Autoscooter auf einem verlassenen Rummel in der Stadt Pripjat. Hier lebten bis zum Unfall Kraftwerksarbeiter © Daniel Berehulak/Getty Images

Fast 25 Jahre nach dem verheerenden Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl könnte aus dem bisherigen Sperrgebiet eine offene Tourismusregion werden. Zivilschutzminister Viktor Baloga teilte mit, sein Ministerium arbeite bereits an konkreten Plänen für 2011, die am 21. Dezember vorgestellt werden sollten.

Schon seit Jahren bieten Privatfirmen die Organisation von Tschernobyl-Reisen an. Zahlreiche Anbieter veranstalten Bustouren in die verlassene 100.000-Einwohner-Stadt Pripjat sowie in die verstrahlte Zone um den Reaktor. Nach CNN-Angaben darf jährlich eine begrenzte Zahl Reisender das Gebiet besuchen, jedoch nur unter der Führung offizieller Leiter. "Offizielle Tourführer wissen, wo sich Besucher bewegen dürfen und wo nicht", sagte Reiseanbieter Yuri Rozgoni. Darüber hinaus seien sie in der Lage, fachkundig die Strahlungslevels zu messen, denen Besucher ausgesetzt sind.

So führen Mitarbeiter der Chernobyl Zone Authority täglich 20 bis 30 Touristen durch das Sperrgebiet. Wissenschaftler dürften nach Angaben des Senders schon seit Längerem unbeschränkt einreisen. Besucherzahlen werden von verschiedenen Medien auf 8000 bis 20.000 Menschen pro Jahr geschätzt. Die regionale Tourismusbranche sieht nach Medienberichten jedoch ein Potenzial von bis zu einer Million, gerade angesichts der Fußball-EM 2012 in Polen und der Ukraine.