New York Auf allen grünen Hügeln Kunst

Im Storm King Park bei New York sind Natur und Wetter die Kulisse für moderne Kunst. Ein Besuch im Skulpturengarten, der in diesem Jahr 50 wird.

Eine Skulptur von Mark di Suvero steht im Skulpturenpark Storm King im Hudson Valley in den USA

Eine Skulptur von Mark di Suvero steht im Skulpturenpark Storm King im Hudson Valley in den USA

Wer während seiner Wanderungen durch das Storm King Arts Center müde wird, kann sich dort ins Gras legen. Zum Beispiel in den Schatten von Menashe Kadishmans Stahlskulptur Suspended oder unter Alexander Calders kurvenreiches Meisterstück The Arch . Denn die etwa 100 riesigen Werke internationaler Künstler stehen frei auf Feldern und Wiesen, umrundet von einem dramatischen Natur-Panorama aus Wäldchen, sanften Hügeln und Seen. Mit einer neuen Ausstellung 5+5 : New Perspectives feiert Storm King das ganze Jahr über seine Eröffnung vor fünfzig Jahren.

Gegründet wurde der Skulpturenpark im Hudson Valley auf rund 200 Hektar Land von den New Yorker Unternehmern Ralph E. Ogden und seinem Schwiegersohn H. Peter Stern, Besitzer der Star Expansion Company. Als Storm King am 29. Juli 1960 eröffnete, sollte er sich eigentlich vorwiegend den Malern aus dem Hudson Valley widmen. Dann aber war Ogden fasziniert von den abstrakten, geometrischen Gebilden vor dem Haus des amerikanischen Expressionisten David Smith und hatte eine andere Idee. 1966 kaufte er 13 Werke aus Smith' Nachlass und startete damit eine Sammlung moderner Skulpturen der Nachkriegszeit aus Europa und den USA.

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"Hier kann man Kunst und Natur gemeinsam entdecken und die Beziehung von Kunst und Natur genießen. Bei uns können sich die Leute entspannen", sagt John P. Stern, Präsident des Museums und Enkel des Gründers.

Das “Storm King Wavefield” der Künstlerin Maya Lin

Das “Storm King Wavefield” der Künstlerin Maya Lin

Aber selbst wenn es wirkt, als ob der Park ein Stück unberührte Natur ist – auch er ist ein Kunstwerk für sich: Seit Jahrzehnten werden immer wieder neue Plattformen für Kunstwerke aufgeschüttet, Wege angelegt, die Landschaft geformt. Zu den Arbeitsutensilien des langjährigen Kurators David Collens gehören deshalb Gabelstapler, Sandstrahler und Flaschenzüge. "Ich nehme mir viel Zeit und laufe auf dem Gelände herum und ich mache mir Gedanken, wo ich ein Kunstwerk platzieren möchte. Die Leute sollen um das Werk herumgehen können und neue Perspektiven auf die Berge, die Bäume, die Landschaft bekommen", beschreibt er seine Arbeit.

Und so gestaltet sich jeder Besuch bei Strom King anders – je nach Tageszeit, Wetterlage und Standpunkt des Betrachters. Am frühen Morgen quillen die Nebelschwaden über dem Storm King Mountain, nach dem der Park benannt ist. In der Abendsonne leuchtet Alexander Calders Bridge , oder eine tiefhängende Wolkendecke taucht den Himmel über Mark di Suveros rostigen Stahlgebilden Mon Pere, Mon Pere in ein sanftes Rosa.

Für Künstler selbst ist Storm King wie ein riesiger Abenteuerspielplatz. Der Brite Andy Goldworthy zum Beispiel ließ sich 1998 sechs Wochen lang von dem Gelände inspirieren, bis er mit gesammelten Feldsteinen seine Storm King Wall baute. Die Mauer schlängelt sich um Bäume herum, in einen kleinen See hinein und auf der anderen Seite wieder heraus. Noch mehr Wellen machte die US-Künstlerin Maya Lin , die mit der Vietnam-Gedenkstätte in Washington berühmt wurde. Für ihre Installation Storm King Wavefield , ein Feld aus statischen Wellen geformt aus Erde und Gras, mussten die Tieflader anrücken.

Eine Skulptur von Andy Goldsworthy "Five Men, Seventeen Days, Fifteen Boulders, One Wall", 2010 Fieldstone

Eine Skulptur von Andy Goldsworthy "Five Men, Seventeen Days, Fifteen Boulders, One Wall", 2010 Fieldstone

Storm King muss man sich erlaufen: Im Herbst können die Besucher durch das dicke gelbe Laub der Ahornalleen schlurfen, die einen farblichen Kontrast zu dem knallroten Werk Illiad von Alexander Liebermans bilden – einer Anhäufung von gigantischen Rohren, die aussehen, als hätte das Kind eines Riesen sie dort achtlos liegen lassen. Selbst wenn sich die Regenwolken auftürmen, lohnt sich ein Besuch. Nur während der kalten Wintermonate ist der Park geschlossen.

Adresse: Storm King Art Center, Old Pleasant Hill Road, Mountainville, NY 10953. Tel. +1 845-534-3115, www.stormking.org

 
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    • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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