Schwarzwald Auf Tour mit dem Feldberg-RangerSeite 2/2

Der vollständige naturbelassene Todtnauer Wasserfall steht seit Juni 1987 unter Denkmalschutz
Der Wasserfallsteig: Alles ist in Bewegung
Geradezu prädestiniert für heiße Sommertage ist der neue Wasserfallsteig, den wir am nächsten Tag erkunden. Auf Anhieb schaffte der knapp elf Kilometer lange Steig die Auszeichnung als "Premiumwanderweg" des Deutschen Wanderinstituts. Der Wasserfallsteig folgt zunächst dem Verlauf der Wiese, die am Einsstieg beim Feldbergpass auf 1200 Metern Höhe liegt. Der schmale Pfad führt durch eine wild-romantische, mit Felsen durchsetzte, kühle und schattige Klamm abwärts.
Beim Dorf Fahl stürzt das Wasser des Rotenbachs als "Fahler Wasserfall" 50 Meter zu Tal. Die "Fallenden Wasser", so wird vermutet, waren einst Namensgeber des kleinen Ortes. Das Wasser schäumt und gurgelt und bietet müden Wanderfüßen eine Erfrischung, bevor der Weg über Weiden hinab nach Todtnau führt.
Um zum Todtnauer Wasserfall, seit 1987 unter Denkmalschutz stehend, zu gelangen, muss zunächst die verlorene Höhe zurückerobert werden. Nach einem anstrengenden Anstieg auf steilen Waldwegen bieten sich eindrucksvolle Ausblicke auf Deutschlands höchsten, naturbelassenen Wasserfall: Kaskadenförmig stürzt er zwischen Todtnauberg und Aftersteg fast 100 Meter in die Tiefe.
Als Relikt der letzten Eiszeit entstand durch die gewaltige Erosionskraft des Eises eine Bruchstelle. Das Eis aus dem Todtnauer Hochtal floss in den Hauptgletscher des Wiesentals. Der Stübenbach-Gletscher, von dessen Quelle der Wasserfall gespeist wird, drang nicht so tief in das Tal ein, sodass nach Abschmelzen der Gletscher zwischen Todtnau und Todtnauberg ein Hängetal zurückblieb, über dessen Mündung heute noch der Stübenbach kraftvoll ins Tal fällt.
Zum Abschluss des Wasserfallsteigs ist noch einmal Kondition gefordert. Vom Fuße des Wasserfalls geht es über Treppen stetig aufwärts. Der Weg lohnt allemal, denn die Aussicht auf den Wasserfall, der sich mit archaischer Kraft über die Felsen stürzt, ist grandios. Welche Energie das Wasser auf seinem Weg entfaltet, wird uns aber erst bewusst, als wir in Todtnauberg die Mündung des Stübenbachs erreichen: Er plätschert gemächlich wie ein stiller Bergbach. Sei's drum. Wir sind ja auch müde.
Infos zum Wasserfallsteig: Tourismus GmbH zwischen Feldberg und Belchen, Meinrad-Thoma-Str. 21, 79674 Todtnau, Tel. 07671/9 69 69-5 oder www.wasserfall-steig.de
- Datum 05.08.2010 - 15:28 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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