Südeuropa Spanische Fluglotsen wollen zur Hochsaison streiken

Ab 15. August geht auf Spaniens Flughäfen wohl nur noch wenig: Mitten in der Reisesaison treten die Lotsen in den Ausstand. Regierung und Tourismusbranche sind verärgert.

Im August wohl verwaist: Der Tower des Flughafens von Barajas

Im August wohl verwaist: Der Tower des Flughafens von Barajas

Die spanischen Fluglotsen haben sich mit überwältigender Mehrheit dafür ausgesprochen, der drohenden Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen mit einem Streik zu begegnen. Die Gewerkschaft USCA teilte mit, 98 Prozent der Mitglieder hätten bei einer Urabstimmung für den Ausstand gestimmt. Der Streik kann wegen der gesetzlichen Regelungen frühestens am 15. August beginnen – pünktlich zur Hochsaison im spanischen Tourismussektor.

Die Gewerkschaftsführung muss nun darüber entscheiden, wie lange der Streik dauern soll. Nach Medienberichten war von etwa drei Tagen die Rede. Die Fluglotsen sind bei der staatlichen Betreibergesellschaft der Flughäfen (AENA) angestellt und wollen mit dem Streik gegen eine neue Regelung der Überstunden und der Ruhezeiten protestieren, die deutliche Gehaltseinbußen bedeuten. Bislang leistet ein Lotse laut Tarifvertrag im Jahr 1000 Arbeitsstunden. Einige von ihnen kommen auf bis zu 600 Überstunden und damit auf ein Jahresgehalt von 350.000 Euro. Die Zahl der Arbeitsstunden soll nun auf 1600 erhöht werden, womit sich das Jahresgehalt auf 200.000 Euro reduziert.

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Die spanischen Fluglotsen sind außerdem verärgert darüber, dass die Regierung ihnen verdeckte Streiks vorgehalten hatte. In den vergangenen Monaten hatten sich auf den spanischen Flughäfen auffallend viele Lotsen krankgemeldet .

Spanien Verkehrsminister José Blanco äußerte bereits vor der Urabstimmung Unverständnis für die Streikdrohung. Zugleich kündigte er an, im Falle eines Ausstandes einen Rumpfbetrieb an den heimischen Flughäfen aufrecht zu erhalten. Die Regierung in Madrid hatte das Salär der Fluglotsen angesichts des allgemeinen Sparzwangs als "nicht nachvollziehbares Privileg" bezeichnet. Die Lotsen in Spanien seien erheblich besser bezahlt als in anderen Ländern der Europäischen Union.

Die spanische Tourismuswirtschaft äußerte sich besorgt zu dem anstehenden Streik. Der Hotelierverband CEHAT forderte die Regierung auf, dafür zu sorgen, dass der Flugverkehr in Spanien nicht zusammenbreche. Er wies darauf hin, dass der Fremdenverkehr ein Schlüsselsektor der spanischen Wirtschaft sei. Im Monat August seien in Spanien zwölf Millionen Reisende unterwegs.

Die spanischen Fluglotsen hatten in der Vergangenheit mehrere Bummelstreiks abgehalten. Ihr letzter offizieller Streik liegt mehr als 20 Jahre zurück.

 
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    • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
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    • Schlagworte Europäische Union | Streik | Spanien | Reise | Flughäfen | Madrid
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