Almabtrieb am Königssee

Alle Kühe an Bord

© Peter von Felbert

Es ist ein Zeichen des Danks: Die mit Gebinden aus Fichtenzweigen und bunten Rosetten dekorierten Kühe, die im Herbst von der Alm hinunter ins Tal getrieben werden. Denn nur, wenn im Sommer kein Mensch und kein Tier zu Schaden gekommen ist, beginnen die Bauern um den 24. August damit, den Fuikl genannten Schmuck zu binden.

Ursprünglich wurden die Kühe im Frühjahr auf die höher gelegenen Almen gebracht, weil das Futter im Tal nicht für alle Tiere reichte. Senner oder Sennerin begleiteten die Herde und verbrachten die Sommermonate in den Sennhütten. Wenn das Gras gegen Ende des Sommers aufhörte, zu wachsen und die Nächte zu kalt wurden, trieb man die Kühe zurück ins Tal.

Mittlerweile ist Futter das ganze Jahr über verfügbar, aber die Bauern halten an diesem Brauchtum fest. Sicher auch, weil der Zug mit Kapelle und Tanz eine Menge Touristen in die Region bringt. In Schönau am Königssee liegt das auch an einer örtlichen Besonderheit: Saletalm und Fischunkelalm sind nur mit dem Boot erreichbar. Die Kühe müssen mit großen Transportschiffen, den sogenannten Landauern, übergesetzt werden. Und das ist tatsächlich ein besonderer Anblick.