ReiseplanungApp statt Landkarte

Nur noch jeder Dritte plant seine Reise mit einer Karte. Urlauber nutzen immer häufiger Apps, Internetroutenplanung und Navigationsgeräte um ans Ziel zu kommen. von AFP

Sie haben Ihr Ziel erreicht: Nur noch ein Drittel der Deutschen plant Reiserouten mit der Karte

Sie haben Ihr Ziel erreicht: Nur noch ein Drittel der Deutschen plant Reiserouten mit der Karte   |  © luxuz::. / photocase.com

Programmieren statt falten: bei der Planung von Reiserouten nutzt nur noch ein Drittel der Deutschen eine klassische Landkarte. Auch Reiseführer bleiben bei der Planung in der Schublade. Nur ein Viertel der Verbraucher benötigt diese für die Anreise zum Urlaubsziel. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V., Bitkom

Bereits zwei Drittel der Reisenden verlassen sich dagegen bei ihrer Reiseplanung auf elektronische Medien: Fast die Hälfte (48 Prozent) der Befragten nutzt ein Navigationssystem, zwei Fünftel (41 Prozent) bereiten sich mit Routenplanern im Internet vor. Auf Mini-Programme für Handys – sogenannte Apps – greifen fünf Prozent der Urlauber für die Reiseplanung zurück.

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Laut der Studie verlassen sich Männer bei ihrem Weg zum Urlaubsziel stärker auf Technik als Frauen. Während 53 Prozent der Männer auf ein Navigationsgerät vertrauen, sind es bei den Frauen nur 44 Prozent. Frauen hingegen nutzen häufiger Reiseführer (26 Prozent) als Männer (20 Prozent). Inwieweit sich die Reisenden auf ihre Beifahrer verlassen, wurde jedoch nicht abgefragt.

Besonders beliebt sind Navigationsgeräte laut der Umfrage bei Verbrauchern unter 30 Jahren. Fast zwei Drittel nutzen diese zur Reisevorbereitung. Aber auch ein Viertel der Senioren (28 Prozent) setzt auf die elektronischen Navigationshilfen, 17 Prozent der Älteren nutzen zudem Routenplaner im Internet.

Ein interessanter Nebenaspekt der Umfrage: Die Studie zeigte auch, dass 22 Prozent der über 60-Jährigen überhaupt nicht in den Urlaub fahren, wohingegen es in der Gruppe der 14- bis 44-Jährigen niemanden zu Hause hält. Lediglich jeder Hundertste unter 45 Jahren verzichtet auf eine Urlaubsreise.
 

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Leserkommentare
  1. Mit Studien ist das so ne Sache auf der einen Seite ist es wirklich toll das, dass eigene Empfinden sich auch in der breiten Masse widerspiegelt auf der anderen Seite werfen Sie immer wieder neue Fragen auf. Mich zum Beispiel würde, um das Ergebnis besser verstehen zu können, interessieren wie es sich den zwischen Männern und Frauen generell verhält und wer sich um die Reiseplanung kümmert. Der Satz: "Inwieweit sich die Reisenden auf ihre Beifahrer verlassen, wurde jedoch nicht abgefragt." ist mehr als ungenügend um sich ein vernünftiges Bild zu machen.

  2. Blöd ist es, wenn sich die Frau sowohl beim Navigieren, als auch beim Fahren auf den Mann verlässt. Mit dem iPhone ist es ja eigentlich kinderleicht, die nächste Ausfahrt anzusagen - trotzdem gibt das regelmäßig Ärger, wenn's zu spät ist.
    Meine Frau beschäftigt sich während dem Fahren statt mit Navigation gerne mit anderen Urlaubs-Apps, z.B. Währungsrechner (ConvertBot) oder ausländischen Konfektionsgrößen (Favorelli).

    • Kaisch
    • 31. August 2010 10:09 Uhr

    Vor zwei Monaten bin ich mit einer Freundin nach Barcelona gereist. Wir haben zwar einen Reiseführer gekauft aber waren beide zu faul vor dem Abreisen uns mit dem Reiseführer zu beschäftigen.

    Ich habe mir dann gedacht, dass es bestimmt irgendwas im Internet gibt, was einer Reise planen kann. Letztendlich gibt es im Internet nichts was es nicht gibt...

    Ich bin dann auf eine Seite gestolpert, die automatisch eine Stadtreise plant. Das Ding ist echt witzig, weil es nur nach einem Reisedatum- und Dauer verlangt und natürlich nach dem Reiseziel. Danach passiert alles von alleine und in paar Sekunden präsentiert die Seite eine volle, in meinem Fall viertägige Reise, inklusive Routen durch die Stadt und zwar durch allen interessanten Punkten (Museen, Architektur, etc.). Es ist aber auch möglich, nach der Planung, dem Programm zu sagen was man doch nicht sehen möchte (oder unbedingt) und die Routen waren dann neu kalkuliert! Das hat mich echt vom Stuhl gehauen, weil ich zwar danach gesucht habe aber nicht wirklich geglaubt habe, dass es so was gibt.

    Die Seite heißt http://plnnr.com/ - für wen der nur seine Augen trauen will.

    Und ich frage – werden in der Zukunft die Maschinen unsere Reiseprofil besser kennen als wir selbst?

  3. An einer "repräsentative(n) Umfrage" nach der "lediglich jeder Hundertste unter 45 Jahren auf eine Urlaubsreise (verzichtet)" habe ich doch meine Zweifel...

    • Tiroler
    • 25. Januar 2013 21:57 Uhr

    Je mehr Autofahrer sich auf ihr Navigationsgerät verlassen, um so mehr landen dann irgenwo auf einem Fahrradweg, einer Langlaufloipe oder einem gesperrten Waldweg und müssen mühsam befreit werden. Und oft finden die Navis nicht einmal das Ziel, weil sie die offiziellen Ortsnamen (z. B. in Südtirol) nicht kennen bzw. ausdrücklich ignorieren. Die gute alte Landkarte hat daher noch lange nicht ausgedient.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    so ein unsinn ... 7000 problemlose km quer durch europa können nicht lügen ... navigationsgeräte sind nicht mehr wegzudenken und ein segen für jeden reisenden!

  4. so ein unsinn ... 7000 problemlose km quer durch europa können nicht lügen ... navigationsgeräte sind nicht mehr wegzudenken und ein segen für jeden reisenden!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, afp
  • Schlagworte Telekommunikation | Apps | Bitkom | Internet | Navigationssystem | Reiseführer
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