Tourismus Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Ägypten
Reiseveranstalter bieten kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an. Der Reiseverband versichert dennoch, in den Touristengebieten sei die Lage ruhig.
© Mohammed Abed/AFP/Getty Images

Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten in Kairo
Das Auswärtige Amt hat angesichts der Proteste in Ägypten vor Reisen in mehrere ägyptische Städte gewarnt. Obwohl sich die Demonstrationen in Ägypten "nicht gegen Touristen" richteten, werde "von nicht unbedingt notwendigen Reisen nach Kairo, Alexandria und Suez" abgeraten, hieß es in dem Hinweis.
In diesen Städten hatte es heute und in den vergangenen Tagen gewaltsame Zusammenstöße bei Demonstrationen gegeben, es gilt dort eine Ausgangssperre. Reisenden in Ägypten werde "dringend empfohlen, Menschenansammlungen und Demonstrationen weiträumig zu meiden und die örtliche Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen", heißt es in dem Reisehinweis.
Das Unternehmen Rewe Touristik schloss sich der Einschätzung des Auswärtigen Amtes an. Die touristischen Zielgebiete seien von den aktuellen Unruhen nicht betroffen, erklärte das Unternehmen am Samstag. Die zu Rewe gehörenden Reiseveranstalter ITS, Jahn Reisen und Tjaereborg hielten an ihren Programmen fest.
Abgesagt habe die Rewe Touristik aber Tagesausflüge nach Kairo bis einschließlich 4. Februar. Bei Nilkreuzfahrten würden geplante Aufenthalte in der Hauptstadt durch eine Visite zum Roten Meer ersetzt. Trotz der Fortführung der Reisen bietet das Unternehmen seinen Kunden mit Anreisedatum bis einschließlich 3. Februar die Möglichkeit einer kostenlosen Umbuchung an.
Die Thomas Cook AG – und somit Neckermann Reisen, Bucher Last Minute, Air Marin und Öger Tours – ermöglicht ihren Gästen eine kostenlose Umbuchungsmöglichkeit für Abreisetermine bis einschließlich 2. Februar 2011. Auch der Reiseveranstalter Tui erklärte, seine Kunden mit Anreisedatum bis zum 3. Februar könnten kostenlos Reisen nach Kairo stornieren oder umbuchen. Für Reisen in andere Landesteile könne ebenfalls bis zum Anreisetag 3. Februar kostenlos umgebucht werden. Reisen ans Rote Meer fänden uneingeschränkt statt.
Deutsche Urlauber könnten nach Angaben des Reiseverbandes im Notfall schnell aus Ägypten evakuiert werden. "Die Reiseveranstalter sind auf alle Eventualitäten vorbereitet. Wir könnten mit der gesamten Infrastruktur sofort reagieren", sagte Sprecher Torsten Schäfer. Die Branche habe erst vor zwei Wochen im Fall Tunesien bewiesen, "dass wir sehr schnell reagieren". Im Moment sei noch gar nicht zu sehen, dass eine Rückholaktion deutscher Touristen aus Ägypten infrage komme, sagte Schäfer.
Anders als die Mehrheit der Touristen haben mehrere arabische Prinzen und Geschäftsleute das Land bereits verlassen. Sie seien angesichts der blutigen Proteste mit Privatflugzeugen noch am Freitag in Richtung Riad, Dubai und Amman gestartet, um den Unruhen zu entkommen, erklärte ein Verantwortlicher am Internationalen Flughafen von Kairo. Dagegen habe bislang kein ägyptischer Politiker das Land verlassen. Bei den bisher schwersten Zusammenstößen waren am Freitag und in der Nacht zum Samstag mindestens 75 Menschen ums Leben gekommen. Einer Zählung des arabischen Senders Al Jazeera zufolge sollen es bereits gar 95 Menschen sein. Die Zahl der Verletzten bezifferte der Sender mit rund 1000.
- Datum 29.01.2011 - 13:54 Uhr
- Quelle dpa, AFP, Reuters
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