Great Barrier ReefWelterbe unter Wasser

Die Havarie eines chinesischen Kohlefrachters bedroht noch immer das Great Barrier Reef. Das Korallenparadies an der Ostküste Australiens gehört zum Unesco-Weltnaturerbe.

Der am Great Barrier Reef vor Australien auf Grund gelaufene chinesische Kohlefrachter wird ausgepumpt. Damit soll die Gefahr einer Ölpest am größten Korallenriff der Welt gebannt werden. Seit Samstag liegt das havarierte Schiff auf einer Sandbank. Bis zu vier Tonnen Öl waren bereits am Sonntag ausgelaufen.

Noch kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Schiff auseinander bricht und der so freigesetzte Treibstoff weitere Teile des Riffs in Mitleidenschaft zieht. "Wir sind einigermaßen sicher, dass es nicht zu einem katastrophalen Bruch des Schiffes kommt", sagt der Chef der Meeresschutzbehörde, Patrick Quirk. "Es sei denn, das Wetter ändert sich."

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Für den australischen Bundesstaat Queensland, zu dem das Great Barrier Reef gehört, wäre eine Ölpest nicht nur aus ökologischer Sicht eine Katastrophe: Jedes Jahr kommen etwa acht Millionen Touristen zum Tauchen und Schnorcheln in die Region. Mit mehr als 14.000 Tier- und Pflanzenarten ist das aus 2500 einzelnen Riffen bestehende Gebiet ein einzigartiges Ökosystem. Die Unesco erklärte das Great Barrier Reef deswegen 1981 zum Weltnaturerbe.

Von der Internationalen Schifffahrtsorganisation (IMO) wurde das Riff bereits als sogenannte PSSA (Particular Sensitive Sea Area) eingestuft, als ein besonders sensibles Meeresgebiet. Der WWF (World Wide Fund for Nature) forderte deswegen eine Lotsenpflicht für empfindliche Regionen wie das Great Barrier Reef. So könne man derlei Unfälle verhindern. Überdies müsse das besonders giftige Schweröl als Schiffstreibstoff verboten werden. "Keiner würde auf die Idee kommen, mit schlammigen Schuhen über edle Teppiche zu laufen, aber auf See kennt man wenig Skrupel", sagt Stephan Lutter vom WWF.

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    • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
    • Schlagworte Wasser | Unesco | Katastrophe | Region | Riff | Schiff
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