Deutsche Bahn Streit um Entschädigungen für Hitze-Opfer
Politiker setzen die Bahn unter Druck: Reisende, die in überhitzten ICEs festsaßen, sollen großzügiger entschädigt werden. Der Bundestag untersucht die Pannenserie.
© Peter Steffen dpa/lni

Auf Flügen verboten, bei Bahnreisen angebracht: ausreichend Getränke im Handgepäck
Der Druck auf die Bahn, ihre Kunden für die Hitzepannen besser zu entschädigen, nimmt zu. "Wir erwarten, dass die Bahn über ihren Schatten springt", sagt Gerd Billen, Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (VZBV). Für die Entschädigung der Reisenden, die unter dem Ausfall der Klimaanlagen zu leiden hatten, müsse die Bahn "einige hundert Euro Schmerzensgeld pro Person" zahlen.
Die Entschädigung müsse spürbar sein. Als Richtschnur nennt Billen einen Betrag von 300 Euro pro Person. Bisher zahlt die Bahn maximal 150 Prozent des Fahrpreises – in Reisegutscheinen. Nach Abzug des Fahrpreises sind das zwischen 50 und 100 Euro. "Das reicht nicht“, sagt Billen.
In den vergangenen Tagen sind in zahlreichen ICEs die Klimaanlagen ausgefallen , weil sie mit Außentemperaturen von über 32 Grad überfordert waren. Betroffen waren im Wesentlichen Züge der älteren ICE-2-Flotte. Viele Fahrgäste kollabierten wegen der saunaähnlichen Temperaturen in den Zügen und mussten ärztlich versorgt werden.
In dieser Woche beschäftigt sich der Verkehrsausschuss des Bundestages mit der Pannenserie. Eingeladen sind Vertreter des Eisenbahnbundesamtes und der Bahn. Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wird teilnehmen. Um das zu ermöglichen, wurde die Sitzung von Dienstag auf Donnerstag verschoben.
Wie Billen fordern auch immer mehr Politiker eine bessere Entschädigung der Opfer. "Die Bahn muss das Vertrauen ihrer Kunden zurückgewinnen", sagt Lucia Puttrich, die verbraucherpolitische Berichterstatterin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Informationen, die nur scheibchenweise gegeben werden, fehlende Notfallpläne – auf das Krisenmanagement der Bahn ist die CDU-Politikerin nicht gut zu sprechen. Als Entgegenkommen für die Kunden fordert sie nicht nur eine schnelle und unbürokratische Entschädigung der Hitzeopfer, sondern auch den Verzicht auf die ICE-Zuschläge. "Die höheren Fahrpreise sind nur dann gerechtfertigt, wenn die Bahn den Kunden dafür auch mehr bietet", sagt Puttrich, "aber ICEs, die wegen der Hitze stehen bleiben, sind auch nicht schneller als andere Züge – im Gegenteil."
Auch das Verbraucherministerium fordert die Bahn auf, ICE-Fahrkarten vorerst zum Normaltarif zu verkaufen. "Da die Reisequalität im ICE derzeit nicht gewährleistet ist, wäre das Aussetzen der ICE-Zuschläge ein geeignetes Zeichen der Bahn ihren Kunden gegenüber", sagt die Parlamentarische Staatssekretärin Julia Klöckner. Eine Fahrt von Berlin nach Hamburg kostet im ICE, zweite Klasse, 70 Euro, im Intercity dagegen nur 56 Euro, auf der Strecke Berlin-Dortmund beträgt die Preisdifferenz zwölf Euro.
- Datum 19.07.2010 - 10:26 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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"Die Bahn muss das Vertrauen ihrer Kunden zurückgewinnen"
Das wird schwer. Ohne auf die Bahn als Generalsündenbock für Alles einzudreschen hat die DB doch leider eine gewisse Tradition im Leugnen vieler Probleme entwickelt. Dazu eine dreiste Preispolitik und dauerhafte Abnahme der Qualität. Ich weiß was ich von der Bahn zu halten habe, und Änderung ist da nicht in Sicht.
....vergibt, muss man mit solchen Problemen rechnen. Sie sind das direkte Resultat der regulatorischen Vorgabe. Monopole sind ineffizient. Wenn wir sie akzeptieren, so dürfen wir uns über die Ineffizienz nicht beklagen.
....vergibt, muss man mit solchen Problemen rechnen. Sie sind das direkte Resultat der regulatorischen Vorgabe. Monopole sind ineffizient. Wenn wir sie akzeptieren, so dürfen wir uns über die Ineffizienz nicht beklagen.
sich auf der Webpage der DB durchzuarbeiten, wie man Entschädigungsleistung erhält,ich verlinke bewusst nicht.
„Reisende, die wegen der Hitze ärztlich versorgt werden müssen, sollen 150 Prozent erhalten.“
Nehmen wir an, ein Hitzeopfer der Bahn hätte das im Artikel erwähnte Ticket Berlin-Hamburg, (70 EUR) gelöst, und wäre irgendwo auf dieser Strecke notärztlich versorgt worden
In Praxi bedeutet das, der Fahrgast erhält 105 EUR Entschädigung.
Abzüglich des ohnehin schon bezahlten Fahrpreises von 70 EUR verbleiben 35 EUR Entschädigungsleistung.
Für:
einen ungewollten Zwischenstopp und Notversorgung auf dem Bahnsteig
anschließend Transport in ein (hoffentlich) nahe gelegenes Krankenhaus
bei viel Glück Entlassung noch am selben Tag evtl. erst am Folgetag
Reisegrund in den meisten Fällen damit hinfällig
vom Krankenhaus wieder zum Bahnhof (schickt die Bahn für die Opfer da Taxis?)
im günstigsten Fall Weiterreise noch am selben Tag, im ungünstigen Fall (z. Bsp. Berlin Hamburg letzter Zug 23.00 Uhr, nächster wieder 5.17 Uhr), auf dem Bahnhof sitzen bis zum nächsten Anschluss
oder ggf. gleich wieder Heimreise, da Weiterfahrt zum ursprünglichen Reiseziel hinfällig
im günstigen Fall 1 Urlaubs- oder Arbeitstag eingebüßt, im ungünstigsten Fall 2 Tage
Dafür 35.- EUR (netto)Entschädigung.
Selbstverständlich nur in Naturalien (Reisegutschein)
Das nenne ich großzügig oder wie sagte Grube sinngemäß: "er leidet mit jedem Betroffenen"
Solange es kein Geld kostet...
das mal so durchgerechnet haben...
Im Ernst, wenn ein Unternehmen einem Kunden so einen katastrophalen "Service" zuteil werden lässt, ist allein schon die Idee grotesk, man könne sich aus der Affäre ziehen, indem man den Opfer öffentlich per ordre de mufti verordnet, was man denn als angemessene Entschädigung anzusehen hätte. Jede Airline würde das diskret mit den Betroffenen bzw deren Rechtsvertretern aushandeln, allein, um sich den tagelangen Spott in der Presse zu ersparen.
Man merkt förmlich den unveränderlichen Hochmut des Monopolisten, der jede Diskussion über seine Leistungen tief innerlich für dummes Geschwätz hält, weil letztlich doch niemand an ihm vorbei kann.
Änderung wäre nur zu erwarten, wenn der Besitzer (d.h. der Staat) konsequent die Erbringung zuverlässiger Transportleistungen zum Unternehmensziel erklären würde. Momentan bestimmt jedoch einzig und allein Profit das Streben, und der kann notfalls duch die "Logisti"-Töchter von Timbuktu bis Pommerland erwirtschaftet werden, währenddessen ruhig die Hälfte der Züge halbwrack in den Depots verrotten könnte.
das mal so durchgerechnet haben...
Im Ernst, wenn ein Unternehmen einem Kunden so einen katastrophalen "Service" zuteil werden lässt, ist allein schon die Idee grotesk, man könne sich aus der Affäre ziehen, indem man den Opfer öffentlich per ordre de mufti verordnet, was man denn als angemessene Entschädigung anzusehen hätte. Jede Airline würde das diskret mit den Betroffenen bzw deren Rechtsvertretern aushandeln, allein, um sich den tagelangen Spott in der Presse zu ersparen.
Man merkt förmlich den unveränderlichen Hochmut des Monopolisten, der jede Diskussion über seine Leistungen tief innerlich für dummes Geschwätz hält, weil letztlich doch niemand an ihm vorbei kann.
Änderung wäre nur zu erwarten, wenn der Besitzer (d.h. der Staat) konsequent die Erbringung zuverlässiger Transportleistungen zum Unternehmensziel erklären würde. Momentan bestimmt jedoch einzig und allein Profit das Streben, und der kann notfalls duch die "Logisti"-Töchter von Timbuktu bis Pommerland erwirtschaftet werden, währenddessen ruhig die Hälfte der Züge halbwrack in den Depots verrotten könnte.
Es wurde de facto über alles geredet, ausser eins - das Thema überfüllte Züge, d.h. keine Platzreservierung im Ticketpreis wurde schlicht beiseite geschoben, obwohl ja gar die Bahn selbst die Ursache für die schlimmen Zustände in einer Mischung aus unerwartetem Totalausfall der Belüftungs- und Klimaanlagen, wie auch "der überfüllten Züge" geortet hatte, so in der Sendung zitiert.
Geht man davon aus, dass die Abwärme eines durchschnittlichen Menschen der Heizleistung einer Glühbirne von etwa 100Watt entspricht (!), so kann mann sich die Konsequenzen einer durch die Beförderungsbedingungen offiziell erlaubten Überfüllung der Züge um die sagenhaften 60% lebhaft vorstellen.
das mal so durchgerechnet haben...
Im Ernst, wenn ein Unternehmen einem Kunden so einen katastrophalen "Service" zuteil werden lässt, ist allein schon die Idee grotesk, man könne sich aus der Affäre ziehen, indem man den Opfer öffentlich per ordre de mufti verordnet, was man denn als angemessene Entschädigung anzusehen hätte. Jede Airline würde das diskret mit den Betroffenen bzw deren Rechtsvertretern aushandeln, allein, um sich den tagelangen Spott in der Presse zu ersparen.
Man merkt förmlich den unveränderlichen Hochmut des Monopolisten, der jede Diskussion über seine Leistungen tief innerlich für dummes Geschwätz hält, weil letztlich doch niemand an ihm vorbei kann.
Änderung wäre nur zu erwarten, wenn der Besitzer (d.h. der Staat) konsequent die Erbringung zuverlässiger Transportleistungen zum Unternehmensziel erklären würde. Momentan bestimmt jedoch einzig und allein Profit das Streben, und der kann notfalls duch die "Logisti"-Töchter von Timbuktu bis Pommerland erwirtschaftet werden, währenddessen ruhig die Hälfte der Züge halbwrack in den Depots verrotten könnte.
Ich erinnere mich an diesen schlimmen Unfall in Eschede, wo der ICE entgleist ist. Damals war die Bahn selbst in diesem entsetzlichen Fall nicht bereit, großzügig mit den Opfern umzugehen. Irgendwer wollte einen kleinen Betrag erstattet haben,der entstand, weil diese Person verletzt ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Ich glaube, es ging um einen Pyjama, den sich der Verletzte vor Ort im Krankenhaus kaufen musste, weil er nichts dabei hatte. Diesen Pyjama wollte die Bahn nicht erstatten. Kleinkram, ja vielleicht! Aber eine Geste gegenüebr den Betroffnen. Ich mein ja nur: Leugnen, Kleinreden ("es waren nur wenige Züge betroffen") und 35 Euro Entschädigung sind keine guten PR STrategien, liebe Bahn!
trotz des Medons Abgangs, hört die Perversität der Bahn nicht auf. Die Verhöhnung der Kunden nimmt einfach kein Ende. Wann wird die Regierung endlich adäquat reagieren, und die gesamte Führungsspitze auswechseln?
....vergibt, muss man mit solchen Problemen rechnen. Sie sind das direkte Resultat der regulatorischen Vorgabe. Monopole sind ineffizient. Wenn wir sie akzeptieren, so dürfen wir uns über die Ineffizienz nicht beklagen.
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