhalb von Jahren - und das sehen wir jetzt - setzt nun auch insgesamt ein Umdenkprozess statt, bei dem durchaus noch Luft nach oben ist, indem z.B. lokale Anbieter stärker in den Vordergrund treten. Alles fliesst!
Y.S.
ich merke schon, sie kommen aus dieser ecke. über werthaltungen kann man nicht diskutieren.
problem ist nur, wenn die ausrichtung an siegeln und zertifikaten auf konsumentenseite mit "ökologisch korrektem" verhalten gleichgesetzt wird.
mit kriterien und definitionen wird zugleich auf anbieterseite die deutungshoheit darüber festgelegt, was ökologisches reisen bedeutet und was nicht: der "öko-claim" wird gewissermaßen abgesteckt, und alles, was jenseits dieser grenzen stattfindet, verkauft sich entweder unter wert, oder es macht sich der scharlatanerie schuldig.
auf diese weise verschwindet auf kundenseite das wissen um zusammenhänge, auf anbieterseite führt dies zu einem verschwinden von vielfalt. ergebnisse eines klassisch modernistischen paradigmas also. ob man auf diese weise nachhaltigkeit erzeugen kann, wage ich zu bezweifeln.
ordentlich kohle machen geht auf jeden fall. bis zum nächsten "öko-reisen-skandal", wenn irgendwelche aufklärerisch ambitionierten journalisten "herausfinden", dass der wellnessresort auf den seycellen seinen müll nicht trennt.
National Geographic hat eine Liste mit Anhaltspunkten für Reisende veröffentlicht, an der sich jeder orientieren kann - Siegel hin oder her. Am Ende liegt es doch immer in der Hand des Einzelnen. Dennoch glaube ich, dass ein einheitliches Siegel Verbraucher und Anbieter positiv beeinflussen könnte.
Jessica Braun
Reiseredaktion
ich merke schon, sie kommen aus dieser ecke. über werthaltungen kann man nicht diskutieren.
problem ist nur, wenn die ausrichtung an siegeln und zertifikaten auf konsumentenseite mit "ökologisch korrektem" verhalten gleichgesetzt wird.
mit kriterien und definitionen wird zugleich auf anbieterseite die deutungshoheit darüber festgelegt, was ökologisches reisen bedeutet und was nicht: der "öko-claim" wird gewissermaßen abgesteckt, und alles, was jenseits dieser grenzen stattfindet, verkauft sich entweder unter wert, oder es macht sich der scharlatanerie schuldig.
auf diese weise verschwindet auf kundenseite das wissen um zusammenhänge, auf anbieterseite führt dies zu einem verschwinden von vielfalt. ergebnisse eines klassisch modernistischen paradigmas also. ob man auf diese weise nachhaltigkeit erzeugen kann, wage ich zu bezweifeln.
ordentlich kohle machen geht auf jeden fall. bis zum nächsten "öko-reisen-skandal", wenn irgendwelche aufklärerisch ambitionierten journalisten "herausfinden", dass der wellnessresort auf den seycellen seinen müll nicht trennt.
National Geographic hat eine Liste mit Anhaltspunkten für Reisende veröffentlicht, an der sich jeder orientieren kann - Siegel hin oder her. Am Ende liegt es doch immer in der Hand des Einzelnen. Dennoch glaube ich, dass ein einheitliches Siegel Verbraucher und Anbieter positiv beeinflussen könnte.
Jessica Braun
Reiseredaktion
ich merke schon, sie kommen aus dieser ecke. über werthaltungen kann man nicht diskutieren.
problem ist nur, wenn die ausrichtung an siegeln und zertifikaten auf konsumentenseite mit "ökologisch korrektem" verhalten gleichgesetzt wird.
mit kriterien und definitionen wird zugleich auf anbieterseite die deutungshoheit darüber festgelegt, was ökologisches reisen bedeutet und was nicht: der "öko-claim" wird gewissermaßen abgesteckt, und alles, was jenseits dieser grenzen stattfindet, verkauft sich entweder unter wert, oder es macht sich der scharlatanerie schuldig.
auf diese weise verschwindet auf kundenseite das wissen um zusammenhänge, auf anbieterseite führt dies zu einem verschwinden von vielfalt. ergebnisse eines klassisch modernistischen paradigmas also. ob man auf diese weise nachhaltigkeit erzeugen kann, wage ich zu bezweifeln.
ordentlich kohle machen geht auf jeden fall. bis zum nächsten "öko-reisen-skandal", wenn irgendwelche aufklärerisch ambitionierten journalisten "herausfinden", dass der wellnessresort auf den seycellen seinen müll nicht trennt.
Mir fehlt bei Ihrer Darstellung die Handlungsoption.
Wie kann man denn nun zu mehr Nachhaltigkeit in der Wirtschaft kommen, ohne eine Öko-Diktatur errichten zu müssen. Chinesen oder Russen haben hier (und das meine ich "nicht unernst") einen Vorteil, dass sie ggf. wirklich von heute auf morgen diktieren können, Kohlekraftwerke abzuschalten oder Herstellungsverfahren x.y (bei Todesstrafe ..) nicht mehr anzuwenden. Ein Etappenziel lässt sich damit sicher auch erreichen, aber diese Form der Nachhaltigkeit ist wohl inkompatibel mit unserem westlichen Demokratie- und Freiheits-Verständnis.
Dass Nachhaltigkeit "schon irgendwie von selber kommt" halte ich angesichts von Kostenvorteilen nicht-nachhaltigen Wirtschaftens für eine Illusion - zumindest solange der Kunde nicht kompetent entscheiden kann. Bis dahin ist es aber ein weiter Weg was sich anhand der Werbung im Prekariats-Fernsehen leicht nachvollziehen lässt.
Wenn man so weit ist, dann muss man nach einem gangbaren Weg finden, um überhaupt Prozesse in Richtung Nachhaltigkeit anzustossen. Dass diese nicht optimal sind, ist klar und dass es unter uns auch Betrüger gibt ist auch eine Tatsache. Das sollte uns aber nicht daran hindern, Ziele zu formulieren unser Handeln und unsere Entscheidungen nach diesen Zielen auszurichten.
Sie bringen eine Reihe von Totschlag-Argumenten, was bei den Siegeln alles schief liefe. Leider kann ich aber nicht erkennen, wie Sie sich nachhaltigen Zielen demokratie-kompatibel annähern wollen.
Y.S.
Mir fehlt bei Ihrer Darstellung die Handlungsoption.
Wie kann man denn nun zu mehr Nachhaltigkeit in der Wirtschaft kommen, ohne eine Öko-Diktatur errichten zu müssen. Chinesen oder Russen haben hier (und das meine ich "nicht unernst") einen Vorteil, dass sie ggf. wirklich von heute auf morgen diktieren können, Kohlekraftwerke abzuschalten oder Herstellungsverfahren x.y (bei Todesstrafe ..) nicht mehr anzuwenden. Ein Etappenziel lässt sich damit sicher auch erreichen, aber diese Form der Nachhaltigkeit ist wohl inkompatibel mit unserem westlichen Demokratie- und Freiheits-Verständnis.
Dass Nachhaltigkeit "schon irgendwie von selber kommt" halte ich angesichts von Kostenvorteilen nicht-nachhaltigen Wirtschaftens für eine Illusion - zumindest solange der Kunde nicht kompetent entscheiden kann. Bis dahin ist es aber ein weiter Weg was sich anhand der Werbung im Prekariats-Fernsehen leicht nachvollziehen lässt.
Wenn man so weit ist, dann muss man nach einem gangbaren Weg finden, um überhaupt Prozesse in Richtung Nachhaltigkeit anzustossen. Dass diese nicht optimal sind, ist klar und dass es unter uns auch Betrüger gibt ist auch eine Tatsache. Das sollte uns aber nicht daran hindern, Ziele zu formulieren unser Handeln und unsere Entscheidungen nach diesen Zielen auszurichten.
Sie bringen eine Reihe von Totschlag-Argumenten, was bei den Siegeln alles schief liefe. Leider kann ich aber nicht erkennen, wie Sie sich nachhaltigen Zielen demokratie-kompatibel annähern wollen.
Y.S.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren