ReiserechtHaftungsgrenze bei Gepäckverlust

Der Europäische Gerichtshof hat eine Obergrenze für die Haftung bei verlorenem Gepäck festgesetzt. Der Betrag von 1300 Euro deckt laut Gerichtshof alle Schäden ab. von dpa und Reuters

Verloren gegangene Koffer stehen an einem Schalter am Flughafen

Verloren gegangene Koffer stehen an einem Schalter am Flughafen  |  © Bill Pugliano/Getty Images

Wer nach einer Flugreise sein Gepäck vermisst, kann von der Fluggesellschaft höchstens 1300 Euro Entschädigung erwarten. Dies hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg entschieden. Diese Obergrenze können Reisende nur beeinflussen, wenn sie vor dem Abflug einen höheren Wert des Gepäcks angeben und dafür auch gesonderte Gebühren bezahlen.

Der Gerichtshof musste entscheiden, wie das Abkommen von Montreal zu deuten sei, in dem die Höchstgrenzen für Entschädigung bei Gepäckverlust festgelegt wurden. Ein Reisender hatte von einer Fluggesellschaft 2700 Euro für ein zwischen Barcelona und Porto verschwundenes Gepäckstück verlangt. Zusätzlich wollte er 500 Euro für immateriellen Schaden. Die Airline weigerte sich zu zahlen. Der EuGH entschied (Rechtssache C-63/09), es gebe nur eine einzige Obergrenze, die sowohl materiellen als auch immateriellen Schaden abdecke.

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Sinn des Abkommens von Montreal sei unter anderem, für einen "gerechten Interessensausgleich" zwischen Fluggesellschaften und Reisenden zu sorgen. Deswegen seien "eindeutige Höchstbeträge" für Schadenersatz nötig, damit eine "einfache und schnelle Entschädigung der Fluggäste" möglich sei. Den Fluggesellschaften dürfe keine "übermäßige, schwer feststell- und berechenbare Ersatzpflicht" aufgebürdet werden. Zudem könne jeder Reisende durch eine entsprechende Zusatzgebühr für eine höhere Entschädigung im Fall des Falles sorgen.

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Leserkommentare
    • Talor
    • 06. Mai 2010 17:20 Uhr

    Allein die Klamotten, die man für nur einwöchige Reise im Koffer hat, sind doch schon über 1000€ wert.. und das sage ich als Student, wie das erst für Geschäftsleute mit Anzügen etc aussieht will ich mir gar nicht vorstellen, zumal ja evtl noch Kamera, Laptop etc dazukommen.

    Wer es nicht auf die Reihe bekommt, seine Dienstleistung zu erbringen, soll gefälligst auch für die Schäden aufkommen.

  1. Ein Laptop gehört ins Handgepäck - so viel Platz muss sein. Und eine teure Kameraausrüstung sollte eh immer extra versichert werden. Ansonsten ist es unverständlich, wie aufgegebenes Gepäck im an sich geschlossenen System Airport endgültig "verloren" gehen kann. Auf dem "Bändel" mit der Zielkennung am Koffer sind auch Name und Daten des Reisenden elektronisch gespeichert. Reißt der ab - oder geht verloren, befindet sich doch bestimmt wenigstens eine Visitenkarte am/im Gepäckstück. Koffer übrigens können Profis an den Flughäfen - ganz gleich wie auch verschlossen - im Fall der Fälle immer öffnen. Und alles andere? Na, das müsste dann ja wohl Diebstahl sein.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
  • Schlagworte EuGH | Europäischer Gerichtshof | Airline | Entschädigung | Euro | Gebühr
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