Indien

Eine Gottheit geht baden

 |  © Danish Siddiqui/Reuters

Einmal im Jahr feiern gläubige Hindus in Indien das Fest Ganesh Chaturthi. Sie ehren damit den Gott Ganesha. In den Wochen vor dem Fest fertigen die Menschen Statuen aus Lehm, um sie am Tag der Zeremonie - wie hier in Mumbai - singend und tanzend durch die Straßen in Richtung Meer zu tragen. Im Inland enden die Prozessionen an einem See oder Fluss. Dort werden die Abbilder versenkt. Dieser Akt soll das Ende ihrer Reise auf Erden symbolisieren. Die Statuen sollen alle Sorgen und Nöte der Menschen mit sich nehmen.

Meist wird Ganesha als dicklicher Mann dargestellt oder als Junge mit Elefantenkopf, der auf einer Lotusblüte sitzt. Im hinduistischen Glauben steht er für Weisheit und Intelligenz. Kaufleute betrachten ihn als ihren Schutzgott, weil er Hindernisse aus dem Weg räumen und Wohlstand bringen soll.

Eine der vielen Geschichten über Ganesha besagt, dass seiner Mutter Parvati ihn aus Lehm formte, als ihr Ehemann Shiva nicht da war. Sie übergoss den Lehmjungen mit Gangeswasser und erweckte ihn damit zum Leben. Dann setzte sie ihn als Wache vor ihr Haus. Als Shiva bei seiner Heimkehr Ganesha vor dem Haus stehen sah, der ihm den Weg versperrte, schlug er ihm den Kopf ab. Als er bemerkte, dass er Parvatis Sohn erschlagen hatte, befahl er seinen Dienern, ihm den Kopf des ersten Tiers aufzusetzen, das ihnen begegnen würde. Es war ein Elefant