Reiserecht Fluglinien müssen kostenloses Zahlverfahren anbieten

Eine Fluggesellschaft darf für die Buchung im Internet nur dann eine Kreditkartengebühr verlangen, wenn sie auch ein etabliertes kostenfreies Zahlverfahren anbietet.

Ryanair muss nun auch ein kostenfreies Zahlverfahren anbieten

Ryanair muss nun auch ein kostenfreies Zahlverfahren anbieten

Eine Fluggesellschaft darf für die Buchung im Internet nur dann eine Kreditkartengebühr verlangen, wenn sie auch ein etabliertes kostenfreies Zahlverfahren anbietet. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die Billigfluglinie Ryanair abschließend entschieden. Die bisherige Zahlpraxis der Fluggesellschaft ist damit unzulässig.

Demnach akzeptiert Ryanair kein Bargeld. Für die Zahlung mit Kreditkarte verlangt das Unternehmen eine Gebühr von vier Euro, für sonstige Zahlungskarten 1,50 Euro. Kostenfrei ist lediglich die Zahlung mit einer sogenannten Visa Electron-Karte. Diese ist aber nur gegen eine Jahresgebühr von 40 bis 100 Euro erhältlich.

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Diese Regelung benachteilige die Kunden, so der BGH. Das Unternehmen müsse seinen Kunden die Möglichkeit eröffnen, die Zahlung auf einem gängigen und mit zumutbarem Aufwand zugänglichen Weg zu entrichten, ohne dass dafür eine zusätzliche Gebühr zu bezahlen ist. Der Ausschluss der Barzahlung sei hingegen nicht als unangemessen anzusehen. Hierfür sei ausschlaggebend, dass die Fluglinie ihre Leistungen nahezu ausschließlich im Fernabsatz erbringt – die meisten Kunden buchen ihre Tickets online – und eine Barzahlung für beide Parteien mit erheblichem Aufwand verbunden wäre.

"Für die Kunden bedeutet das Urteil einen weiteren Schritt hin zu mehr Preistransparenz im Internet", sagte der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands Gerd Billen.

(AZ: Xa ZR 68/09)

 
Leser-Kommentare
  1. Wieso vier bzw. 1,50 Euro, die Zahlung per Kreditkarte kostet dort immer noch ganze 10 Euro - ALLE angebotenen Optionen kosten 10 Euro, auch die Visa-Electron. Endlich wird dieser Praxis das Handwerk gelegt. Demnächst bitte noch ein Urteil zu einer Mindesfreundlichkeit der Stewardessen by Ryanair. Danke.

    • omex
    • 09.06.2010 um 4:12 Uhr

    Ryan Air schien mir bereits des längeren stets darauf bedacht das anfänglich günstige Angebot mit nachfolgend verwirrenden Extras, Gebühren, Zwangs-Online-Check-In (um der Extra-GEbÜhrt zu entgehen) etc. dann letztendlich doch den zunächst sehr günstig gefundenen Startpreis zu verwässern bzw. schlichtweg ad absurdum zu führen.........eigentlich sehr schön zu sehen, wie einer von Anfang an relativ durchsichtig durchtriebenen GEschäftsform das Handwerk gelegt wird......schon das kurz nach STart der Fluglinie geführte Interview mit dem GEschäftsfÜhrer von Ryan-Air war eigentlich reine Zynik.

  2. ... ich verstehe nicht, warum es noch Leute gibt, die mit denen fliegen. Es gibt ja wirklich genug Billigflieger (und selbst die Lufthansa kann manchmal mit den Billigangeboten mithalten).

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • carol
    • 30.06.2010 um 22:50 Uhr

    ich bin mal ein halbes jahr mit denen für 5 euro (inkl. kreditkarte) pro Strecke aus London nach Bremen geflogen. das war sensationell.

    • carol
    • 30.06.2010 um 22:50 Uhr

    ich bin mal ein halbes jahr mit denen für 5 euro (inkl. kreditkarte) pro Strecke aus London nach Bremen geflogen. das war sensationell.

  3. Die Visa Electron ist jetzt eine "Mastercard Prepaid Zahlkarte" und die Kreditkartengebühr eine "Verwaltungsgebühr - Pro Fluggast und einfachem Flug Diese Gebühr bezieht sich auf Kosten, die sich aus dem Ryanair Reservierungssystem ergeben." (http://www.ryanair.com/de...)

    Naiv, wer glaubt, Ryanair würde sich Gerichtsurteilen beugen..

    • carol
    • 30.06.2010 um 22:50 Uhr

    ich bin mal ein halbes jahr mit denen für 5 euro (inkl. kreditkarte) pro Strecke aus London nach Bremen geflogen. das war sensationell.

  4. diese Abzocke ist bei anderen Billigfliegern genauso üblich. Bei Flybe kostet die Kreditkartenbuchung pro Person und je Flugstrecke 6€. Wenn man also für eine 4 köpfige Familie hin- und zurück bucht, sind das locker 48€ bei einem Kreditkartenbuchungsvorgang!! Die einzige kostenlose Möglichkeit ist auch eine Electron-Karte. Lastschrift ist von D aus nicht möglich.
    Bei flybe gibt es dazu noch einen weiteren Trick, um Gebühren zu generieren. Es wird damit geworben, dass man 10 kg Handgepäck mitnehmen kann. Was aber nicht dort steht, ist, dass das Gestell zu Prüfung der Abmessungen des Gepäckstückes am Flughafen so dimensioniert ist, dass ein handelsüblicher Trolley für "Bordgepäck" nicht hineinpasst, weil die Rollen überstehen! So ist man dann gezwungen, das Gepäck aufzugeben: macht noch mal 18€ pro Strecke.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters
  • Kommentare 6
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  • Schlagworte Gerd Billen | Bundesgerichtshof | Reiserecht | Gebühr | Visum | Internet | Euro
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