Folgen der Aschewolke Flugausfälle kosten Tourismusbranche Milliarden
Der Vulkanausbruch auf Island kommt Fluggesellschaften, Reiseveranstalter und Hotels teuer zu stehen. Es drohen Umsatzeinbußen in Milliardenhöhe.
© Julian Stratenschulte/dpa

Wegen der gigantischen Aschewolke ging im europäischen Luftraum tagelang nichts mehr
Die Aschewolke über Europa und die tagelangen Flugausfälle haben die Tourismusbranche weltweit 1,7 Milliarden Euro gekostet. Auf diese Summe beziffert der Generalsekretär des Welttourismusverbandes, Taleb Rifai, die Schäden für Fluggesellschaften, Reiseveranstalter und Hotels. Pro Tag hätten sich die Verluste allein in Europa auf rund 400 Millionen Dollar (300 Millionen Euro) belaufen. Rifai kritisierte die "völlige Konfusion" der Verantwortlichen bei der Festlegung, wer für die Kosten aufkomme.
Allein der größte deutsche Reiseveranstalter TUI musste demnach täglich sechs bis sieben Milliarden Euro aufbringen, um Urlauber nach Hause zu holen. Insgesamt sind nach TUI-Angaben auf 191 Flügen und mithilfe von 158 Reisebussen 30.000 Urlauber zurückgebracht worden.
Der Internationale Flugverband IATA hatte die Einnahmeausfälle der Airlines insgesamt auf knapp 1,3 Milliarden Euro beziffert. Die Sperrung der Lufträume in vielen Ländern Europas habe zeitweise knapp ein Drittel der Luftfahrt weltweit lahmgelegt, sagte der IATA-Chef Giovanni Bisignani. Das Ausmaß der Krise stelle die Folgen der Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York in den Schatten, als der Luftraum über den USA für drei Tage gesperrt gewesen sei, sagte er.
Die Folgen des Vulkanausbruchs auf Island seien für die Luftfahrtbranche "verheerend". Die Industrie habe im vergangenen Jahr einen Verlust von weltweit insgesamt 9,4 Milliarden Dollar eingefahren und erhole sich allmählich von der Krise. Auch für dieses Jahr seien noch Verluste von 2,8 Milliarden Dollar zu erwarten.
Verbraucherschützer rieten Pauschalreisenden, die wegen der Aschewolke über Europa auf ihren Urlaub ganz oder teilweise verzichten mussten, auf einer Rückzahlung bereits gezahlter Beiträge zu bestehen. Pauschalurlauber hätten ein Recht auf Rückzahlung, sagte der Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, Michael Wortberg. Die Reiseveranstalter könnten sich seiner Auffassung nach nicht auf höhere Gewalt berufen. Sie hätten mit ihren Kunden vereinbart, dass diese einen Flug bekämen.
Der Deutsche Reiseverband dagegen teilte mit, Pauschalreisende müssten bei Reiseabsage wegen höherer Gewalt mit einer Eigenbeteiligung rechnen. Verbraucherschützer Wortberg prophezeite Pauschalurlaubern, die auf Rückzahlung bestehen, daher "Ärger". Notfalls müssten sie ihre Ansprüche gerichtlich durchsetzen, sagte er.
Individualreisende, die wegen der Flugausfälle privat gebuchte Hotels oder andere Ferienunterkünfte stornieren mussten, haben dagegen keinen Anspruch auf eine Übernahme der Kosten durch die Reiserücktrittskostenversicherung, wie Wortberg sagte. Im Rahmen üblicher Reiserücktrittsversicherungen würden Stornokosten nur erstattet, wenn der Reisende oder ein Angehöriger schwer erkrankt oder ein Schaden am Eigentum wie etwa ein Hausbrand eintritt, erklärte er. Die Annullierung eines Fluges sei kein versichertes Ereignis.
Beim Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull war eine gewaltige Aschewolke in die Atmosphäre gelangt, weswegen der Luftraum über dem größten Teil Europas für mehrere Tage gesperrt wurde. Rund 1,2 Millionen Fluggäste waren täglich davon betroffen.
- Datum 23.04.2010 - 15:22 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, AFP
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Immer, wenn wir uns auf etwas verlassen, das nicht selbstverständlich zum selben Preis und in derselben Menge zuverlässig zur Verfügung steht, rächt es sich bitter.
Das ist auch hier der Fall. Billige Flüge sind nicht selbstverständlich, sondern nur durch üppige Subventionen möglich, und weil wir billigend in Kauf nehmen, daß der Flugverkehr aus jeder Bemühung um Umwelt- und Lärmschutz ausgenommen wird. Der eigentliche Preis der Flugtickets ist höher als auf der Rechnung steht.
Wenn man denselben Fehler einmal begeht und daraus lernt ist man aus Schaden klug geworden.
Wir haben dasselbe Denkproblem aber auch beim Öl, bei unserer Rest-Natur, bei Lebensmitteln und sogar bei unseren Mitmenschen, die wir behandeln, als hätten wir noch eine zweite Bevölkerung, einen zweiten Freundeskreis und eine zweite Familie im Keller.
Wenn man dieselben Fehler immer wieder macht, was ist man dann?
(Die Flugbranche ist einer der größten Empfänger von Subventionen, Steuerbefreiungen und politischer Protektion und zeichnet sich durch die Abwesenheit jedes Gewissens gegenüber fluglärmgeplagten Anwohnern und der Umwelt aus.
Denken Sie mal darüber nach, während Sie ihren sparsamen, mit Katalysator oder Filter ausgestatteten Wagen betanken: Sie bezahlen pro Liter 1,20 bis 1,50. Der Jumbo über Ihnen, der ganze Regionen mit einem Lärm- und Feinstaubteppich verseucht, hat weder einen Filter noch einen Katalysator, aber er wird für ca. 30 Cent pro Liter betankt. Ihre Steuern machen es möglich.)
....Eine Steuer auf Kerosin oder eine Steuerreduzierung auf Benzin?
PS: Eine Steuer auf Kerosin müsste von allen internationalen Partnern ebenfalls erhoben werden, da sonst der Flugverkehr lediglich ins nahe Ausland abwandern würde. Die Nachbarländer wollen aber nicht mitziehen. Dahingehende Gespräche gab es bereits und sie führten zu nichts.
....Eine Steuer auf Kerosin oder eine Steuerreduzierung auf Benzin?
PS: Eine Steuer auf Kerosin müsste von allen internationalen Partnern ebenfalls erhoben werden, da sonst der Flugverkehr lediglich ins nahe Ausland abwandern würde. Die Nachbarländer wollen aber nicht mitziehen. Dahingehende Gespräche gab es bereits und sie führten zu nichts.
....Eine Steuer auf Kerosin oder eine Steuerreduzierung auf Benzin?
PS: Eine Steuer auf Kerosin müsste von allen internationalen Partnern ebenfalls erhoben werden, da sonst der Flugverkehr lediglich ins nahe Ausland abwandern würde. Die Nachbarländer wollen aber nicht mitziehen. Dahingehende Gespräche gab es bereits und sie führten zu nichts.
"Allein der größte deutsche Reiseveranstalter TUI musste demnach täglich sechs bis sieben Milliarden Euro aufbringen, um Urlauber nach Hause zu holen."
Bei den 30.000 zurückzuholenden Urlaubern und etwa fünf Tagen Sperrung des Luftraumes wären das dann 1 Million Euro pro Kunde - da muss der Service ja außergewöhnlich gewesen sein...
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