Grabtuch-Ausstellung in Turin Andacht nur gegen Reservierung

Das wohl berühmteste Stück Stoff der Welt wird wieder ausgestellt. Schon jetzt haben sich 1,5 Millionen Menschen zur Besichtigung des Grabtuchs von Turin angemeldet.

In der Kathedrale an der Piazza San Giovanni wird das Tuch ausgestellt

In der Kathedrale an der Piazza San Giovanni wird das Tuch ausgestellt

Es hat Blutflecken und Brandlöcher. Bis heute kann niemand genau sagen, wie alt es ist oder woher es stammt. Jetzt wird es zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder ausgestellt: das Grabtuch von Turin. Rund eineinhalb Millionen Pilger aus aller Welt haben sich bereits angemeldet – wegen der mehrstündigen Wartezeiten während der letzten Ausstellung im Jahr 2000 müssen Besucher ihre drei Minuten am Tuch nun vorab reservieren –, weitere zwei Millionen werden in den kommenden Wochen erwartet. Auch Papst Benedikt XVI. will Anfang Mai das heilige Gewebe besuchen. Dabei ranken sich weiter Geschichten, Rätsel und Spekulationen um Herkunft und Echtheit der wahrscheinlich meist erforschten Textilie der Welt.

Das gelbliche Leinentuch zeigt den Körperabdruck eines etwa 1,75 Meter großen, bärtigen Mannes mit Spuren einer Folterung: Er hat – mit bloßem Auge schwer zu erkennen – Verletzungen am Kopf, an Händen und Füßen sowie eine Stichwunde in Herznähe. Dass das Tuch den Leichnam Jesu eingehüllt haben könnte, bleibt jedoch eine fromme Vermutung. Zu präzise sei der sichtbare Abdruck, so die Einschätzung vieler Wissenschaftler. Allerdings gilt mittlerweile ebenfalls als sicher, dass der abgebildete Körper nicht von Menschenhand aufgemalt wurde.

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Das Gesicht auf dem Grabtuch im Negativ

Das Gesicht auf dem Grabtuch im Negativ

Uneinigkeit herrscht unter den Forschern auch über die Datierung. Nach Radiokarbon-Analysen an einem mehrere Zentimeter großen Abschnitt des Stoffs hatten Wissenschaftler aus der Schweiz, Großbritannien und den USA 1988 unabhängig voneinander erklärt, dass das Tuch eine mittelalterliche Fälschung sei und aus der Zeit zwischen 1260 und1390 stamme. Inzwischen wurde diese Datierung wieder infrage gestellt, denn nach Ansicht einiger Forscher spricht der von Turiner Wissenschaftlern entdeckte Münzabdruck über dem rechten Auge der Männergestalt dafür, dass das Tuch doch älter ist. Die Münze wurde zur Zeit des römischen Statthalters Pontius Pilatus geprägt. Zudem fanden israelische Forscher 1999 bei Untersuchungen 58 Arten von Pollen und rund 30 Abdrücke von Pflanzen, die es um diese Zeit ausschließlich im Nahen Osten gegeben habe.

Die meisten Pilger glauben einfach an die Wahrhaftigkeit von Jesu' Antlitz an dem Tuch in der Turiner Johannes-Kathedrale. Was den Forschern Rätsel aufgibt, ist ihnen das heilige Wunder. Jetzt haben sie 44 Tage Zeit, eine der Reservierungen für ihre Drei-Minuten-Andacht zu tätigen. Die italienischen Medien sprechen bereits jetzt von einem Großereignis "nicht nur für Turin, sondern für die gesamte katholische Welt".

 
Leser-Kommentare
  1. passt zum rest, die erde ist eine scheibe maria hatte nie sex
    und mixa ist ein heiliger.

    die dummheit stirbt leider nicht aus

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    Sehr geehrte/r Herr/Frau Arniston,

    ich glaube eher, es ist eine Dummheit mancher Menschen in der Neuzeit immer zu glauben, dass Religion schon in sich Unsinn ist. Denken sie an den Horation im Hamlet.
    Menschen sind religiös und werden es immer sein. Können sie nicht einfach den Glauben anderer Menschen respektieren. Es zwingt sie doch niemand, diesen zu teilen.

    MfG

    Hainer

    Sehr geehrte/r Herr/Frau Arniston,

    ich glaube eher, es ist eine Dummheit mancher Menschen in der Neuzeit immer zu glauben, dass Religion schon in sich Unsinn ist. Denken sie an den Horation im Hamlet.
    Menschen sind religiös und werden es immer sein. Können sie nicht einfach den Glauben anderer Menschen respektieren. Es zwingt sie doch niemand, diesen zu teilen.

    MfG

    Hainer

  2. Sehr geehrte/r Herr/Frau Arniston,

    ich glaube eher, es ist eine Dummheit mancher Menschen in der Neuzeit immer zu glauben, dass Religion schon in sich Unsinn ist. Denken sie an den Horation im Hamlet.
    Menschen sind religiös und werden es immer sein. Können sie nicht einfach den Glauben anderer Menschen respektieren. Es zwingt sie doch niemand, diesen zu teilen.

    MfG

    Hainer

    Antwort auf "blödsinn anno 2010"
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    An derhainer: Wichtig ist nicht der "Respekt vor dem Glauben", sondern der Respekt vor den MENSCHEN. Der Glaube selbst ist nur eine Idee bzw. ein System von Ideen.

    Und dass die im Komm. 1 genannten "Fakten" aus heutiger Sicht tatsächlich "Dummheiten" darstellen, werden Sie in diesen Fällen ja selbst nicht leugnen, oder? ;-)

    An derhainer: Wichtig ist nicht der "Respekt vor dem Glauben", sondern der Respekt vor den MENSCHEN. Der Glaube selbst ist nur eine Idee bzw. ein System von Ideen.

    Und dass die im Komm. 1 genannten "Fakten" aus heutiger Sicht tatsächlich "Dummheiten" darstellen, werden Sie in diesen Fällen ja selbst nicht leugnen, oder? ;-)

    • CL
    • 10.04.2010 um 0:12 Uhr

    Das Tuch kann keinen Körperabdruck darstellen. Man braucht sich nur ein Blatt Papier vor das Gesicht zu halten, wie ein Tuch darauf liegen würde, und mit einem (weichen) Stift die Augen, die Nase und den Mund nachmalen. Das resultierende Bild stellt eine wesentliche Verzerrung des eigentlichen Gesichtes dar. Dieser physikalische Effekt fehlt komplett auf dem Grabtuch. Daher kann es nur projiziert oder gemalt sein.

    MFG

  3. Wer allen Ernstes noch glaubt, es bestünde Raum für die Annahme der Echtheit sollte sich hier schlau(er) machen:

    http://hpd.de/node/9209

  4. An derhainer: Wichtig ist nicht der "Respekt vor dem Glauben", sondern der Respekt vor den MENSCHEN. Der Glaube selbst ist nur eine Idee bzw. ein System von Ideen.

    Und dass die im Komm. 1 genannten "Fakten" aus heutiger Sicht tatsächlich "Dummheiten" darstellen, werden Sie in diesen Fällen ja selbst nicht leugnen, oder? ;-)

    Antwort auf "Intoleranz anno 2010"
    • IllI
    • 11.04.2010 um 14:18 Uhr

    hat die es röm.kath.Kirche doch immer geschafft von Kreuzzug, Hexenverbrennung und Kindsmissbrauch abzulenken ...

    Ansich ist Religion nichts schlimmes, kann sogar zum einklang mit sich und der umwelt sorgen (buddhismus etc.), sie kann aber auch aus purer macht- und liquiditätsgier die naivität der gläubigen ausnutzen ...

    muss ja jede/r selbst wissen ob er/sie sich für ein bild von ld anmelden will oder einfach in louvre gehn möchte ...
    solong

    • zoezer
    • 12.04.2010 um 11:59 Uhr

    Das wohl berühmteste Stück Stoff der Welt ... ?
    ________________________________________________-
    Vom Propheten Muhammed (SAV) gibt es Kleidungsstücke und Schuhe in Topkapi Sarayi in Istanbul und wird weltweit millionenfach besucht. Diese sind bewiesenerweise Originale.

    Ich würde behaupten, diese sind berühmter als dieses fragwürdige Stoff.

  5. Es werden immer mehr Leute erkennen, dass der Glaube an einen persönlichen Gott leider nur unserem Wunschdenken entspricht und dass es nach allem was wir wissen keinen plausiblen Grund für diese Annahme gibt. Vom historischen Jesus ist sehr wenig Gesichertes überliefert. Der Text der Evangelien wurde zum grössten Teil mehr als 70-100 Jahre nach Christi Tod von diversen Anhängern des neuen Glaubens verfasst und ausgeschmückt (siehe "Der erfundene Jesus" von Gerd Lüdemann, Prof. der Theologie).

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