Tourismus Griechenland, jetzt erst recht!

Die Verunsicherung wird immer größer: Ist Griechenland noch einen Urlaub wert? Ja, sogar mehr als je zuvor. Nie hat sich ein Urlaub in Hellas mehr gelohnt.

Touristen vor dem Parthenon Tempel in Athen. Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Griechenlands

Touristen vor dem Parthenon Tempel in Athen. Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Griechenlands

Demonstrationen und kreisende Hubschrauber der Steuerfahndung. Griechenland ist im Ausnahmezustand. Die Berichterstattung über die Krise setzt sich fort. Stellen die deutschen Touristen ihren Urlaub jetzt infrage, weil es ihnen dort zu ungemütlich erscheint?

Mit einem deutlichen "Nein!" antwortet Professor Hans Rück, der Dekan des Fachbereichs Touristik an der Fachhochschule Worms. Die Streiks würden von den Boulevardmedien überspitzt dargestellt. "Die Demonstrationen sind nur ein laues Lüftchen entgegen dem, was angekündigt war. Wo ist denn der große Generalstreik geblieben?", fragt Rück. Es sei natürlich, dass Menschen auf die Straßen gehen, wenn sie Gehaltseinbußen in diesem Ausmaß hinnehmen müssten. "Aber insgesamt sind die Griechen doch sehr reflektiert. Sie wissen um die Notwendigkeit in ihrer Situation. Und die wirkt disziplinierend", sagt er.



Die deutsche Regierung beteiligt sich an dem europäischen Rettungspaket für Griechenland. Auch jeder einzelne kann einen Hilfsbeitrag leisten. Denn das Land finanziert sich hauptsächlich durch den primären und den tertiären Wirtschaftssektor, das heißt: durch Landwirtschaft und eben Tourismus. "Tourismus ist unser wertvolles Gut, eine der ganz wichtigen Quellen der wirtschaftlichen Wiederbelebung." sagt Vassilis Rapanos, Vorstandsvorsitzender der griechischen Nationalbank. 16 Millionen Urlauber, davon 2,3 Millionen Deutsche, verbrachten allein im Jahr 2007 ihre Ferien in Griechenland, bestätigt das Auswärtige Amt. In Griechenland macht der Tourismus 20 Prozent der Staatseinnahmen aus, rund 700.000 Arbeitsplätze hängen davon ab.
 
Doch die Branche verzeichnet seit Jahren Buchungsrückgänge. Und das nicht erst seit der Finanzkrise. Besonders die Deutschen sind Griechenland ferngeblieben. Die sich finanziell niederschlagenden Rückgänge hatten zur Folge, dass dringend benötigte Modernisierungen an der Infrastruktur unerledigt blieben. Und so erscheinen andere Reiseorte wie die Türkei oder Nordafrika den Touristen wiederum moderner und attraktiver. "Die Reservierungen aus Griechenlands traditionellen Tourismusmärkten Deutschland und England sind um zehn Prozent beziehungsweise sieben Prozent gegenüber zum Vorjahr gefallen." heißt es bei der Hellenic Chamber of Hotels, einer Vereinigung griechischer Hoteliers und Reisemittler. "Länder wie die Türkei waren zudem bisher günstiger", sagt Rück.

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Leser-Kommentare
    • hareck
    • 04.05.2010 um 19:39 Uhr

    dass der Autor ein Feind des Bindestrichs zu sein scheint, ein schöner Artikel, der die Griechenlandkrise ein bisschen ins rechte Licht rückt.

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    • th
    • 05.05.2010 um 0:44 Uhr

    auch mit dem Dativ hat ers nicht so:

    "Immerhin wurde die deutsche Kanzlerin von einigen griechischen Zeitungen als Skeptikerin gegenüber des europäischen Hilfspaket beschrieben"

    Aber dass der gute Herr Sick mit seinem Buch bei manchen Leuten eine panische Angst vor dem Dativ erzeugt hat, wissen wir ja schon lange.

    • th
    • 05.05.2010 um 0:44 Uhr

    auch mit dem Dativ hat ers nicht so:

    "Immerhin wurde die deutsche Kanzlerin von einigen griechischen Zeitungen als Skeptikerin gegenüber des europäischen Hilfspaket beschrieben"

    Aber dass der gute Herr Sick mit seinem Buch bei manchen Leuten eine panische Angst vor dem Dativ erzeugt hat, wissen wir ja schon lange.

  1. Die negativen Äußerungen über Deutsche von einigen griechischen Politikern (wie dem Vize-Premier Pangalos) und in einigen griechischen Zeitungen waren bestimmt keine gute Werbung für das Touristenziel Griechenland. Eine griechische Zeitung soll angeblich dt. Urlaubern sogar mit Worten wie: "Wir zeigen euch die Kehrseite der griechischen Gastfreundschaft" gedroht haben.

    Wenn als Folge dieser populistischen Äußerungen gegen Deutsche, die Zahl der Touristen aus Deutschland in Griechenland etwas sinkt, wird vielleicht erkannt werden, dass man sich unter Partnern um einen fairen Umgangston bemühen sollte.

    In Griechenland hat eine "Focus" Ausgabe viel Zorn ausgelöst und u.a. zu Boykottaufrufen gegen dt. Produkte geführt. Gleichzeitig (und schon vor dem Erscheinen des betreffenden Focus) wurden von griechischen Zeitungen Karrikaturen und Cliches über Deutsche verbreitet, die ich als mindestens ebenso beleidigend wie den Focus Artikel empfinde.

    Ich persönlich bin von den Ressentiments, die von einigen in Griechenland geäußert worden sind, weil Deutschland keinen Blankoscheck ausgestellt hat, schon enttäuscht. Von einem Partnerland in einem Bündnis hätte ich mehr Rücksicht erwartet.

    • th
    • 05.05.2010 um 0:44 Uhr

    auch mit dem Dativ hat ers nicht so:

    "Immerhin wurde die deutsche Kanzlerin von einigen griechischen Zeitungen als Skeptikerin gegenüber des europäischen Hilfspaket beschrieben"

    Aber dass der gute Herr Sick mit seinem Buch bei manchen Leuten eine panische Angst vor dem Dativ erzeugt hat, wissen wir ja schon lange.

    Antwort auf "Abgesehen davon,"
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    • Hickey
    • 06.05.2010 um 8:00 Uhr

    Ist was für Leute die noch die Zeit dazu haben.

    Ein geschwollener Text hilft nicht unbedingt besser zu verstehen oder den Autor in ein besseres Licht zu rücken.

    Oftmals schreiben hier viele Kommentatoren Fachbegriffe, schaffen es aber nicht ein Koma in einen Satz mit 200 Wörtern zu packen.

    Also streitet euch ruhig weiter über diesen Nonsense...denn das geht am eigentlichen Thema vorbei.

    Besserwisser > All

    • Hickey
    • 06.05.2010 um 8:00 Uhr

    Ist was für Leute die noch die Zeit dazu haben.

    Ein geschwollener Text hilft nicht unbedingt besser zu verstehen oder den Autor in ein besseres Licht zu rücken.

    Oftmals schreiben hier viele Kommentatoren Fachbegriffe, schaffen es aber nicht ein Koma in einen Satz mit 200 Wörtern zu packen.

    Also streitet euch ruhig weiter über diesen Nonsense...denn das geht am eigentlichen Thema vorbei.

    Besserwisser > All

  2. Soso, gerne gesehen. Man sollte sich das:
    http://www.welt.de/politi...
    mal genüsslich reinziehen. Also, wenn ich Abenteuerurlaub haben möchte, dann fahre ich nach Island (Vulkane streicheln) oder in den Irak, aber wegen irgendwelcher schwachsinnigen Streiks tagelang auf einer Insel festzuhängen, dazu habe ich wirklich keine Lust. Und das droht einem Griechenlandurlauber.
    Was soll dieser Artikel ? Das ist doch Hofberichterstattung für die Tourismusindustrie.

  3. Griechenland ist ein Tourismusland, es hat in dieser Hinsicht auch viel zu bieten und ist meiner Meinung nach immer eine Reise wert. Man muss auch nicht immer die Hochburgen auf den Inseln besuchen, denn auch auf dem Festland gibt es viel zu entdecken. Und in punkto Service haben die griechischen Hotels die deutschen sowieso schon abgehaengt.

    • Spnx
    • 05.05.2010 um 12:34 Uhr

    "Ariadne" wird nicht, wie fest zugesagt, von "Naxos" zu den
    Maifestspielen nach Wiesbaden kommen, obwohl die
    "entstehenden Kosten aus dem Budget der Internationalen Maifestspiele komplett getragen würden", wie die Festspielleitung der Griechischen Nationaloper Athen versicherte, und "durch die Absage des Gastspiels eine größere Finanzlücke entsteht" als im umngekehrten Falle.

    http://www.maifestspiele....

    Sehr schade, aber ich denke, auch nachvollziehbar!

    Einen Fan der griechischen Götter- und Dramenwelt wird es aber nicht hindern, sich vor Ort auf die Spuren derselben zu machen, und ich kann mir nicht vorstellen, dass Griechenland seinen unverdrossenen Fans aus D die
    Kehrseite der Gastfreundschaft zeigen könnte.

    • Spnx
    • 05.05.2010 um 13:44 Uhr

    nach antikem Muster ein Satyrspiel (Parodie auf die
    Tragödie) folgen lassen und das Ganze mit einer
    Komödie abrunden ...
    So jedenfalls gestaltete sich im antiken Athen das jährliche Fest der Dionysien, dessen Finanzierung der Staat traditionsgemäß reichen Bürgern mit dem (Ehren-)Amt des Choregen unablehnbar aufdrückte.
    Und mit ein paar Tagen Leben-wie-die-Götter begnügte man
    sich damals ...
    Und heute? Ein Jammer, dass die neuesten Quellen des Glücks so schnell versiegten!;-)
    Aber die weltweiten Liebhaber von Göttern und Tragödien
    werden nicht müde werden, sie wieder zu füllen!

    • Hickey
    • 06.05.2010 um 7:57 Uhr

    Man kann von einem Menschen nicht verlangen das er in seinem Leben alle 2 Jahre in bestimmtes Land fährt um dort Urlaub zu machen.

    Gott sei dank, bin ich kein Normalo-Reiser, heißt Strandurlaube oder Wellnessurlaube sind nichts für mich, ich suche das Abenteuer und das findet man in Europa oder Amerika einfach nicht mehr, dafür sind diese Staaten zu erschlossen, zu europäisch eben.

    Vielen meiner Freunde geht es genauso, denn Strand gibts überall auf der Welt, ob Thailand(was gegenüber Griechenland noch einen kleinen orientalischen Charakter hat), Türkei, Griechenland oder Litauen.
    Tempel gibts in Italien auch, sehen genauso aus wie in Athen, ach was red ich, Tempel gibts überall auf der Welt :)

    Ein Recht auf Tourismus gibt es eben nicht und genau darum müssen Menschen die darauf angewiesen sind auch mal in die Zukunft denken.

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