Flugverbote Flugverkehr normalisiert sich

Trotz weiterer Vulkanaktivität auf Island plant die Deutsche Flugsicherung vorerst keine Flugverbote. Am Wochenende hatten Reisende an Flughäfen festgesessen.

Nach der Sperrung des Luftraumes wegen der Vulkan-Aschewolke am Sonntag plant die Deutsche Flugsicherung (DFS) vorerst keine weiteren Flugverbote. Während die Kritik an den Sperrungen zunahm, normalisierte sich am Montag der Flugverkehr trotz weiterer Aktivitäten des isländischen Vulkans. Alle Flüge fänden wie geplant statt, sagte DFS-Sprecher Axel Raab in Langen bei Frankfurt.

Am Flughafen München waren etwa 500 Flüge ausgefallen. Rund 45.000 Fluggäste konnten nicht fliegen. Ein Sprecher bezifferte den Schaden auf rund eine halbe Million Euro. Etwa 500 Passagiere mussten die Nacht zum Montag auf Feldbetten im Flughafen verbringen. Auf den Flughäfen Stuttgart, Friedrichshafen und Karlsruhe/Baden-Baden fielen rund 90 Flüge aus.

Anzeige

Am Abend wurden auch die Airports Memmingen und Augsburg wieder geöffnet. Der ebenfalls am Sonntagnachmittag geschlossene Flughafen Stuttgart nahm bereits um 18 Uhr seinen Betrieb wieder auf. Gestrichene oder verspätete Flüge verärgerten auch viele Passagiere in anderen Bundesländern.

Erstmals waren am Sonntag Teile des portugiesischen Luftraumes wegen der Asche geschlossen worden. Nach Angaben der nationalen Luftverkehrskontrollbehörde NAV sollte der Flughafen Francisco Sa Carneiro in Porto im Norden des Landes aller Voraussicht nach um sieben Uhr Ortszeit wieder geöffnet werden, der von Lissabon um 13 Uhr Ortszeit. Am Sonntag waren auch alle Flughäfen auf den Azoren etwa 1500 Kilometer westlich vom europäischen Festland geschlossen worden, hieß es.

Der Flughafen von Luxemburg hat seit sechs Uhr wieder seinen normalen Flugbetrieb aufgenommen. Probleme mit der Aschewolke an Flugzielen könnten aber vereinzelt zu Verspätungen und Störungen im Flugbetrieb führen, teilte Luxair mit. Passagiere sollten sich deshalb über ihren Flug im Internet informieren, bevor sie zum Flughafen kommen.

Nach Einschätzung von Eurocontrol entfielen am Sonntag in Europa rund 500 von normalerweise etwa 25.000 Flügen. Am Samstag waren rund 200 Flüge ausgefallen. Auf den Strecken über den Atlantik kam es zu mehrstündigen Verspätungen, weil die Maschinen die Aschewolke umfliegen mussten.

Betroffen von der Vulkanasche in der Luft waren laut Eurocontrol Flughäfen im Norden Portugals, im Nordwesten Spaniens und im Norden Italiens. Vorübergehend waren nach Angaben der Behörde die Flughäfen Mailand, Pisa und Florenz gesperrt. Auch Österreich schloss die Flughäfen Innsbruck, Salzburg, Linz und Wien. Die Schweiz schloss sich der Sperrung zwar nicht an; dennoch fielen am Sonntag zahlreiche Flüge in Genf, Basel und Zürich aus.

Die Lufthansa kritisierte ebenso wie Air Berlin die deutschen Flugverbote als "falsch". Es gebe keinen konkreten Hinweis auf eine Gefährdung, sagte Lufthansa-Sprecher Klaus Walther. Erneut seien für die Entscheidung nur Computersimulationen herangezogen worden. Die Schweiz, die eigene Messungen durchgeführt habe, lasse weiter den Flugverkehr zu.

Die Vulkanasche zog am Wochenende nach Angaben des DWD von nördlichen Winden getrieben von Island aus bis vor die Küste Portugals. Von dort bog sie mit den Luftströmen ab nach Osten über Spanien und Frankreich und in einen Teil des norditalienischen und süddeutschen Luftraums.

Der Wetterdienst berief sich auf Daten der Vulkanasche-Spezialisten aus London. In dem Luftraum gebe es daher eine hohe Konzentration an Vulkanasche. Die Partikel gelten zwar für Menschen nicht als schädlich, können in hoher Konzentration aber Triebwerke moderner Jets schädigen oder gar zum Ausfall bringen.

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service