Fototagebuch

Stille Tage in Las Vegas

Las Vegas, das war einmal die Stadt, aus der die Träume sind. Kasinos gibt es, seit die Stadt vor 105 Jahren in der Wüste von Nevada gegründet wurde. Damals hofften Minen- und Eisenbahnarbeiter auf den großen Gewinn. Später, zwischen 1910 und 1931, als das Glücksspiel verboten war, pokerte man in den Hinterzimmern heimlich weiter. Dann kamen die Touristen, die Stadt wuchs, der Staat Nevada sorgte für die nötige Infrastruktur: Die 8000 Einwohner bekamen Highways und einen Flughafen.

In den vierziger Jahren eröffnete am heutigen Strip das erste Hotel Resort der Stadt, Ende der fünfziger Jahre das damals größte Hotel der Welt. Stars und Entertainment wurden importiert: Die Tanzshow des Pariser Lido, Marlene Dietrich, die Beatles. Aus Chrom, Goldlack und Neonlicht wuchs in der Wüste ein Abbild der Metropolen dieser Welt empor.

Seit der Wirtschaftskrise ist es stiller geworden am Strip. Das Geld ist bei vielen Menschen zu knapp geworden, um es in Automaten oder auf die Roulettetische zu werfen. Der Glanz von Las Vegas ist dabei, ein wenig zu verblassen. Das sieht man noch nicht so sehr in der Nacht, wenn die blinkenden Leuchtreklamen alles andere überstrahlen. Am Tag aber, wenn man das Elvis-Double auf der Straße sieht, oder den alternden Kasino-Angestellten beim Frühstück im Diner, erkennt man ein Las Vegas, das sich selbst nachzutrauern scheint.

Der Fotograf Stefan Gbureck hat die Stadt besucht und seinen Reisealltag in Bildern festgehalten.