Art Basel Langweilig wird's hier nie

Zum 41. Mal findet die Art Basel statt und lockt alles an, was mit Kunst zu tun hat. Die Stadt bietet neben der Messe jede Menge Partys und herausragende Ausstellungen.

Die Galerie Hauser & Wirth aus Zürich

Die Galerie Hauser & Wirth aus Zürich

"So viel ist klar: Ab elf Campari Bar!" Zugegeben, solche Reime haben etwas Gewolltes, aber was die Art Basel betrifft, drückt sich darin die Essenz des ganzen Treibens der weltweit wichtigsten Kunstmesse aus: Es ist viel los, aber es konzentriert sich auf wenige Schauplätze und am Ende landen alle – Galeristen, Sammler, Künstler, Kuratoren, Besucher – am selben Ort: in der Kunsthalle am Tinguely Brunnen. Die dort ansässige Campari Bar, ihr Biergarten und das schicke Restaurant Kunsthalle, sind eine Tradition während der Kunstmesse. Hier wird gegessen, getrunken, getanzt und bestimmt vieles entschieden.

Schön sind diese Gewissheiten. Man muss sich keine Sorgen machen, etwas zu verpassen und kann sich treiben lassen. Zwar ist Basel in dieser einen Woche des Jahres völlig anders als den Rest des Jahres, voll, extravagant und überdreht – aber die 170.000 Einwohner Stadt gibt dem Trubel einen überschaubaren Rahmen. Man trifft sich immer wieder, so gut wie alles ist zu Fuß erreichbar, und wer die Ohren spitzt, weiß schnell, wann wer wo hingeht.

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"Es ist hier sehr atmosphärisch, deshalb wollen ja auch alle hierhin", sagt Charlotte Desaga. Die 32-Jährige führt seit knapp einem Jahr eine Galerie in Köln und kommt regelmäßig zur Messe nach Basel. "Man sieht hier tolle Kunst auf sehr engem Raum, man trifft viele Leute, und es ist eine gute Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen." Es sei einfach "die beste Messe des Jahres", sagt Franziska von Hasselbach von der Galerie Sprüth Magers , "alles ist hier besser: die Qualität der Kunst, des Essens, der Orte, der Museen".

Die Kunstmesse eröffnet offiziell am Mittwoch auf dem Messeplatz, rechts vom Rhein. Vieles passiert aber bereits zwei Tage zuvor: Previews und Empfänge für geladene Gäste. Schon Tage vor Beginn bekommt man kaum ein Hotelzimmer – von einem bezahlbaren ganz zu schweigen. An den ersten drei Tagen sei die Stadt komplett ausgebucht, sagt Christoph Bosshardt von Basel Tourismus . Die Zimmer seien zwischen 50 und 300 Prozent teurer als sonst. Wer ein Doppelzimmer in Messenähe, zum Beispiel in dem charmanten Stadtteil Kleinbasel miete, zahle im Schnitt 250 bis 300 Euro. Viele Basler überlassen ihre Wohnungen den Messegästen und reisen von dem Geld in Urlaub.

Ab spätestens Donnerstag wird es wieder einfacher, unterzukommen, ohne dass aber weniger los wäre. Denn während der Art Basel und den anderen parallelen jungen Kunstmessen wie der Liste , der Volta oder der Scope , finden jede Menge Vorträge, Filmvorführungen, Ausstellungen und Partys statt. Ein Kalender informiert über alles.

Empfehlenswert ist eine Tour von der Messe bis zur Liste: Nach dem Besuch der Hauptmesse oder der Art Unlimited – der Präsentation besonders großformatiger Kunst – kann man über den Messeplatz laufen und sich die Swiss Art Awards ansehen: Gezeigt werden dort in diesem Jahr 81 Arbeiten junger Schweizer Künstler. Sehenswert sind die meisten, der Eintritt ist gratis. Hernach empfiehlt sich ein Abstecher zum Design-Forum Design Miami oder der Weg zum Areal des Werkraum Warteck PP, einer alten Brauerei. Dort empfängt die Liste zum allabendlichen Wurst und Bier auf der Straße. Vor dem Brauereigebäude gibt es Konzerte und Performances.

Auch andere Clubs und Bars ziehen Messebesucher an, etwa das Kaserne-Areal in Kleinbasel oder die Cargo Bar direkt am Rhein. Essen kann man in einem der vielen Restaurants in der Basler Altstadt oder in der Nähe der Messe, wobei einige von den großen Galerien ausgebucht sind.

Allzu lange sollte man aber nicht ausgehen, damit der Kopf frei und entspannt ist für die Unmengen an Kunst, die man auf und während der Messe zu sehen bekommt: So zeigt das Schaulager gerade Werke vom Medienkünstler Matthew Barney, das Museum für Gegenwartskunst präsentiert den Kanadier Rodney Graham und die Fondation Beyeler zeigt eine Retrospektive von Jean-Michel Basquiat. Langweilig wird es also in jedem Fall nie. Selbst dann nicht, wenn man jeden Abend immer in der selben Bar abhängt.
 

 
Leser-Kommentare
  1. 1. danke

    für den sehr guten und informativen bericht. ein paar fotos hätte ich mir dazu gewünscht.

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