Flugverkehr Neue Steuer auf Flugtickets gilt ab sofort

Flugreisende müssen sich auf höhere Ticketpreise einstellen. Stimmt der Bundestag dem Gesetz zu, werden alle noch 2010 gebuchten Flüge teurer.

Fliegen dürfte schon bald teurer werden. Das Bundeskabinett beschloss einen Gesetzentwurf, wonach Tickets ab dem kommenden Jahr mit einer Steuer belegt werden. Für Flüge innerhalb Europas und nach Nordafrika sind dann acht Euro fällig, für Mittelstreckenflüge bis 6000 Kilometer sind es 25 Euro und für Langstreckenflüge 45 Euro pro Ticket.

Acht Euro pro Ticket sollen für Flüge innerhalb von Deutschland und Europa fällig werden. Auch nach Tunesien und Marokko sind acht Euro pro Flugticket vorgesehen. Ganz Russland fällt ebenfalls unter die Kurzstreckenflüge, egal ob die Reise nach Moskau oder in den fernen Osten des Landes geht.

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Für die Eingruppierung des Landes ist jeweils die Entfernung des größten Flughafens des Ziellandes vom Flughafen Frankfurt am Main entscheidend. Somit werden auch für Flüge auf die Kanaren nur acht Euro fällig, obwohl die bei deutschen Urlaubern sehr beliebten Inseln mehr als 2500 Kilometer entfernt sind.

Für Mittelstreckenflüge zwischen 2500 und 6000 Kilometern werden 25 Euro pro Ticket fällig. Diese Flüge reichen im Süden bis fast zum Äquator und im Osten bis nach Pakistan und Kasachstan. Für alle weiteren Flüge, also etwa nach Amerika, nach Fernost, in das südliche Afrika oder nach Australien, wird pro Ticket künftig ein Mehrpreis von 45 Euro anfallen.

Mit der nun beschlossenen Regelung werden Langstreckenflüge stärker belastet als ursprünglich geplant. Wenn der Flugverkehr europaweit ab 2012 schrittweise in den Emissionshandel einbezogen wird, soll die Steuer nach und nach gesenkt werden.

Die Fluggesellschaften kritisieren die Maßnahme als unsozial. "Wenn man sieht, dass eine vierköpfige Familie für den Ägyptenurlaub 120 Euro mehr bezahlen muss, dann trifft es wieder den kleinen Mann", sagte Joachim Hunold, Chef von Air Berlin . Auch das ökologische Argument der Regierung stimme nicht, da Frachtmaschinen ausgenommen seien. "Und das sind nun mal nachweislich die ältesten und lautesten Flugzeuge, vor allem in der Nacht."

Auch die Lufthansa lehnt die Steuer strikt ab und befürchtet, dass Flugpassagiere künftig um deutsche Airports einen Bogen machen und ihre Reise lieber von grenznahen Flughäfen im benachbarten Ausland antreten werden. Das habe sich in den Niederlanden nach Einführung einer ähnlichen Vorgabe gezeigt. "Die Luftverkehrsabgabe wird zu einem Konjunkturmotor für ausländische Airlines und Flughäfen", sagte ein Sprecher der Airline.

 
Leser-Kommentare
    • hareck
    • 03.09.2010 um 14:32 Uhr
    1. Bravo!

    Es wird Zeit, dass der kerosin- und umsatzsteuerbefreite Klimakiller Flugverkehr endlich einmal geringfügig für den von ihm verursachten Schaden aufkommen muss.

    Das ist die bisher beste Aktion der momentanen Bundesregierung.

    Und dass Herr Hunold ernsthaftes Mitgefühl für den "kleinen Mann" und seinen Ägyptenurlaub hat, halte ich doch für sehr unwahrscheinlich.

    Recht hat er natürlich damit, dass der Frachtverkehr mit eingeschlossen werden sollte.

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