Stadtführung Berlin Durch die DrehtürSeite 2/2
© JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images

Die Tour endet am Brandenburger Tor
Die Gruppe steht vor den Gebäuden, in denen Lobbyisten-Büros sind, und blickt doch hinter die Fassade. Das kommt nicht immer gut an: Büromitarbeiter kommen heraus; die einen fragen, was machen Sie hier, lassen Sie mich durch; andere sagen, interessant, kommen Sie doch hoch und wir reden in Ruhe. Einmal stieß ein Mann zur Gruppe, "grauer Anzug, graue Haut, hinter sich eine graue Wand". Der Graue notierte eifrig Jazbinseks Worte; dann überreichte er seine Visitenkarte, Verband der Chemischen Industrie. "Ein Kontrolleur", sagt Dietmar Jazbinsek.
Immer öfter drohen die Immobilienbesitzer dem Tourleiter Hausverbot an. Anfang April wollte Jazbinsek mit seiner Gruppe in die Galerie der Cafés Einstein Unter den Linden gehen; dort spricht er über den im selben Haus ansässigen Deutschen Zigarettenverband. Die Galerie ist öffentlicher Raum, die Frau vom Sicherheitsdienst gab kein Haus-, aber Mundverbot; sie sagte: "Sie dürfen hier rein – aber Sie dürfen nicht über die Tabakindustrie reden."
Die Stadtführung endet am Brandenburger Tor. Hier liegen Diplomatie und Gewalt eng beieinander. Die Botschafter von Frankreich, Großbritannien und den USA residieren hier, und im Hotel Adlon logieren Staatsgäste aus aller Welt. Doch der Pariser Platz ist auch der "Platz der Rüstungsindustrie": Diverse Rüstungskonzerne haben eine Dependance. Jazbinsek erzählt, wie die Konzerne 2008 eine Ausnahmeregelung für Deutschland bei der Streubombenkonvention erwirkt haben. Statt Streumunition sagen deutsche Rüstungsfirmen jetzt "intelligente Wirksysteme".
Bei der Wahl des Unworts 2009 kam dieser Begriff auf Platz drei.
Auf Anfrage eines Lesers möchten wir klar stellen: Das Herrn Jazbinsek erteilte Redeverbot in Bezug auf die Tabakindustrie in der Galerie des Café Einstein wurde nach unserem Kenntnisstand auf Anordnung des Galeristen hin ausgesprochen
- Datum 10.05.2010 - 09:46 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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wenn nur die einst angedachten Demokratischen Strukturen nicht darunter leiden würden. Davon ist allerdings in der EU Verfassung eh nicht's drin... Demokratie ging da irgendwie vergessen, zumindest die direkte. So ist das eigentlich nicht^s für mich... Aber dann, Demokratie wurde generell schon immer von oben zugeteilt, oft in wohl kontrollierten Häppchen, die wirklich elemantaren Sachen wurden dem volk nie in die Hände gegeben. Wie man das kürzlich gemacht hat kann man sich im Irak ansehen. Demokratie wurde bis her eher nicht von unten erkämpft... da würden also durchaus noch Spielräume bestehen die man ausprobieren könnte.
aber so neu dann doch nicht.
Nur keine falsche Aufregung. Lobbyismus gibt es so lange es Menschen und Regierungen gibt.
Um so wichtiger das man ein Auge auf die schwarze Truppe hat.
Beim nächsten Berlin Besuch will ich versuchen dabei zu sein.
Klasse Idee!
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