Luftverkehr Flugzeug-Stehsitze erlauben mehr Passagiere

Komfortabel klingt es nicht gerade: Um mehr Passagiere ins Flugzeug zu bekommen, hat eine Firma Stehsitze entwickelt. Ob sie in Europa eingeführt werden, ist fraglich.

Neue Reisevariante für den Flugverkehr: Im SkyRider stehen und sitzen die Passagiere zugleich

Neue Reisevariante für den Flugverkehr: Im SkyRider stehen und sitzen die Passagiere zugleich

Halb sitzend, halb stehend: In einer solchen Position könnten Flugpassagiere künftig reisen, wenn es nach den Vorstellungen eines italienischen Sitzherstellers geht. Das Unternehmen Aviointeriors stellte auf einer Luftfahrtmesse in Long Beach im US-Bundesstaat Kalifornien eine neue Generation von Flugzeugsitzen vor, mit der die Abstände zwischen den Sitzreihen deutlich verringert werden können. Dies würde Airlines erlauben, mehr Reisende zu transportieren und dadurch mehr Geld aus ihren Flugzeugen herauszuholen.

Die Sitzposition auf den SkyRider genannten Sesseln entspreche in etwa der, "die man auf einem Motorroller einnimmt", teilte das Herstellerunternehmen mit. Der Sitz sei konzipiert für "eine neue Art der Economy-Klasse". Er besteht aus einer leicht geneigten Sitzfläche und einer schmalen Rückenlehne, wodurch Passagiere eine nahezu aufrechte Position einnehmen. Das erlaubt einen Sitzabstand von 58 Zentimetern. Durchschnitt in Flugzeugen sind 70 Zentimeter. Dadurch gewinnen die Fluggesellschaften wichtige Zentimeter.

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In der Vergangenheit hatte der Chef der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair, Michael O'Leary, schon mit dem Gedanken gespielt, eine Art Stehplätze in Flugzeugen einzuführen. Fluggäste sollten demnach nicht vollständig stehen, sondern auf einem Hocker sitzen. O'Leary konnte sich auch vorstellen, die Tickets für die Plätze kostenlos zu vergeben und nur Gebühren und Steuern zu verlangen.

Ob diese Reisevariante in Europa allerdings kommt, ist eher unwahrscheinlich: Die EU würde eine Einführung der Stehsitze aufgrund von Sicherheitsbedenken wohl ablehnen. Denn die Zahl der Plätze in einem Flugzeug muss so bemessen sein, dass sich die Maschine im Notfall innerhalb von 90 Sekunden evakuieren lässt.

 
Leser-Kommentare
  1. Können die das tatsächlich ernst meinen?

    "eine neue Art der Economy-Klasse" -> Auf den Namen bin ich gespannt.

    Da kann man nur hoffen, dass keiner dieser Experten merkt, dass wenn sie die Passagiere übernander stapeln, sie dann eine noch größere Stückzahl reinbekommen.

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    1. April? Genau das hatte ich auch gedacht.
    Ich stelle mir jetzt einen Flug Frankfurt-L.A. vor, 12 Stunden stitzen (stehen sitzen)

    • mooony
    • 17.09.2010 um 16:57 Uhr

    Das war vor einiger Zeit schon in England in der Presse weil Ryanair das oeffentlich diskutiert hat.

    Ja, stapeln der Laenge nach waehre sicher gut, aber wenn man sich zusammenfaltet oder einzieht spart das sicher noch mehr Platz. Und eine zu starke Klimaanlage macht dann auch nichts meh aus, man wird wegen Sauerstoffmangels auch halb ohnmaechtig, sodass die Zeit schneller vergeht.. praktisch sowas!

    1. April? Genau das hatte ich auch gedacht.
    Ich stelle mir jetzt einen Flug Frankfurt-L.A. vor, 12 Stunden stitzen (stehen sitzen)

    • mooony
    • 17.09.2010 um 16:57 Uhr

    Das war vor einiger Zeit schon in England in der Presse weil Ryanair das oeffentlich diskutiert hat.

    Ja, stapeln der Laenge nach waehre sicher gut, aber wenn man sich zusammenfaltet oder einzieht spart das sicher noch mehr Platz. Und eine zu starke Klimaanlage macht dann auch nichts meh aus, man wird wegen Sauerstoffmangels auch halb ohnmaechtig, sodass die Zeit schneller vergeht.. praktisch sowas!

  2. 1. April? Genau das hatte ich auch gedacht.
    Ich stelle mir jetzt einen Flug Frankfurt-L.A. vor, 12 Stunden stitzen (stehen sitzen)

    Antwort auf "1. April?"
  3. Liegend stapeln wäre hier nicht nur noch ökonomischer, sondern sehr wahrscheinlich auch noch komfortabler.

    • mooony
    • 17.09.2010 um 16:57 Uhr

    Das war vor einiger Zeit schon in England in der Presse weil Ryanair das oeffentlich diskutiert hat.

    Ja, stapeln der Laenge nach waehre sicher gut, aber wenn man sich zusammenfaltet oder einzieht spart das sicher noch mehr Platz. Und eine zu starke Klimaanlage macht dann auch nichts meh aus, man wird wegen Sauerstoffmangels auch halb ohnmaechtig, sodass die Zeit schneller vergeht.. praktisch sowas!

    Antwort auf "1. April?"
  4. Das Ganze ist eine Gespensterdebatte, die tatsächlich an der Zahl der Notausgänge hängt. Wer in eine Boeing 737 mehr als 189 Passagiere reinstopfen wollte, brauchte zwei zusätzliche Türen. Mit allen notwendigen Verstärkungen in der Flugzeugstruktur bedeutet das rund 5 Tonnen mehr Gewicht und damit entsprechend höhere Betriebskosten. Wenn man diese Sitze dann wie Ryanair mit 29-Euro-Tickets füllt, wird sich's wohl kaum rechnen. Für die Langstrecke sind diese Sitze kein Thema, aber die technischen Rahmenbedingungen gelten dort natürlich genauso.

  5. Alternativ können die Sitzmöbel auch aus unbehandeltem Holz gefertigt werden. Ein echter Fortschritt im Kurzstreckenbereich. Gab es früher ja auch bei der Deutschen Reichsbahn.

    • CM
    • 18.09.2010 um 23:10 Uhr

    1. Jeder Passagier bringt seinen Fallschirm mit - so spart man die Landegebühren.

    2. Wenn man von Frankfurt nach Madrid fliegen will tritt man den Flug nach einer längeren Wanderung zu Fuß in Madrid an und steigt gleich wieder aus.

    Spaß beiseite: mit der Luftfahrtindustrie geht es bergab, und wir können auch ein bißchen froh darüber sein.

    Was Generationen von Umweltschützern nicht geschafft haben könnten die absehbar drastisch steigenden Ölpreise schaffen, nämlich eine Verringerung des Flugverkehrs. Das Flugzeug ist DAS umweltschädlichste Verkehrsmittel, und die meisten Flüge sind überflüssig. Fliegen ist heute nur deshalb billiger als eine Bahnfahrt, weil es jedes Jahr mit vielen Milliarden subventioniert wird. In den nächsten Jahren wird eine Herausforderung für die Verkehrspolitik darin bestehen, das Unvermeidliche, nämlich eine drastische Verteuerung des Fliegens, mit neuen Mobilitätsangeboten zu begleiten.

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    "Was Generationen von Umweltschützern nicht geschafft haben könnten die absehbar drastisch steigenden Ölpreise schaffen, nämlich eine Verringerung des Flugverkehrs."

    Wir wollen mal die unbestechliche Mathematik heranziehen:

    Ein Airbus A320 hat ein max. Tankinhalt von 26.000l. Er kann 4800km weit fliegen und hat Platz für 165 Passagiere. (Daten aus Wikipedia -> A320)

    Er Verbraucht also pro 100km und Passagier rund 3,3l

    Versuchen Sie mal mit einem Auto auf der Strecke Frankfurt - Mallorca (wer den Witz nicht kapiert ist selber Schuld) ein ähnlichen Durchschnitt hinzubekommen. Ich behaupte sogar, dass zwei Personen nicht mit 6,6l auskommen. Zumal mit dem Auto ein wesentlich längerer Weg zurückgelegt werden muss und dann noch auf der ultra Langstrecke Staus dazukommen.

    Wenn also das Öl immer teurer wird, wird fliegen immer wirtschaftlicher.

    "Was Generationen von Umweltschützern nicht geschafft haben könnten die absehbar drastisch steigenden Ölpreise schaffen, nämlich eine Verringerung des Flugverkehrs."

    Wir wollen mal die unbestechliche Mathematik heranziehen:

    Ein Airbus A320 hat ein max. Tankinhalt von 26.000l. Er kann 4800km weit fliegen und hat Platz für 165 Passagiere. (Daten aus Wikipedia -> A320)

    Er Verbraucht also pro 100km und Passagier rund 3,3l

    Versuchen Sie mal mit einem Auto auf der Strecke Frankfurt - Mallorca (wer den Witz nicht kapiert ist selber Schuld) ein ähnlichen Durchschnitt hinzubekommen. Ich behaupte sogar, dass zwei Personen nicht mit 6,6l auskommen. Zumal mit dem Auto ein wesentlich längerer Weg zurückgelegt werden muss und dann noch auf der ultra Langstrecke Staus dazukommen.

    Wenn also das Öl immer teurer wird, wird fliegen immer wirtschaftlicher.

  6. Der hier öffters genannte Grund der Ausstiegstüren ist ja nur eine Facette, warum es damit nix wird.

    Viel unmöglicher ist die simple Forderung der Zulassungsbehörden, dass ein "Sitz" so konstruiert sein muss, dass er folgende Beschleunigungen aushalten muss, ohne zu kapitulieren:
    Rechts / Links: Jeweils 2g, also mit einem "Normpassagier" besetzt muss das Gestühl rund 160kg (Passagier mit 75kg plus Sitz) aushalten. Das könnte sogar noch gehen
    Oben / Unten: Je 2g, also wieder 160kg
    Vorne / Hinten: 1:0 für die Unmöglichkeit. Während für die Belastung nach hinten ebenfals die 2g vorgeschrieben ist, muss der einzelne Sitz nach vorne 16g aushalten. Bei 75kg Lebendgewicht eines Passagiers sind das 1,2t.
    Wenn die Saftschubse auf dem Foto nicht gerade ein Gartenzwerg ist, dann dürfte der Gurt in rund 80cm höhe angebracht sein. Was bei entsprechender Belastung an der Sitzschiene ein Drehmoment von ganz knapp 9400 Nm macht (1200kg * 0,8m = 960 kgm = 9400Nm).

    Zum Vergleich: Ein Porsche 911 Turbo schafft keine 700Nm.

    Aus genau diesem Grund behaupte ich mal, dass diese Sitze keine Chance von den Zulassungsbehörden bekommen werden.

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    Hallo,

    sehr interessante Gedanken, aber zum Glück wird der Stuhl nicht senkrecht angeschraubt (mit einem Porschemotor zur Momentaufnahme). Wie man auf dem Bild erkennen kann, ist er mit einem Fachwerk fixiert. Und dadurch, dass de Stäbe drehgelagert sind, wird die komplette Kraft in Form von Druckspannung bzw. Zugspannung aufgenommen. Zug bzw. Druckfestigkeit von Aluminium liegt bei 700MPa.
    Wenn Sie eine Wandstärke, einen Durchmesser und einen Winkel annehmen könnten Sie es durchrechnen.

    Oder Sie vertrauen einfach darauf, dass der Hersteller diese triviale Berechnung und wahrscheinlich FEM Berechnungen durchgeführt hat, bevor er das erste Exemplar hergestellt hat.

    Hier noch ein Fachwerk-Visualisierung: http://www.tm-interaktiv....

    Hallo,

    sehr interessante Gedanken, aber zum Glück wird der Stuhl nicht senkrecht angeschraubt (mit einem Porschemotor zur Momentaufnahme). Wie man auf dem Bild erkennen kann, ist er mit einem Fachwerk fixiert. Und dadurch, dass de Stäbe drehgelagert sind, wird die komplette Kraft in Form von Druckspannung bzw. Zugspannung aufgenommen. Zug bzw. Druckfestigkeit von Aluminium liegt bei 700MPa.
    Wenn Sie eine Wandstärke, einen Durchmesser und einen Winkel annehmen könnten Sie es durchrechnen.

    Oder Sie vertrauen einfach darauf, dass der Hersteller diese triviale Berechnung und wahrscheinlich FEM Berechnungen durchgeführt hat, bevor er das erste Exemplar hergestellt hat.

    Hier noch ein Fachwerk-Visualisierung: http://www.tm-interaktiv....

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